Wall Street Bei US-Aktien ist kein Boden zu erkennen

An den US-Börsen herrscht ratloses Schulterzucken – seit Jahresbeginn hat der S&P 500 zwei Billionen Dollar an Wert verloren. Die Kurse schlagen ungewohnt kräftig aus. Und es könnte noch schlimmer kommen.
Die Volatilität der US-Aktien taucht die Händler an der Wall Street in ein Wechselbad der Gefühle. Quelle: ap
Aufgeschreckte Broker

Die Volatilität der US-Aktien taucht die Händler an der Wall Street in ein Wechselbad der Gefühle.

(Foto: ap)

New YorkDie Marktausschläge in den USA halten Anleger auf Trab. Täglich ging es um zwei Prozent nach oben oder unten. Die Psyche von Investoren ist Belastungen ausgesetzt. Und ihre Nerven dürften wohl weiter strapaziert werden, bevor die Volatilität wieder zurückgeht.

In den ersten zehn Handelstagen des Jahres verloren US-Aktien zwei Billionen Dollar an Wert und der S&P-500-Index fiel auf den niedrigsten Stand seit August zurück. Beim Dow Jones Industrial Average waren die Ausschläge an den drei letzten Handelstagen der vergangenen Woche die stärksten seit die Ratingagentur Standard & Poor’s 2011 den USA die Spitzen- Bonitätsnote „AAA“ entzog.

Zwar hat der Standard & Poor’s 500 Index in den ersten zwei Handelswochen acht Prozent eingebüßt und damit seinen bislang schwächsten Start ins Jahr erlebt. Marktexperten sehen aber weiteren Raum für Volatilität.

Erst nach einer „umfassenden Panik“ wird der Markt drehen, sagt Scott Minerd, Vermögensverwalter bei Guggenheim Partners. „Dabei würde die Volatilität gewaltig zunehmen, da sich alle zum Ausgang drängen und die Preise nach unten prügeln, nur um aus ihren Positionen herauszukommen.“

Das sind die Aktienfehlstarts des Jahres

CONTINENTAL AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005439004
Börse
FSE

-3,30 -1,78%
0,00€
Chart von CONTINENTAL AG INHABER-AKTIEN O.N.
Dax Platz 4: Continental
1 von 22

Alles andere als rund läuft es bei dem Reifenhersteller und Automobilizulieferer Continental. Der Wert des Unternehmens leidet unter dem Negativtrend der Autobauer. Zudem erwartet das Unternehmen 2016 ein schwächeres Wachstum als im Jahr zuvor.

Kursverlust seit Jahresbeginn: 12,60 %

Alle Daten Stand: Schlusskurse 20.01.2016

VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.

WKN
ISIN
DE0007664039
Börse
Xetra

-0,70 -0,50%
0,00€
Chart von VOLKSWAGEN AG VORZUGSAKTIEN O.ST. O.N.
Dax Platz 4: VW
2 von 22

Die Phalanx der schlechten Nachrichten reißt einfach nicht ab. Der Dieselgate sowie vermeintlich gefälschte Emissionswerte halten Volkswagen in Schach. Hinzu kommt ein Kommunikations-Desaster des Vorsitzenden Matthias Müller in den USA. Der ließ Anfang Januar ein Radio-Interview wiederholen, weil seine Aussagen nicht der Konzerlinie entsprachen. Für die Aktie geht es nach unten.

Kursverlust seit Jahresbeginn: 13,27 Prozent

Alle Daten Stand: Schlusskurse 14.01.2016

THYSSENKRUPP AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007500001
Börse
FSE

-0,53 -2,65%
+19,24€
Chart von THYSSENKRUPP AG INHABER-AKTIEN O.N.
Dax Platz 3: Thyssen-Krupp
3 von 22

Ende 2015 hat sich Thyssen-Krupp ein neues Logo verschafft. Es soll die neue Bescheidenheit des Konzerns unterstreichen. Ziemlich bescheiden läuft es Anfang 2016 allerdings auch für die Aktie des Industriekonzerns. Mehr als ein Sechstel des Börsenwertes ist verloren gegangen.

