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Wall StreetUS-Börsen schließen im Plus – Aktien von Bed Bath & Beyond steigen kräftig

Die US-Einrichtungskette soll sich eine Finanzierungsquelle gesichert haben, um über Kredite zu verhandeln. Die Papiere sind seit längerem hochvolatil. 24.08.2022 - 22:55 Uhr aktualisiert Artikel anhören

Im September könnte die Zentralbank Fed einen weiteren Zinsschritt vornehmen.

Foto: AP

Frankfurt, New York. Nach den Verlusten der vergangenen Tage haben sich die US-Börsen im Vorfeld des mit Spannung erwarteten Notenbankertreffens in Jackson Hole leicht erholt. Der Dow-Jones-Index schloss am Mittwoch 0,2 Prozent höher auf 32.969 Punkten. Der technologielastige Nasdaq rückte 0,4 Prozent auf 12.431 Punkte vor. Der breit gefasste S&P 500 legte 0,3 Prozent auf 4140 Punkte zu. „Die Händler zögern, sich stärker zu engagieren, da sie befürchten, von einer energischer vorgehenden Fed überrollt zu werden“, sagte Marios Hadjikyriacos, Analyst beim Broker XM.

Im Fokus der Anleger stand das am Donnerstag beginnende Symposium in Jackson Hole und die Rede von US-Notenbankchef Jerome Powell am Freitag. Angesichts zunehmender Hinweise, dass die Weltwirtschaft in eine Rezession abgleiten könnte, stieg die Furcht vor den wirtschaftlichen Folgen steigender Zinsen. „Die Märkte werden sich in den nächsten Tagen wahrscheinlich in einer Warteschleife befinden. Alle Augen sind auf den Freitag gerichtet und darauf, was Powell in seiner Rede sagen wird“, konstatierte Adam Phillips, Stratege bei EP Wealth Advisors.

Powell werde vermutlich feststellen, dass das Risiko, bei der Inflationsbekämpfung zu wenig zu tun, das Risiko, zu viel zu tun, bei weitem überwiege, spekulierte Phillips. Vertreter der US-Notenbank Fed zeigten sich zuletzt einig, dass weitere Zinserhöhungen angemessen sind. Die Händler sind indes geteilter Meinung, ob sie eine Anhebung um 50 Basispunkte oder um 75 Basispunkte durch die US-Notenbank erwarten.

Die US-Industrie hat im Juli überraschend nur stagnierende Aufträge verzeichnet. Die Bestellungen für langlebige Gebrauchsgüter wie Flugzeuge und Maschinen verharrten auf dem Vormonatswert, wie das Handelsministerium am Mittwoch in Washington mitteilte. Von Reuters befragte Experten hatten mit einem Zuwachs von 0,6 Prozent gerechnet, nach revidiert plus 2,2 Prozent im Vormonat.

Die US-Wirtschaft ist einer Umfrage des Finanzdienstleisters S&P Global zufolge im August weiter auf Talfahrt gegangen. Die Industrie hielt sich dabei noch im Wachstumsbereich, während die Dienstleister stärker schrumpften. Lieferengpässe ebenso wie die höheren Zinsen und die starke Teuerung im Land trugen dazu bei, dass die Nachfrage der Kunden gedämpft wurde.

An den Energiemärkten verschärfte sich die Lage unterdessen wegen neuer Verzögerungen bei der Versorgung mit verflüssigtem Erdgas (LNG) aus den USA weiter. Der europäische Gas-Future sprang um mehr als 15 Prozent auf den Rekordwert von 300 Euro je Megawattstunde. „Die Preise sind gestiegen, unterstützt durch die Ankündigung der verzögerten Wiederinbetriebnahme der US-amerikanischen Freeport LNG-Anlage gestern Abend“, teilten die Analysten von Engie EneryScan mit.

Was wird die Rede von Jerome Powell beim Notenbankertreffen in Jackson Hole am Freitag bringen? Es spricht viel für eine weniger scharfe Zinsanhebung als erwartet, analysiert Markus Koch.

Auch die von Gazprom angekündigte Lieferunterbrechung der Gasversorgung über die Pipeline Nord Stream 1 zum Monatswechsel hatte die Gaspreise in den vergangenen Tagen angetrieben. Die gestiegenen globalen Gaspreise ließen auch den US-Future um bis zu rund drei Prozent auf 9,46 Dollar je Million BTU steigen. Am Vortag hatte US-Erdgas das erste Mal seit 2008 die Marke von zehn Dollar je Million BTU erreicht.

