Wegen Anleihe-Käufen Griechische Bankaktien stürzen ab

Nachdem der griechische Staat den Ankauf von Anleihen griechischer Banken angekündigt hat, sind die Werte griechischer Banken weiter auf Talfahrt. Anleger und Institute fürchten Schlimmes.
Update: 28.11.2012 - 12:54 Uhr 27 Kommentare
Die Banken fürchten, dass für sie der Rückkauf der Anleihen in jedem Fall Verluste mit sich bringen wird. Quelle: dpa

Die Banken fürchten, dass für sie der Rückkauf der Anleihen in jedem Fall Verluste mit sich bringen wird.

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Frankfurt Die griechischen Bankenwerte haben am Mittwoch ihre Talfahrt im Sog der Ankündigung eines Anleiherückkaufs durch den griechischen Staat fortgesetzt. Die Titel brachen um 5,2 Prozent ein. Der Athener Leitindex notierte 1,1 Prozent niedriger. Die Banken fürchten, dass für sie der Rückkauf der Anleihen in jedem Fall Verluste mit sich bringen wird.

Neben den einheimischen Banken halten vor allem Hedgefonds noch Hellas-Staatsanleihen. Für sie könnte sich der Rückkauf auch lohnen - je nachdem, wann sie die Anleihen zu welchem Preis gekauft haben. Entscheidend für den Erfolg der Aktion sei letztlich, wie viele private Anleger das Angebot der Griechen annehmen werden, erklärten Analysten in Frankfurt und London. Und genau das sei fraglich. Einige Hedgefonds könnten darauf setzen, dass die Kurse der Anleihen steigen werden, je unwahrscheinlicher ein Staatsbankrott Griechenlands werde, erklärte Gabriel Sterne, Ökonom bei Exotix.

Griechenland hat Kreisen zufolge die Deutsche Bank und Morgan Stanley mit der Organisation des Rückkaufs von Staatsanleihen beauftragt. Das sagte ein ranghoher Mitarbeiter des griechischen Finanzministeriums am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. "Derzeit planen wir, dass der Rückkauf auf freiwilliger Basis erfolgt", sagte er. "Wir hoffen, dass Anfang kommender Woche - wenn möglich schon am Montag - die staatliche Finanzagentur PDMA die Ausschreibung für den Rückkauf veröffentlicht."
Griechenland will alte Bonds am Kapitalmarkt zurückzukaufen und damit vom starken Preisverfall der Papiere profitieren. Dadurch sollen die Schulden gedrückt werden. Private Investoren halten noch Anleihen im Wert von rund 60 Milliarden Euro. Der Löwenanteil entfällt auf griechische Banken und Pensionsfonds, der Rest auf Hedge-Fonds, die auf einen solchen Rückkauf spekuliert haben dürften.

Der Preis, den die Griechen den privaten Anlegern anbieten wollen, soll nicht höher als die Schlusskurse der Papiere vom 23. November liegen. In Brüsseler Verhandlungskreisen wurde schon am Montagabend kolportiert, dass ein Angebot von 35 Cent für jeden Euro, den Griechenland in Form von Anleihen schuldet, erwogen wird. Frankfurter Analysten nannten eine Spanne von 30 bis 35 Cent je nach Laufzeiten.

Zehnjährige griechische Anleihen notieren derzeit bei 34,87 Punkten und rentieren 16,29 Prozent. Zum Vergleich: Die entsprechende Bundesanleihe notiert bei 100,93 Punkten und rentiert bei 1,40 Prozent.

  • rtr
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27 Kommentare zu "Wegen Anleihe-Käufen : Griechische Bankaktien stürzen ab"

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  • Wollten nur anmerken, dass sich im Gegensatz dazu - in meinem Depot sich bisher Lyxor ETF MSCI Greece (LYXOBF), Marfin Investment (AOB4891), Michaniki (894891) und Hellenic Telecom (903456) BESTENS entwickelt haben. Haben Sie einfach etwas mehr Mut zur Investition, das wird fiskalisch gesehen aufregend. Mit dem Sparbuch wird das jedenfalls nix mehr.
    Habe zwar selbst keine Ahnung worauf all die selbsternannten Experten / Co-Kommendatoren noch warten, auskennen tun Sie sich jedenfalls wohl doch nicht besonders. Selten so viel Unsinn gelesen. Wuensche mir viel mehr Niveau, praxisnahe Vorschlaege und sinnvolle Tips, so koennten wir diese offene Plattform des HB viel sinnvoller nutzen.

