Wirecard

Wirecard wickelt elektronische Zahlungen ab, im Einzelhandel, an Tankstellen und in Reisebüros, aber auch für Banken und Kreditkartenanbieter.

(Foto: dpa)

Wochenausblick Das Stühlerücken in den Leitindizes und seine Auswirkungen

Weltweit nehmen die Börsen wieder Fahrt auf. In Deutschland und Europa sorgen vor allem die Wechsel in den Leitindizes am Montag für Fantasie.
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Spätestens mit dem Herbstanfang am Wochenende können sich die Anleger darauf einstellen, dass das sommerliche Dahinplätschern an der Börse ein Ende findet. Erste Indikatoren dafür gab es bereits seit Monatsbeginn. In Deutschland schaffte der Dax, der in diesem Jahr bislang eher enttäuschte, die zweite starke Woche am Stück.

Angetrieben wurde er dabei von den Leitindizes aus anderen Teilen der Welt, allen voran aus den USA. Sowohl der traditionsreiche Dow Jones als auch der breiter gefasste S&P-500 markierten zum Ende der Woche neue Rekorde. Auch in Asien ist die Stimmung weiter positiv. Der Nikkei in Japan, der im Januar ein Allzeithoch von über 24.000 Punkten erreicht hat, notiert aktuell fast wieder auf diesem Niveau.

In Deutschland reagierten die Anleger bis dato noch verhalten. Nun aber scheint auch hier der Dax an Fahrt aufzunehmen. Dass das Interesse in der neuen Woche noch einmal steigen wird, dürfte vor allem an einem Aufsehen erregenden Tausch am Montag liegen. Der Zahlungsdienstleister Wirecard aus dem Münchener Vorort Aschheim wird ab diesem Tag die Commerzbank im deutschen Leitindex ersetzen. Das Gründungsmitglied des Dax fällt damit eine Stufe tiefer in den MDax, dafür steigt mit Wirecard ein Unternehmen mit weniger als zwei Jahrzehnten Unternehmenshistorie auf.

Dessen Geschäftsfeld zeigt, worin unter anderem Anleger schon seit geraumer Zeit die Zukunft im Finanzwesen sehen. Wirecard wickelt elektronische Zahlungen ab, im Einzelhandel, an Tankstellen und in Reisebüros, aber auch für Banken und Kreditkartenanbieter.

Weil die Menschen immer weniger in bar bezahlen, wächst dieser Markt rasant. Was in diesem Jahr zu einem Höhenflug der Aktie geführt hat. Damit verbunden ist mittlerweile eine für Dax-Verhältnisse sehr hohe Bewertung. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) für das kommende Jahr zeigt eine Zahl von über 44.

Experten verweisen jedoch auf die generell sehr hohen Preise für Technologieaktien. Als Gradmesser gelten dabei die beiden US-Giganten Apple und Amazon, die beide zuletzt die Börsenbewertung vom mehr als einer Billion Dollar überschritten haben. Wirecard ist davon mit derzeit rund 22 Milliarden Euro noch meilenweilt entfernt. Aber auch hier erkennen Fondsmanager mit dem Schwerpunkt auf den Technologiesektor noch immer Potenzial.

Der Grundgedanke dahinter ist für Richard Clode, Portfoliomanager im globalen Technologieteam des Fondsanbieter Janus Henderson, dass die Hälfte der Weltbevölkerung mittlerweile online ist und über Mobilgeräte verfügt. „Das eröffnet den Zugang zu immer mehr Verbrauchern, während rasante Fortschritte im digitalen Zahlungsverkehr die Monetisierung von Online-Diensten ermöglichen“, so Clode.

Dax-Absteiger müssen mit Druck rechnen

In vielen Schwellenländern lernten die Menschen mit dem Smartphone zu bezahlen, noch bevor sie eine Kreditkarte haben. Gerade China mit seinen inzwischen 1,4 Milliarden Einwohnern entwickle sich derweil mit rasantem Tempo zu einer bargeldlosen Gesellschaft.

Neben dem Dax wird am Montag noch im Leitindex für die 50 wertvollsten Unternehmen der Eurozone durchgetauscht. Im Euro Stoxx 50 müssen dann die beiden deutschen Branchenriesen Deutsche Bank und Eon ihren Platz räumen, ebenso das französische Industrieunternehmen Saint Gobain. Dafür rücken der Münchener Industriegase-Spezialist Linde, das spanische IT-Unternehmen Amadeus sowie der französische Luxusgüteranbieter Kering in den Leitindex auf.

Den Aufsteigern wird dann das Interesse von 33 so genannten Exchange Traded Funds (ETF) zuteil, die den Euro Stoxx 50 in seiner Gesamtheit abbilden. Die Absteiger müssen dagegen mit weiterem Druck auf ihre Aktie rechnen.

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