Kursverlust seit Jahresbeginn: 13,41 %

Alle Daten Stand: Schlusskurse 14.01.2016

DAIMLER AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007100000
Börse
FSE

-0,39 -0,70%
+55,06€
Chart von DAIMLER AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Dax Platz 2: Daimler
4 von 22

Einen Fehlstart in das Börsenjahr legte nicht nur VW hin, sondern auch Daimler. Für die Aktie des Stuttgarter Automobilkonzerns, der sich mittlerweile lieber als „Mobilitätsdienstleister“ bezeichnet, ging es in den ersten Handelstages 2016 deutlich nach unten.

Kursverlust seit Jahresbeginn: 15,17 %

Alle Daten Stand: Schlusskurse 14.01.2016

BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN EO 1

WKN
ISIN
DE0005190003
Börse
FSE

-0,53 -0,65%
+81,14€
Chart von BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN EO 1
Dax Platz 1: BMW
5 von 22

Zwar konnte BMW 2015 einen Rekordabsatz verbuchen. Dem Aktienkurs half das aber nicht nachhaltig. Zu groß sind die Sorgen um das China-Geschäft, wo der Autobauer 2014 knapp ein Fünftel seiner Autos absetzte. Chinas Märkte waren in den ersten Handelstagen 2016 eingebrochen. Mit BMW zählen vier Unternehmen aus der Autobranche zu den fünf größten Verlierern im Dax. Sie sind damit maßgeblich für dessen große Verluste im noch jungen Jahr 2016 verantwortlich.

Kursverlust seit Jahresbeginn: 17,95 %

Alle Daten Stand: Schlusskurse 14.01.2016

KRONES AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0006335003
Börse
FSE

+0,20 +0,19%
+105,90€
Chart von KRONES AG INHABER-AKTIEN O.N.
MDax Platz 5: Krones
6 von 22

Kursverlust seit Jahresbeginn: 11,33 Prozent

Alle Daten Stand: Schlusskurse 14.01.2016

DUERR AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005565204
Börse
FSE

-0,22 -0,56%
+39,05€
Chart von DUERR AG INHABER-AKTIEN O.N.
MDax Platz 4: Dürr
7 von 22

Auch der Maschinen- und Anlagenbauer Dürr leidet unter den schwachen Wirtschaftsdaten aus China. Anleger halten die Kurskorrektur jedoch für übertrieben. Einige sehen jetzt eine günstige Gelegenheit zum Einstieg.

Kursverlust seit Jahresbeginn: 12,53 Prozent

Alle Daten Stand: Schlusskurse 14.01.2016

Noch sind die Messgrößen für die Nervosität unter Investoren noch deutlich unterhalb des Niveaus, das beim letzten Ausverkauf im August erreicht wurde. Damals waren die Aktienkurse um elf Prozent eingebrochen. Zwar schnellte der Chicago Board Options Exchange Volatility Index in der vergangenen Woche gleich an zwei Tagen um mehr als zehn Prozent hoch, zum Wochenabschluss war er aber immer noch 34 Prozent unter seinem Hoch im Sommer. Die Volatilitätsindizes geben nicht etwa die bereits verzeichneten, sondern die erwarteten Kursschwankungen an.

Wer auf die Investorenstimmung achtet, um Hinweise für die Marktrichtung zu finden, kann bislang noch keine Kapitulation ausmachen – diese wäre erreicht, wenn selbst die größten Optimisten aufgeben und die Kurse auf ein Niveau einbrechen, bei dem wieder Ruhe am Markt einkehrt.

Der Chicago Board Options Exchange Volatility Index, der die Verunsicherung der Händler auf Basis von S&P-500-Optionen misst, beendete die vergangene Woche bei 27,02 – das ist zwar 60 Prozent über dem Durchschnittsstand 2015, aber noch zwölf Prozent unter dem Durchschnitt der vergangenen Talfahrt, die am 18. August begann. Und der aktuelle Stand liegt noch 34 Prozent unter dem damals erreichten Hoch.

Analyst: „Der Markt ist manisch-depressiv“
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