  • CDUCSUFDPGRÜNESPD - Die Blockparteien machen den Bürgern nach wie vor ein X für ein U vor, und führen unser Land in eine Katastrophe

    Wer eine Umfassende Analyse über die Ursachen und Folgen der Eurokrise lesen will, sollte zu diesem Dossier greifen:
    http://www.freiewaehler.eu/das-euro-desaster/das-euro-desaster/

  • Wer bitte ist so blöd, daß er groß ankündigt etwas kaufen zu wollen, anstatt es still und heimlich zu niederen Kursen aufzukaufen?
    So blöd können nichtmal die EUdSSRler sein.
    Da stimmt was nicht.

  • Das zeigt doch die Hilflosigkeit der Politiker deutlich auf: Griechenland bekommt Geld um seine Junkbonds zurückzukaufen und so die Schulden "verschwinden" zu lassen; da jedoch die meisten Junkbonds von griechieschen Banken gehlaten werden müssen diese die Abschreibungen auf die Verluste (Differenz zwischen Kaufpreis und Verkaufspreis) vornehmen. Wieviel das ist wissen sie hoffentlich (ich habe so meine Zweifel, aber gut). Damit gerät aber das griechische Bankensystem an den Rand des Ruins oder in Ruin und muss durch weitere Kredite gerettet werden. Also folgt Kredit auf Kredit und Kredit und......
    Toll gemacht Herr Schäuble!!!
    Wann erkennen Sie endlich, dass "auf Sicht fahren" uns alle nur noch tiefer in die Krise zieht anstatt heraus? Ihre Strategie des "unbedingten Haltens" ist nicht länger haltbar; wir brauchen einen Schlussstrich!!! Entweder die Griechen verlassen die €-Zone oder wir!!!! Selbst wenn wir heute nicht wissen was das kostet ist das immer noch besser als die Krise zu vertiefen. Für uns wird damit nichts besser!!!

  • Ja gut, aber es geht ja nicht darum, daß möglichst viele Politiker möglichst viel Geld verdienen, oder möglichst viele Bank-Manager möglichst viele Boni beziehen, sondern daß die Menschen davon profitieren, daß sich die Politiker um sie kümmern?^^ ...sowas wäre doch ein relativ einfach zu lösendes Problemchen?

  • lol da kauft der griechische staat anleihen von banken die wiederum seine anleihen gekauft haben damit die wieder anleihen des staates kaufen können. Das perpetuum mobile für alle die aus dem mist ihre boni ziehen.

  • Die griechische Arzneimittelversorung ist ja auch in den Target2-Salden drin, weil die zwar geliefert, aber noch nicht bezahlt wurden. Lasst uns doch alle Target2-Salden europaweit auf einen Haufen legen, dann gleichen die sich sowieso gegenseitig aus und alle sind zufrieden und wir haben von jetzt auf gleich Europa :-)

  • 6-Riechenland - 'Hier stinkts nach "Stammzelle"'!

  • Hat jemand im Ernst geglaubt, dass es um die Rettung Griechenlands geht? Wirklich nicht. Eine Bank ist kein Sozialverein, sondern ein Unternehmen, das möglichst viel Gewinn erwirtschaftet. Darum ist man bei Griechenland eingestiegen und hat die Regierungen genötigt, um Griechenland ja nicht pleite gehen zu lassen. Viele Anleger sind aus genau diesem Grund eingestiegen, Gewinnmaximierung und nichts anderes, da die Zinsen im Falle Gr so schön hoch waren. Und wenn man dann ein paar dumme Regierungen findet, die sich vor den Karren spannen lassen, ist ja alles wunderbar. Mit Altruismus hat dies nichts zu tun.
    Einer, dieser Grossinvestoren von der flämischen Gemeindeholding, der dies über Dexia gemacht hat, sagte im Untersuchungsausschuss, dass er es wieder so machen würde, da ja wunderbare Dividenden dabei zu verdienen sind. Schuldgefühle, dass man sich eine goldene Nase auf dem Rücken anderer verdient, braucht man sich bei solchen Leuten nicht erwarten.

  • Schön, dass hier auch Papageien kommentieren dürfen. In der Schweiz geht es noch viel korrupter und intransparenter zu, als in diesem unseren Lande. - Sollte Ihre Sichtweise von zu viel Schoki beeinflusst worden sein? ;o))

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