Yuan-Wechselkurs Chinas Währung auf Tauchgang

Die chinesische Notenbank schickt den Yuan auf ein Fünf-Jahres-Tief. Das Land hofft, mithilfe der schwachen Währung seine Wirtschaft anzukurbeln. Konkurrierende Exportnationen reagieren auf den Schritt jedoch verärgert.
Nach der jüngsten Abwertung der chinesischen Währung fiel ihr Wert auf ein Fünf-Jahres-Tief. Ein Dollar kostete am Markt zuletzt 6,55 Yuan. Quelle: dpa
So billig wie lange nicht

Nach der jüngsten Abwertung der chinesischen Währung fiel ihr Wert auf ein Fünf-Jahres-Tief. Ein Dollar kostete am Markt zuletzt 6,55 Yuan.

(Foto: dpa)

Peking/DüsseldorfSie hat es schon wieder getan: Die chinesische Regierung hat den Referenzkurs für seine Währung, den Yuan, bereits den siebten Tag in Folge gesenkt. In der Folge fiel die Währung auf ein Fünf-Jahres-Tief. Im Umkehrschluss legte der Dollar zu und kostete zuletzt 6,5518 Yuan und damit 0,6 Prozent mehr als am Dienstag. Der Euro notierte bei 7,0353 Yuan.

Die chinesische Zentralbank hatte am Dienstag in den Wechselkurs eingegriffen, um zu hohe Ausschläge zu verhindern, erklärte eine mit der Sache vertraute Person der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Die überraschend starken Kursverluste beim Yuan werteten Börsianer am Mittwoch als Zeichen, dass es um den Zustand der nach den USA weltweit zweitgrößten Volkswirtschaft schlechter bestellt ist, als bislang gedacht. Sie befürchteten, dass die chinesische Notenbank die Abwertung ihrer nicht frei handelbaren Währung toleriere, um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen auf dem Weltmarkt zu verbessern und damit die Konjunktur anzukurbeln.

Deutsche Aktien größte Verlierer des China-Schocks

EURO STOXX 50®

WKN
ISIN
EU0009658145
Börse
DJSTOXX

-0,24 -0,01%
0,00€
Chart von EURO STOXX 50®
Euro Stoxx 50
1 von 11

Der wichtige europäische Aktienindex Euro Stoxx 50 notiert am Montagnachmittag drei Prozent im Minus bei 3170 Punkten. In ganz Europa hat der chinesische Kurssturz sich fortgesetzt. Vor allem deutsche Aktien gehören zu den größten Verlierer im Euro Stoxx 50.

DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005140008
Börse
L&S

+0,00 +0,02%
+10,08€
Chart von DEUTSCHE BANK AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Deutsche Bank
2 von 11

Die Deutsche-Bank-Aktie hat unter den 50 Werten im Euro Stoxx 50 am heftigsten unter den Kursabschlägen in China am Montagmorgen gelitten. Das Papier lag am frühen Nachmittag 5,15 Prozent im Minus.

Das Institut hatte kurz nach Weihnachten den Verkauf seiner Beteiligung an der chinesischen Hua Xia Bank bekannt gegeben – für 3,2 bis 3,7 Milliarden Euro.

E.ON SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000ENAG999
Börse
FSE

+0,18 +1,98%
+9,42€
Chart von E.ON SE NAMENS-AKTIEN O.N.
Eon
3 von 11

Auch bei den weiteren größten Verlierern im Euro Stoxx 50 finden sich vor allem deutsche Unternehmen. Auf Rang zwei der größten Verlierer steht der Versorger Eon. Die Aktie hatte seit Mitte Dezember deutlich von 7,82 Euro zugelegt. Zum Jahresauftakt könnten daher Anleger interessiert sein, Gewinne mitzunehmen. Am Nachmittag steht ein Minus von 5,1 Prozent.

FRESENIUS SE & CO. KGAA INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005785604
Börse
L&S

+0,11 +0,17%
+65,28€
Chart von FRESENIUS SE & CO. KGAA INHABER-AKTIEN O.N.
Fresenius SE
4 von 11

Auch auf Rang drei der Verlierer ein deutsches Unternehmen: der Gesundheitskonzern Fresenius. Das Minus liegt bei 4,9 Prozent.

BASF SE NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE000BASF111
Börse
FSE

+0,01 +0,01%
0,00€
Chart von BASF SE NAMENS-AKTIEN O.N.
BASF
5 von 11

Der Chemiekonzern BASF hat in den vergangenen Jahren stark vom Wachstum Chinas profitiert. Zweifel an der Wirtschaftskraft rütteln daher an der Aktie. Das Minus um 14.20 Uhr: 4,4 Prozent.

BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN EO 1

WKN
ISIN
DE0005190003
Börse
FSE

-0,50 -0,60%
+82,63€
Chart von BAYERISCHE MOTOREN WERKE AG STAMMAKTIEN EO 1
BASF
6 von 11

Mit einem geringeren Wirtschaftswachstum in China droht auch die Nachfrage gerade nach luxuriösen Autos einzubrechen. Das schadet der BMW-Aktie: minus 4,2 Prozent.

SIEMENS AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007236101
Börse
FSE

+0,30 +0,27%
+110,94€
Chart von SIEMENS AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Siemens
7 von 11

Auch auf Rang sechs der Verliererliste steht ein deutscher Konzern, in diesem Fall Siemens: minus 3,8 Prozent.

Die Notenbank der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt hatte am 11. August vergangenen Jahres eine neue Währungspolitik eingeleitet und der Währung mehr Freiheiten eingeräumt. Der Yuan kann sich nicht völlig frei bewegen wie der Euro oder der Dollar. Peking nennt das Prinzip „manipuliertes Floating“. Konkret bedeutet der Mechanismus, dass die Zentralbank jeden Tag einen Referenzkurs zum US-Dollar bekannt gibt, um den sich die Währung um zwei Prozent nach oben und nach unten bewegen kann – derzeit geht es nach unten.

„Das ist keine gute Entwicklung für den Rest der Welt“, sagt Koichi Kurose, ein Analyst der Resona Bank in Tokio. „Solange China den Yuan weiter schwächt, werden die globalen Märkte Schwierigkeiten haben, sich zu stabilisieren.“ Zwar könne der schwächere Yuan wohl einem Teil der chinesischen Wirtschaft helfen. Darunter litten allerdings andere Marktteilnehmer. Zu den Opfern zähle auch Japan, weil sich das Land mit China in vielen Branchen überschneide.

Ausschläge des Yuan beeinträchtigen die Wechselkurse und Exportaussichten Asiens, nicht zuletzt da China größter Handelspartner von Südkorea und Taiwan ist. Der von Bloomberg ermittelte JP Morgan Asia Dollar, der die zehn wichtigsten Währungen Asiens umfasst, fiel als Reaktion auf die erneute Yuan Abwertung durch Chinas Zentralbank um bis zu 0,4 Prozent.

Sorgen bereiten den Märkten zudem die schwachen Konjunkturdaten der Volksrepublik. Für negative Stimmung sorgte insbesondere die chinesische Industrieproduktion. Sie schrumpfte im Dezember den zehnten Monat in Folge, wie eine Umfrage des Markit-Instituts und des Medienhauses Caixin ergab.

Investoren verlieren Vertrauen in China
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