Wall Street schwächer Korea-Sorgen belasten Dow Jones

Nachdem die Wall Street am Montag geschlossen war, reagierte die US-Börse erst mit Verzögerung auf die Bomben- und Raketentests von Nordkorea. Für Aufsehen sorgte die Mega-Fusion in der Flugzeugzulieferer-Branche.
Update: 06.09.2017 - 00:28 Uhr Kommentieren

Nordkorea-Krise trübt die Stimmung

New YorkDie zunehmenden Spannungen in der Korea-Krise haben die Kurse an den US-Börsen am Dienstag gedrückt. Nordkorea setzt trotz des internationalen Drucks nach seinem bislang stärksten Atomtest seine Provokationen fort. Das weitgehend isolierte Land drohte den USA am Dienstag mit „weiteren Geschenkpaketen“. Nach zuletzt mehreren Bomben- und Raketentests hatte Nordkorea am Wochenende offenbar eine Wasserstoffbombe gezündet. Die US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen hatte daraufhin am Montag im UN-Sicherheitsrat gesagt, Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un „bettelt um Krieg“. Die US-Börsen können auf die Entwicklung erst heute reagieren, weil sie am Montag wegen eines Feiertages geschlossen waren.

„Alles in allem muss damit gerechnet werden, dass die Spannungen weiter anhalten, auch wenn von verschiedenen Seiten der Versuch unternommen wird, auf diplomatischer Ebene eine Lösung zu finden“, sagte Marktanalyst Christian Schmidt von der Helaba.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 1,1 Prozent tiefer auf 21.753 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500 sank 0,8 Prozent auf 2457 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verringerte sich um 0,9 Prozent auf 6375 Punkte.

Südkorea übt Angriff auf Kim Jong-un

Bei den Einzelwerten sorgte eine Fusion für Aufsehen. Flugzeugindustrie-Zulieferer United Technologies (UTC) kauft für 30 Milliarden Dollar den Konkurrenten Rockwell Collins. UTC-Titel rutschten daraufhin um knapp sechs Prozent ab, Rockwell gewannen 0,3 Prozent. Insider hatten bereits vor Wochen von den Plänen berichtet, Rockwell hatten daraufhin deutlich zugelegt. Dem Analysten Howard Rubel von der Investmentbank Jefferies zufolge könnte der Zukauf den Auftakt zu einer Fusionswelle in der Branche bilden.

Papiere von Insmed sprangen 119 Prozent in die Höhe. Das Unternehmen hatte zuvor von einem erfolgreichen Studienverlauf bei einem seiner Medikamente berichtet.

Zu den größten Verlierern zählten die Finanzwerte, deren Index um 2,2 Prozent fiel. Zuvor hatte die US-Notenbankdirektorin Lael Brainard zur Zurückhaltung bei weiteren Zinserhöhungen gemahnt. „Wir sollten beim Straffen der Geldpolitik Vorsicht walten lassen bis wir zuversichtlich sein können, dass die Inflation sich auf unser Ziel zubewegt“, sagte die Währungshüterin.

In Frankfurt nutzten dagegen einige Anleger nach den Kursverlusten zum Wochenstart am Dienstag die Gelegenheit zum Wiedereinstieg in die Aktienmärkte. Der Dax schloss 0,2 Prozent im Plus bei 12.123,71 Punkten. Der EuroStoxx50 konnte seine Anfangsgewinne dagegen nicht halten und verlor 0,3 Prozent auf 3420,86 Zähler.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 910 Millionen Aktien den Besitzer. 868 Werte legten zu, 2039 gaben nach und 155 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,9 Milliarden Aktien 938 im Plus, 2005 im Minus und 188 unverändert.

Die US-Kreditmärkte waren als sicherer Hafen in der Nordkorea-Krise gefragt und legten zu. Die zehnjährigen Staatsanleihen gewannen 24/32 auf 101-19/32. Die Rendite sank auf 2,0717 Prozent. Der 30-jährige Bond erhöhte sich um 1-18/32 auf 101-7/32 und rentierte mit 2,6904 Prozent.

  • rtr
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