Wall Street: US-Börsen schließen im Minus – Negativtrend setzt sich fort
Sorgen vor einer Phase der Stagflation.
Foto: APNew York. Die Bremswirkung der steigenden Inflation auf die US-Wirtschaft treibt die Anleger an der Wall Street weiter um. Die Börsen schlossen am Donnerstag nach einem uneinheitlichen Handelsverlauf mit Kursabschlägen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte ging 0,8 Prozent tiefer auf 31.253 Punkten aus dem Handel. Der technologielastige Nasdaq gab 0,3 Prozent auf 11.388 Punkte nach. Der breit gefasste S&P 500 büßte 0,6 Prozent auf 3900 Punkte ein.
Sinkende Gewinne von Einzelhandelsriesen wie Target machten Börsianern zufolge deutlich, wie sich der Teuerungsschub auf die Kaufkraft der Amerikaner auswirkt. „Die Verbraucherkomponente beginnt sich jetzt abzuschwächen, was die Aussicht verstärkt, dass wir tatsächlich auf eine Rezession zusteuern“, sagte Randy Frederick, Investmentexperte bei Charles Schwab. Der Konsum ist der Hauptmotor, die Verbraucherausgaben machen mehr als zwei Drittel der Wirtschaftstätigkeit aus.
Am Markt wird spekuliert, die Fed könne angesichts des anhaltend hohen Preisauftriebs künftig zu noch größeren Zinsschritten in Höhe von einem Dreiviertel-Prozentpunkt gezwungen sein. „Die zentrale Sorge, mit der die Anleger derzeit konfrontiert sind, ist, wie die Federal Reserve in der Lage sein wird, die Inflation zu zähmen, ohne eine Rezession zu verursachen“, sagte Ryan Belanger, geschäftsführender Direktor und Gründer vom Beratungshaus Claro Advisors. „Anleger sollten sich an signifikante Abwärts- und Aufwärtsbewegungen bei Aktien gewöhnen, was in Zeiten enormer Unsicherheit üblich ist.“