Presseschau Irans Bombe lässt sich nicht wegbomben

Die internationale Presse blickt auf die (drohenden) Kriege im  Nahen Osten. EU-Diplomaten sprechen von einer „dramatischen Lage“. Soviel scheint klar: Es muss etwas geschehen - nicht nur in Syrien, auch im Iran.
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Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad während einer Militärparade. Quelle: dpa

Irans Präsident Mahmud Ahmadinedschad während einer Militärparade.

(Foto: dpa)

WiesbadenAuch wenn die Entwicklung der vergangenen Tage darauf hindeute: „Ein direktes militärisches Eingreifen des Westens in Syrien wäre zum jetzigen Zeitpunkt problematisch“, ist die Financial Times Deutschland überzeugt. Zwar dächten Assad und sein brutales Regime nicht ans Aufgaben, seien tausende Syrer und am Mittwoch zwei ausländische Journalisten gestorben. Doch ein militärisches Eingreifen würde den Konflikt auf ganz Syrien ausweiten und Racheaktionen Assads gegenüber Israel auslösen, ist die FTD überzeugt.

Auch die Verweigerungshaltung Russlands und Chinas sei für eine Staatenallianz problematisch. Daher sollten zunächst alle verbleibenden Druckmittel genutzt werden: Sanktionen verschärfen, Botschafter aus Damaskus abziehen, die Opposition klar und unmissverständlich unterstützen. Die Rebellen zu bewaffnen – bislang sei dies umstritten –, sei dabei das kleinere Übel gegenüber einer Militärintervention mit noch mehr Toten.

Es sei Zeit, dass der Westen der syrischen Opposition helfe, Bashar Al-Assads Regime zu beseitigen und das syrische Volk vor weiterem Schlachten zu bewahren, ist auch der Gastkommentator der britischen Financial Times überzeugt, ein ehemaliger CIA-Direktor für politische Islamstrategie. Natürlich sei Stabilität in Syrien für den Westen wichtig, gerade inmitten hitziger Rhetorik zwischen Iran und Israel – darauf spekuliere auch Syrien. Doch je länger das syrische Regime sich halte, desto blutiger werde sein Ende.

Schon jetzt befinde sich Syrien im Bürgerkrieg und die Gelegenheit für eine friedliche Lösung sei längst verstrichen. Die Zahl der Vorfälle werde den Westen zum Handeln zwingen. „Er sollte es lieber jetzt tun, als warten“, ist die FT überzeugt. „Die Hilfe sollte damit beginnen, eine Schutzzone für die Opposition und desertierende Militärs einzurichten“, schlägt der FT-Gastkommentator vor, ähnlich wie im Nordirak 1991. Nahrung, Wasser, Kleidung, Medikamente und technische Ausrüstung sollten dort abgeworfen werden. Verletzten die syrischen Truppen die Schutzzone sollte der Westen die Opposition bewaffnen und mit ihr effektive militärische Verteidigungsstrategien ausarbeiten. 

Bevor die Opposition bewaffnet werden könne, müsse sie erst vereinigt werden, gibt das zur Washington Post-Gruppe gehörende Onlinemagazin Foreign Politics zu bedenken. Die bleibe nämlich auch elf Monate nach Beginn der Aufstände gespalten und stärke so das Regime Bashar Al-Assads. Bei all den bislang gescheiterten Versuchen, die Opposition zu vereinigen, sei es an der Zeit, Hilfe von außen zu erwägen.

Die „Freunde Syriens“-Gruppe die am Freitag in Tunis tage, biete die beste Plattform für eine arabisch geführte Mediationsinitiative zur Bildung einer neuen Koalition verschiedener syrischer Oppositionsgruppen, die dann als legitime Repräsentanten des syrischen Volkes anerkannt werde und materielle und finanzielle Hilfe zu leisten, ist das Onlinemagazin überzeugt.

„Wenn ein Angriff leicht wäre, hätte Israel ihn längst gestartet“
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13 Kommentare zu "Presseschau: Irans Bombe lässt sich nicht wegbomben"

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  • http://www.youtube.com/watch?v=Ybb7SCWLcQ8&feature=related

    VORSICHT 3. WELTKRIEG !!!!!!!

