Wall Street: US-Zinsaussichten: US-Börsen schließen mit schweren Verlusten – Papiere von Micro Focus legen 92 Prozent zu
Im September könnte die Zentralbank Fed einen weiteren Zinsschritt vornehmen.
Foto: APFrankfurt, New York. Die Aussicht auf eine länger anhaltende Periode steigender Zinsen in den USA hat die Aktien- und Anleihemärkte am Freitag auf Talfahrt geschickt. Die explodierenden Energiepreise mit einem Gaspreis auf Rekordhoch bereiteten den Investoren ebenfalls Bauchschmerzen. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss drei Prozent tiefer auf 32.283 Punkten. Der technologielastige Nasdaq gab 3,9 Prozent auf 12.141 Punkte nach. Der breit gefasste S&P 500 büßte 3,4 Prozent auf 4057 Punkte ein.
US-Notenbankchef Jerome Powell stimmte die Anleger auf einen harten Kampf gegen die Inflation ein und erteilte Spekulationen auf ein gedrosseltes Tempo bei der Zinswende eine Absage. Die Wiederherstellung der Preisstabilität werde für „einige Zeit“ eine restriktive Geldpolitik nötig machen, sagte der Fed-Chef auf dem Zentralbank-Symposium von Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming. Dazu müssten die Werkzeuge „kraftvoll“ genutzt werden.
Investoren rechnen nun vermehrt mit einer Anhebung der Zinsen um 75 Basispunkte im September. „Die Aussagen waren falkenhaft, Powell drückt das Pedal voll durch, wenn es um die Bekämpfung der Inflation geht“, sagte Marktstrategin Lindsey Bell vom Vermögensverwalter Ally. Die Hoffnungen vieler Anleger auf Zinssenkungen im kommenden Jahr seien damit zunichtegemacht worden.