Presseschau „Als wahrer Patriot würde Sarrazin zurücktreten“

Der Vorstand der Bundesbank hat die Entscheidung über die Zukunft von Thilo Sarrazin vertagt. Doch die Debatte wird weiter mit viel Vehemenz geführt, inzwischen sogar auf internationaler Ebene: Muss Sarrazin gehen? Wie groß ist der Schaden bei der Bundesbank? Wie stehen die Chancen von Axel Weber auf dem Weg an die EZB-Spitze? Die wichtigsten Stimmen in der Presseschau.
  • Daniel Lenz
12 Kommentare
Der börsentägliche Blick in die internationale Wirtschaftspresse.

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Die Affäre Sarrazin habe große Auswirkungen in ganz Europa, versichert die britische Financial Times. Anders als zunächst angenommen sei die Bundesbank mit der Einführung des Euro nicht in die Bedeutungslosigkeit zurückgedrängt worden, sondern habe eine entscheidende Rolle bei den Kapitalmarkt-Maßnahmen des Kontinents behalten. Und eben jenes Ansehen der Bundesbank, ihr Platz als berühmteste Institution in der deutschen Nachkriegsgeschichte, sei gefährdet. Die Entfremdung Sarrazins innerhalb des Bundesbank-Vorstands beeinträchtige die Vorgehensweisen der Bank bezüglich der wirtschaftlichen und monetären Union. „Ihr Vorstand kann nicht normal funktionieren, wenn eines ihrer Mitglieder ein Halb-Abtrünniger ist.“

Sarrazin müsse freiwillig den Hut nehmen und sich entschuldigen, fordert Bloomberg – ansonsten dürfe man ihn getrost einen „Spinner“ nennen. Kein deutscher Politiker oder Zentralbanker dürfe über „jüdische Gene“ diskutieren – es wäre viel klüger, dieses Thema den Biologen und Genetikern, statt den Zentralbankern zu überlassen. „Fazit des Wirtschaftsdiensts: Sarrazin habe seine berufliche Funktion ausgenutzt, um sein „aufhetzendes Buch“ zu bewerben. „Würde er zurücktreten, dann zeigte er, dass er der Bundesbank weiterhin Respekt gegenüber ihrem Ansehen in der deutschen Gesellschaft erweist. Das ist es, was ein wahrer Patriot tun würde.“

Die Süddeutsche Zeitung beklagt den zu großen Einfluss der Politik auf die Bundesbank, die nicht so unabhängig sei, wie es gesetzlich festgeschrieben sei. Sie liefere ihren Gewinn beim Finanzminister ab und beziehe ihr Spitzenpersonal aus Bund und Ländern – unabhängig davon, ob die Personen passten oder nicht. In der Vergangenheit seien meist Vorstände in die Behörde eingezogen, die etwas von Verwaltung verstehen, aber wenig von Währung, Bankenkontrolle, Finanzmärkten und Geldversorgung – anders bei der Bank von England, die Vorstandsstellen international ausschreibe. Jetzt müssten neue Regeln gefunden werden, „wenn sich ein von der Politik berufener Mann überhaupt nicht in der Notenbank einbringen will und kann, sondern sein eigenes Süppchen kocht.“

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12 Kommentare zu "Presseschau: „Als wahrer Patriot würde Sarrazin zurücktreten“"

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  • Jetzt wird sogar noch versucht die begrifflichkeit des Patriotismus zu verdrehen!

    Patriotisch wird deffiniert mit vaterlandsliebend, völkisch, national und volksbewusst. Alles Attribute, die auf Thilo Sarrazin zutreffen und unsere gewählten "Volksvertreter" vermissen lassen!

  • H. Dr. Sarrazin ist ein Patriot!
    Die Deutsche bundesbank hat hier sogar die Chance eindeutig und zweifelsfrei ihre Unabhängigkeit gegenüber der Politik und deren ökonomisch inkompetenter Migrations- + integrations-Politik zu manifestieren, um ihr einziges wesentliches Ziel: Geldwertstabilität zu realisieren!
    Meine provakante These (verbunden mit einem "kynianischen Lächeln"):
    Herr Dr. Sarrazin hat sich mit seinem buch, als verantwortungsvoller Staatsbürger im Rahmen seinem verfassungrecht-verbrieften Recht der Meinigungsfreiheit, insbesondere um dieses Ziel - Geldwertstabilität - verdient gemacht!
    Um dies beurteilen zu können, ist allerdings ein ökonomischer Sachverstand erforderlich, der den Zusammenhang zwischen den zukünftigen negativen ökonomischen Folgen der vorhandenen Migrations- + integrationspolitik und der Geldwertstabilität (Prämisse: "ceteribus paribus") erkennt; diesen Sachverstand sollte ein Prof. der Ökonomie haben. Wenn diese These als verifiziert gilt, dann muss die Schlussfolgerung lauten: nicht "feuern", sondern befördern!

