Wall Street: Rücktritt von Liz Truss verunsichert US-Börsen – Pfund legt zu
Die Unsicherheit an den Märkten ist derzeit groß.
Foto: APNew York. Aus Verunsicherung über die künftige Entwicklung der britischen Wirtschaft halten sich Investoren mit Engagements an der Wall Street zurück. Die Rücktrittsankündigung der britischen Premierministerin Liz Truss trübte ebenfalls die Stimmung. Der US-Standardwerteindex Dow Jones schloss am Donnerstag 0,3 Prozent tiefer auf 30.333 Punkten. Der technologielastige Nasdaq gab 0,6 Prozent auf 10.614 Punkte nach. Der breit gefasste S&P 500 büßte 0,8 Prozent auf 3665 Punkte ein.
„Truss war zweifellos ein komplettes Desaster, und ich bin mir nicht sicher, wer genau das Land zu diesem Zeitpunkt beruhigen wird“, schrieb Marktanalyst Craig Erlam vom Brokerhaus Oanda. Es werde zwar Rufe nach Neuwahlen geben, aber das könne dem Land inmitten einer Krise keine Sicherheit oder Führung geben. „Es hat den Anschein, dass nur schlechte Optionen auf dem Tisch liegen.“
Gleichzeitig blieb die Berichtssaison im Fokus. Dabei kommen viele wichtige Bilanzen wie die von Apple und Microsoft erst nächste Woche. Analysten bleiben sich auch uneinig, wie die bisherigen Berichte zu deuten sind. „Bislang haben etwa zwei Drittel der Unternehmen aus dem S&P 500, die ihre Ergebnisse vorgelegt haben, die Gewinnerwartungen übertroffen“, schrieb Konstantin Oldenburger vom Broker CMC Markets. Der Chefmarktstratege beim Vermögensverwalter B. Riley Wealth, Art Hogan, sagte dagegen, diese Ergebnisse seien „in die Kategorie 'besser als befürchtet'“ einzuordnen.