Weitere Einzelwerte im Fokus:

Nordstrom: Bei den Einzelwerten belastete ein trüber Ausblick des US-Markenmode-Händlers Nordstrom den Einzelhandelssektor. Wie auch die US-Kaufhauskette Macy's bekommt Nordstrom die nachlassende Kaufkraft der Verbraucher zu spüren und muss Preisnachlässe gewähren, um seine hohen Lagerbestände abzubauen. Die Aktien von Nordstrom brachen fast 20 Prozent ein, die Papiere von Macy's gaben fast vier Prozent nach.

Bed Bath & Beyond: Die Aktien von Bed Bath & Beyond legten um 18 Prozent zu. Einem Bericht des „Wall Street Journal“ zufolge hat sich die angeschlagene US-Einrichtungskette eine Finanzierungsquelle gesichert, um über Kredite zu verhandeln. Die Papiere sind seit längerem im Visier von Short-Sellern, die auf fallende Kurse spekulieren und deswegen hochvolatil.

Peleton: Die Aktien des Fitnessgeräte-Anbieters Peloton Interactive preschten mehr als 20 Prozent voran. Anleger honorierten, dass der Konzern seinen Heimtrainer und anderes Fitnesszubehör künftig auch über die Plattform des Internetriesen Amazon verkaufen will, um die sinkenden Umsätze abzustützen.

Tesla: Im Vorfeld seines Aktiensplits legte auch Tesla moderate 0,2 Prozent zu. Nach Börsenschluss erhält jeder Aktionär zwei zusätzliche Aktien. „Der Aktienkurs passt sich nach unten an, während sich sonst, abgesehen von der Anzahl der Aktien, nicht viel ändert“, konstatierte AJ Bell Investment-Experte Russ Mould. Zwei Jahre nach einem Split im Verhältnis 5:1 will der Elektroautobauer die Aktien für Privatanleger zugänglicher machen. Mould ging davon aus, dass noch mehr Managementteams diesen Schritt gehen werden, um dem Aktienkurs neuen Schwung zu verleihen. „Langfristig werden jedoch die Fundamentaldaten wichtiger sein als kosmetische Aspekte wie diese.“

Petco: Der Einzelhändler für Heimtierprodukte verfehlte im vergangenen Quartal die Prognosen und senkte aufgrund höherer Kosten seine Aussichten für das Gesamtjahr. Die Petco-Aktien fielen um 8,84 Prozent.

Brinker International: Die Aktie des Mutterkonzerns der Restaurantketten Chili's und Maggiano's rutschte im Handelsverlauf um 4,63 rozent ab. Das Unternehmen hatte die Schätzungen für das Quartalsergebnis aufgrund höherer Kosten. Auch der Ausblick für das Gesamtjahr fiel niedriger aus als erwartet.

Toll Brothers: Das Unternehmen, das Luxusimmobilien baut, hatte angesichts von Problemen in der Lieferkette und Arbeitskräftemangel seine Prognosen für die Auslieferungen in diesem Jahr gesenkt. Für das jüngste Quartal meldete Toll Brothers ein besser als erwartetes Ergebnis, aber der Umsatz blieb hinter den Prognosen zurück. Die Aktien legten dennoch um 1,29 Prozent zu.

Urban Outfitters: Der Bekleidungshändler meldete einen niedriger als erwarteten Quartalsgewinn. Die Aktien stiegen dennoch um 1,88 Prozent. Urban Outfitters verzeichnete bessere Umsätze in seinen Geschäften, da der Kundenverkehr zunahm, meldete aber auch einen Rückgang der digitalen Umsätze.

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Intuit: Die Aktie stieg um 3,61 Prozent, weil das Unternehmen die Prognosen für Quartalsgewinn und -umsatz übertroffen und eine positive Prognose abgegeben hatte. Der Anbieter von Finanzsoftware hob außerdem seine Quartalsdividende um 15 Prozent an und erhöhte sein Aktienrückkauf-Programm.

Farfetch: Die Aktien des Luxus-E-Commerce-Spezialisten stiegen um 21,3 Prozent. Das Unternehmen hatte den Anteil von 47,5 Prozent am Online-Modehändlers YNAP von dem Schweizer Richemont-Konzern für mehr als 50 Millionen Farfetch-Aktien erworben.

rtr
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