  • @Sarrazin möchte bitte kalt duschen am besten neben einen Harz 4 empfänger und ihn siene gescheiterte erfolgsgeschichte seiner zunft und warum sie von dummen schlossern schweissern ärtzten als steuerzahlern gerettet werden musste.welche gene da wohl versagt haben.
    ein stinknormaler berufsinhaber schreibt ein buch und schon stürtzt sich alles darauf.
    Der Mann ist eine unbedeutsame zumutung und gehört auf abstellgleis.bei allen problemen kann ich nicht so einen stuss schreiben in dieser funktion,provokation auf untersten nivau,Das deutshe gen ist wohl geprägt von bienenfleiss,da mus ich enttäuschen,das ding der letzten jahre hies die renditejagd ist eröffnet,als beute der Staat,egal welch Nation in ihn lebt

  • "Als Patriotismus wird eine emotionale Verbundenheit mit der eigenen Nation bezeichnet. im Deutschen wird anstelle des Lehnwortes auch der begriff „Vaterlandsliebe“ synonym verwendet."

    Na, wenn Sarrazin kein Patriot sei, wer dann?
    Die wachsende Schar der politischen Unterlasser jedweder Diskussion um Verbesserungen im Lande und ignoranten bei der Artikulation von bundesrepublikanischer interessen etwa?

    im uebrigen ist mein Respekt gegenueber der bundesbank eher gestiegen, denn diese bringt sogar meinungsfreiheitliche Denker hervor.

  • Rücktritt:Koch-Köhler usw. jetzt auch: Sarrazin?: Was ist los in unserer Republik? Eine freie und ziemlich gut belegte Meinung - was ja eher eine Seltenheit ist - passt offensichtlich nicht in die neue "Offenheit für fast alle(s". Und irrtümlich wird der Meinungsträger zum Abschuss freigegeben. Aus der GEschichte wissen wir doch eigentlich: Aus dem blut der Märtyrer erwächst die Kirche!
    reginhard.

  • Niemand bringt ernsthaft das buch von Thilo Sarrazin mit der bundesbank in Verbindung.

    Es ist das gute Recht, vielleicht auch die Pflicht, von Thilo Sarazzin seine Sorgen in einem buch niederzuschreiben.

    Das Ansehen der bundesbank wird erst dann gefährdet, wenn diese auf den massiven Druck aus der Politik Thilo Sarazzin kurzfristig aus dem Amt drängt und damit selbst ihre Unabhängigkeit in Frage stellt!



  • Sarazin nutzt die Unabhängigkeit einer unserer wichtigsten institutionen aus, um ein buch zu promoten, dass nicht im Geringsten mit seiner Tätigkeit zu tun hat, dafür mit voller Absicht eine grosse Provokation eines beträchtlichen Teils der deutschen bevölkerung darstellt.
    Es grenzt an Verrat, bei seiner sonst offentsichtlichen Unfähigkeit, etwas zur Notenbankpolitik beizutragen, auch noch den Vorstandsposten zur Absicherung seiner Populisten-Karriere zu nutzen.
    Er schadet uns weit mehr als seine "Gemüsehändler". Soll er darüber nachdenken wie Griechenland bald wieder gerettet werden kann, da richtet er mehr aus, wenn er es könnte...

    - eine internationale Peinlichkeit, es ist schrecklich

  • Das verstehe noch einer. Ausgerechnet diejenigen aus unserer Migrantenwelt, die sich vorzüglich in unserer Gesellschaft integriert haben, giften am stärksten gegen das buch von S., obwohl sie gar nicht zu dem im buch adressierten Problemkreis gehören. Die in diesem buch thematisierte besorgnis ist wohlbegründet und es sollte unseren sog. Volksparteien langsam mal klar werden, dass hier aber auch nichts im grünen bereich ist und endlich Handlungsbedarf besteht. Der Druck im Kessel nimmt zu, und wenn es so weitergeht, dann fliegt er ihnen in nicht allzu ferner Zeit um die Ohren.

  • Na ihr Schreiberlinge und JonasJäger habt ihr mal wieder jemand aufs Korn genommen der nicht die Offizielle Staatsdoktrin verkündet das alle die zu uns gekommen sind und noch kommen eine bereicherung sein sollen. Wie konnte der Mensch sich das erlauben aus dem allgemeinen Gutmenschengesülze auszubrechen.
    Sind wir wieder in der Denke von 33 da war es die SS die die Leute die anderer Meinung waren verfolgte.
    Heute sind es unsere Gutmenschen.
    Mensch Leute wo ist unsere ach so hoch gepriesene Meinungsfreiheit geblieben.

  • Sonja Löwe, ich danke für ihre Meinung, zu meinen Gedanken. Leider versuchen sie wieder mit bekannten todschlag Worten zu antworten. Schade.
    Danke

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