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Wall Street Dow Jones verliert mehr als zwei Prozent – Corona-Fallzahlen sorgen für Nervosität

Die Delta-Variante bereitet den Anlegern Sorge. Vor diesem Hintergrund sind sichere Häfen wie US-Bonds und der Dollar gefragt. Das setzt wiederum den Banken zu.
19.07.2021 Update: 20.07.2021 - 00:00 Uhr Kommentieren
Blick in den Handelssaal der New York Stock Exchange. Quelle: dpa
Händler an der Börse New York

Blick in den Handelssaal der New York Stock Exchange.

(Foto: dpa)

Frankfurt, New York Aus Furcht vor den Folgen der wieder aufgeflammten Coronavirus-Pandemie für die US-Wirtschaft ziehen sich Anleger von der Wall Street zurück. Der Dow Jones der Standardwerte schloss am Montag 2,1 Prozent tiefer auf 33.962 Punkten. Er fiel somit unter die 34 000er-Marke auf den niedrigsten Stand seit fast einem Monat. Der technologielastige Nasdaq gab 1,1 Prozent auf 14.274 Punkte nach. Der breit gefasste S&P 500 büßte 1,6 Prozent auf 4258 Punkte ein.

Alle hätten auf eine deutliche Lockerung der Pandemie-Restriktionen im Sommer gesetzt, sagte Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets. „Wenn wir uns aber die steigenden Infektionen mit der Delta-Variante des Coronavirus anschauen, schwindet dieser Optimismus.“ Gleichzeitig stellten sich Investoren die Frage, wie sich die Firmengewinne im laufenden Quartal entwickeln werden.

Vor diesem Hintergrund warfen Investoren Kreuzfahrt-Betreiber aus den Depots. Die Aktien von Carnival , Royal Caribbean und Norwegian rutschten um 5,7 Prozent ab. Fluggesellschaften mussten ebenfalls Federn lassen. Die Papiere von American Airlines, Delta und United gaben bis zu 5,5 Prozent ab.

Gleichzeitig nahmen einige Anleger Kurs auf „sichere Häfen“ wie die Weltleitwährung. Der Dollar-Index, der den Kurs zu wichtigen Währungen widerspiegelt, stieg um 0,2 Prozent. Die Nachfrage nach US-Staatsanleihen drückte die Rendite der richtungweisenden zehnjährigen Bonds zeitweise auf ein Fünf-Monats-Tief von 1,224 Prozent.

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    Dies setzte den US-Banken zu, weil sich die Kreditzinsen an den Anleiherenditen orientieren. Die Titel von Citigroup, Bank of America, JPMorgan oder Goldman Sachs fielen um bis zu 3,3 Prozent.

    Rücksetzer als Kaufgelegenheit?

    Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses Avatrade, wertete die aktuellen Kursrücksetzer allerdings als Kaufgelegenheit. Die hohen Impfquoten machten neue, strenge Lockdowns unwahrscheinlich. „Selbst wenn es sich nur um eine Korrektur handelt, benötigen Anleger signifikante Impulse von den Konjunkturdaten, um die Kurse wieder auf Rekordniveau zu hieven“, wandte Analyst Pierre Veyret vom Brokerhaus Activtrades ein.

    Abwärts ging es auch für den Ölpreis. Die US-Sorte WTI verbilligte sich um acht Prozent auf 66,06 Dollar je Barrel (159 Liter). Dies brockte Ölkonzernen wie Exxon und Chevron Kursverluste von 3,7 bis 4,2 Prozent ein.

    Die „Opec plus“, zu der neben den Mitgliedern des Exportkartells weitere Förderländer wie Russland gehören, hatte sich am Wochenende auf eine Ausweitung der Fördermengen zwischen August und Dezember um zwei Millionen Barrel pro Tag geeinigt.

    „Mittelfristig dürfte dies aber einen positiven Effekt auf den Ölpreis haben“, prognostizierte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus Axi. „Schließlich hätte ein Preiskrieg zwischen den Mitgliedstaaten weit verheerendere Folgen gehabt.“

    Johnson & Johnson unter Druck

    Ins Rampenlicht rückte außerdem Johnson & Johnson. Der Pharma- und Konsumgüter-Konzern denkt Insidern zufolge darüber nach, drohende milliardenschwere Schadenersatzansprüche aus angeblich asbestverseuchtem Babypuder in eine eigene Firma auszulagern und für diese dann Gläubigerschutz zu beantragen. Die Aktie des Unternehmens gab 0,7 Prozent nach.

    Die Papiere des Callcenter-Betreibers Five9 stiegen dagegen um 5,9 Prozent auf 186,12 Dollar. Der Videotelefonie-Anbieter Zoom bietet 0,5533 eigene Anteilsscheine oder umgerechnet 200,28 Dollar je Five9-Papier. Der Aufschlag sei mit 13 Prozent zum Schlusskurs vom Freitag zwar relativ gering, kommentierten die Analysten von Investmentbank Piper Jaffray. Aber die beiden Firmen ergänzten sich gut stärkten somit ihre Marktposition. Zoom-Titel büßten dennoch zunächst 2,1 Prozent ein.

    Zoom und IBM im Blick der Anleger

    Mit einem Übernahmevorhaben rückte der Videokonferenzdienst Zoom in den Blick der Anleger. Für 14,7 Milliarden US-Dollar (rund 12,5 Milliarden Euro) will Zoom die US-Firma Five9, einen Cloud-Softwareanbieter für Kundenkommunikation, übernehmen und sich so breiter aufstellen. Finanziert werden soll der Zukauf mit eigenen Aktien. Das Five9-Management steht hinter dem Deal, der - sollte er realisiert werden - der bisher größte in der Firmengeschichte von Zoom wäre. Während Zoom-Aktien um 2,2 Prozent fielen, gewannen die von Five9 fast 6 Prozent.

    Der Computer-Dino IBM hat dank starker Nachfrage nach Cloud-Software und IT-Services ein deutliches Umsatzplus im zweiten Quartal verbucht. In den drei Monaten bis Ende Juni stiegen die Erlöse im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 3,4 Prozent auf 18,7 Milliarden Dollar (15,9 Milliarden Euro), wie IBM am Montag nach US-Börsenschluss mitteilte.

    Damit schaffte der Konzern das stärkste Wachstum seit rund drei Jahren und übertraf die Markterwartungen. IBMs Aktien reagierten nachbörslich zunächst mit einem Kurssprung von fast vier Prozent auf die Zahlen. Trotz der Geschäftszuwächse sank der Quartalsgewinn aber um 2,6 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar.

    Mehr: Die versteckten Kosten der Neobroker

    • rtr
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