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Internationale Presseschau vom 7.4.2009 „Die Notenbanken fördern ein Zweiklassensystem“

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Sun braucht den Deal mit IBM

Nach dem Abbruch der Gespräche mit IBM steht Sun Microsystems vor einem komplexen Problem, meint BusinessWeek: „Das Scheitern der Verhandlungen hat für Sun bedeutendere Auswirkungen als für IBM.“ Sun stecke in finanziellen Schwierigkeiten und habe einen Verlust von fast 1,9 Milliarden Dollar gemacht und 2800 Angestellte entlassen, seit die Nachfrage nach ihren Qualitätsservern um zwei Drittel eingebrochen sei. IBM sie dagegen im Aufwind, der Aktienwert sei um 21 Prozent gestiegen. „Ein Deal mit Sun hätte die Position IBMs im Bereich hochwertiger Firmensoftware weiter gestärkt.“ Wenn Sun keinen Fusionspartner finde, würde mit ihm eine der Hauptstützen der IT-Branche abstürzen. Sun habe stets an vorderster Front gekämpft, wenn es um Innovationen und clevere Lösungen ging, das Unternehmen habe den Spruch „Das Netzwerk ist der Computer“ geprägt. Doch der Erfolg der Open-Source-Systeme von Linux und die steigende Nachfrage für preiswertere Prozessoren von Intel oder AMD hätten Sun stark zugesetzt. „Das Schicksal von Sun hängt nun vollkommen in der Luft.“

Die Financial Times spekuliert, ob der Deal zwischen Sun Microsystems und IBM nicht doch noch zustande kommen könnte: „Der Aktienwert von Sun fiel am Monatg um 24 Cent. Dass er nicht noch weiter abstürzte, ist ein Zeichen dafür, dass die Investoren hoffen, der angeschlagene Hardware-Hersteller könne doch noch das Angebot akzeptieren.“ Für IBM wäre der Zusammengang mit Sun zwar eine Waffe, um sich gegen den Konkurrenten Hewlett-Packard durchzusetzen, doch Netzwerkcomputersysteme seien letztlich nicht IBM-Geschäft, Sun also „nur eine schöne Zusatzsparte“. Bei Sun dagegen sehe es übel aus: Restrukturierungsmaßnahmen und Kapitalisierungsversuche seien fehl geschlagen, die Zukunftsaussichten als selbstständiges Unternehmen seien schlecht. Und einen anderen Partner als IBM werde Sun nur schwer finden. Fazit: „Bei Verhandlungen voll auf Risiko zu setzen, kann nach hinten losgehen, wenn der umworbene Partner weniger zu verlieren hat. Diese Lektion hat bereits Yahoo lernen müssen im Pokerspiel mit Microsoft. Und der Sun-Vorstand sollte sich klar machen, dass bei Microsoft damals mehr Interessen im Spiel waren als nun bei IBM.“

Japan steckt in einer schweren Krise

Die Japan Times zeigt sich vom aktuellen Tankan-Report alarmiert: Der von der japanischen Notenbank vierteljährlich herausgegebene Bericht zur gegenwärtigen Lage der Firmen und den Prognosen für die kommenden drei Monate zeige nicht viel Positives – im Gegenteil: Er unterstreiche, wie drastisch der wirtschaftliche Niedergang in Japan sei. Der so genannte Diffusions-Index, der die Schwankungen der Aktienpreise misst, sank auf einen Rekordtiefstand. Auch könne sich die Arbeitslosensituation deutlich verschärfen: Die Arbeitslosenquote lag im Februar bei 4,4 Prozent – die höchste der vergangenen drei Jahre. „Es ist ein geeigneter Mix aus kurzfristigen Maßnahmen nötig, um die gegenwärtigen wirtschaftlichen und sozialen Qualen zu mindern“, fordert die Zeitung die Regierung zum Handeln auf. Der japanische Premier Taro Aso habe bereits dazu aufgefordert, Maßnahmen zur Stimulierung der Wirtschaft auszuarbeiten. Außerdem habe er angekündigt, eventuell finanzielle Mittel für einen Nachtragshaushalt auszugeben: „Er sollte sicherstellen, dass das Geld sinnvollen Projekten zu Gute kommt.“

„Etwas ist faul im Staate Japan“, stellt das Wirtschaftsblatt aus Österreich fest: Die japanische Regierung habe Steuergeschenke angeboten, und die Bürger dankend abgelehnt. „Es sind in der Tat denkwürdige Zeiten, wenn die Regierten mehr Weitsicht an den Tag legen als die Regierenden. Angesichts einer Staatsverschuldung, die im kommenden Jahr 200 Prozent des Bruttoinlandsprodukts erreichen soll, sind Maßnahmen nach dem Prinzip der Gießkanne in der Tat nicht angebracht.“ Obendrein würden sie ohne Wirkung verpuffen, denn die japanische Wirtschaft habe ein massives strukturelles Problem: „Sie ist voll und ganz auf den Export ausgerichtet, der soeben kollabiert ist.“ Die einzige Chance liege in der Binnenkonjunktur, doch auch die sei am Boden: „Die durchschnittlichen Einkommen fallen seit Jahren, die Arbeitslosigkeit steigt und das soziale Sicherheitsnetz ist löchrig. Eine einmalige Steuergutschrift ändert nichts an dieser tristen Situation.“ Ausweg aus der Misere könnten nur qualitativ hochwertige staatliche Hilfsprogramme sein. Das nun angekündigte Konjunkturpaket sei ein erster Schritt in die richtige Richtung, denn es sehe mehr Geld für Niedrigverdiener und Arbeitslose vor und Investitionen in zukunftsträchtige Branchen. Ein weiterer Grund für Hoffnung seien zudem Wahlen, bei der die seit Jahrzehnten regierende LDP schlechte Karten habe: „Die Chancen auf einen Kurswechsel sind also groß.“

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