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Presseschau Bringt die Aufseher zur Räson!

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Exodus bei Firmeneinlagen

Das Wall Street Journal warnt davor, dass viele Unternehmen in Europa ihr Geld bei den Banken abziehen. Besonders in Italien sei dieser Trend Besorgnis erregend: Die Nicht-Privatkunden hätten in den drei Monaten bis September 56 Milliarden Euro abgezogen; bei Intesa Sanpaolo seien die Firmeneinlagen um 16 Prozent geschrumpft. In Spanien hätten die Unternehmen im dritten Quartal sogar 20 Prozent abgezogen.

Diese Entwicklung sei für den europäischen Bankensektor nicht per se problematisch, zumal Institute in anderen Ländern wie Deutschland Zuflüsse bei Unternehmenseinlagen verzeichneten. Gleichwohl könnte die Schuldenkrise verschärft werden, sollten die Banken die zu erwartenden höheren Kreditkosten an die Kunden weiterreichen.

Eurobonds müssen kein Allheilmittel sein Die britische Financial Times spricht sich dafür aus, das Thema Eurobonds ganz oben auf die politische Agenda der Eurozone zu setzen. Zu befürworten sei das im „Grünbuch“ der EU-Kommission ausgeführte Model, nach dem sich jedes Land nur mit bis zu 60 Prozent seiner Wirtschaftsleistung mit „blauen“ Eurobonds verschulden darf und weitere „rote“ Anleihen von den nationalen Regierungen selbst emittiert werden müssen.

Selbst für die „schwäbische Hausfrau“ sei etwas Attraktives an diesem Modell, gibt das Blatt der deutschen Kanzlerin zu Bedenken: Die Deckelung bei den blauen Eurobonds würde die „Markt-Disziplin“ jenseits dieses Levels verstärken. „Berlin hat recht, dass dies kein Allheilmittel ist. Aber die Staatsführer suchen keine Allheilmittel, sondern politisch akzeptable Maßnahmen, die funktionieren.“

Das Nein aus Berlin zu Eurobonds müsse nicht das letzte Wort sein, kommentiert die Frankfurter Rundschau. Dass die Kanzlerin, die weder die Europäische Zentralbank aufrüsten noch Eurobonds auflegen möchte, keine Alternativen aufzeige, werten die Frankfurter als Zeichen dafür, dass Merkel am Ende wieder nachgeben werde – und aktuell taktiere, um ihren Wunsch nach einer EU-Vertrags-Veränderungen durchzusetzen, inklusive rigide Kontrolle der Defizitsünder.

Doch mit dieser Strategie habe Merkel „ein riskantes Spiel“ begonnen: „Es könnte passieren, dass es die Währungsunion nicht mehr gibt, die sie nach deutschen Plänen stabilisieren möchte. Dann aber nützen die schönsten Vertragsänderungen nichts.“

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3 Kommentare zu "Presseschau: Bringt die Aufseher zur Räson!"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Wenn Deutschland zahlt, dann haben wir jede Menge Freunde, sei es in Europa oder den USA, aber besonders in Israel.

  • Das Geschätsmodell der Banken ist nicht tragfähig. Zu lange hat man hingeschaut, immer höhere Eigenkapitalrenditen wurden durch viel zu wenig Eigenkapital ermölgicht. Was muss ein Dienstleister, im margenschwachen Bankengeschäft, eine Ziel-Eigenkapitalrendite von 25% haben? Die Banken haben von Haus aus eine viel zu geringe Eigenkapitalquote. Sehr kritische Anmerkungen zu Banken finden sich im Buch Spielgeld-ein neues Wirtschaftssystem.

  • Wann wird den Deutschen endlich klar, daß sie keine Freunde haben auf dieser welt?