  • Das Völkerrecht, die Charta der Vereinten Nationen, die Satzung der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) und manche internationalen Resolutionen verbieten ausdrücklich jede Drohung gegen friedliche Nuklearaktivitäten. Resolution 533 der 33. Generalkonferenz der IAEA vom Oktober 1990 betont unter anderem folgende Punkte:

    Jeder bewaffnete Angriff auf Nuklearanlagen, die friedlichen Zwecken dienen oder im Bau befindlich sind, ist verboten.
    Jeder bewaffnete Angriff auf und jede Drohung gegen friedlichen Zwecken dienende Nuklearaktivitäten stellen eine Verletzung der UN-Charta, des Völkerrechts und der Satzung der Internationalen Atomenergiebehörde dar.
    Ein bewaffneter Angriff auf Nuklearanlagen kann zum Austritt von radioaktivem Material führen und innerhalb und außerhalb der Grenzen des angegriffenen Landes schwerwiegende Folgen haben.
    Ein Angriff oder die Androhung eines Angriffs auf friedliche Nuklearaktivitäten wird die weitere Entwicklung der Nuklearenergie gefährden.
    Ein bewaffneter Angriff oder die Androhung eines bewaffneten Angriffs auf eine in Betrieb oder sich im Bau befindliche, geschützte Nuklearanlage schafft eine Situation, gegen die der Sicherheitsrat aufgrund der Bestimmungen der UN-Charta umgehend Maßnahmen einleiten muss.
    Alle Länder sind aufgefordert, nach dem Völkerrecht einem Land, auf dessen friedliche, geschützte Nuklearanlagen ein bewaffneter Angriff unternommen wird, sofort zu helfen, wenn das Land darum bittet.
    Alle Mitgliedstaaten sind aufgefordert, entsprechend der UN-Charta zu den Entscheidungen des Sicherheitsrates hinsichtlich eines angegriffenen Lands Stellung zu nehmen.

    Quelle:http://www.ag-friedensforschung.de/regionen/Iran/voelkerrecht2.html

  • dein Kmmmentar ist beleidigend. Und ich lehne Krieg generell ab. Und wie gesagt: krieg aufgrund von vermutungen hatten wir schon mal...(Irak 2003)
    Und Nun? Chaos im Irak...Anschläge, Machtkämpfe...nix mit Massenvernichtungswaffen!Und keine Atomraketen, die Europa innerhalb einer 3/4h hätten treffen können.
    Außerdem wäre dann Irak auch weg gewesen (nukl. Gegenschlag von Frankreich GB oder Russland)
    Wenn Irak die Bombe gehabt hätte, wären die nie angegriffen worden so siehts aus.

    Wollt ihr ernsthaft krieg mit Iran? Mit allen konsequenzen? Auch wenn der eskaliert? Was, wenn Russland und China ihre Interessen da mit verteidigen wollen und sich einklinken? Das kann sehr böse ausgehen.

  • NEIN!
    IRANS BOMBE IST NICHT BEWIESEN!
    Im Irak hats es auch nicht gestimmt. Lernt man denn nichts aus den Fehlern? wenn man jetzt wieder danebenliegt, wäre Die IAEA blamiert!
    der CIA glaubt auch nicht, dass die die bauen.

    http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/naher-osten-und-afrika/CIA-Teheran-baut-keine-Atombombe-/story/31908488

    UND: Iran ist vorbereitet!
    Ein Präventivschlag ist zudem ein Angriffskrieg und damit völkerrechtswidrig. Israel sollte man verurteilen dafür vor der UN.

    Erschreckend, wie viele einen Krieg befürworten würden.
    Geht doch selber an die front und kämpft.
    Irak hatte auch verloren im Golfkrieg gegen Iran.

    Iran ist ein harter Brocken. Heult nicht, wenn die nicht nachgeben.

    Vielleicht zieht es uns Deutsche auch mit rein.

    Ich hoffe, es kommt überhaupt nicht zum Krieg!
    Es sollten Verhandlungen geführt werden, wo beide Seiten was von haben und man sollte auf De-eslakation setzen.
    (Zugeständnisse Irans gegen Aufheben von Sanktionen)

    Es könnte sonst sein, dass Iran dann erst recht die Bombe will: als Abschreckung.
    Drohen und Sanktionen verschärfen eher den Konflikt, als ihn zu lösen. Warum wollen das manche nicht begreifen?

  • Wie kann man überhaupt in Erwägung ziehen, Atomanlagen anzugreifen???

    Reichen die Unglücke in Tschernobyl und Fukushima nicht aus??

    Zudem ist Busher - im Gegensatz zu Ossirak und dem Teil in Syrien - ein LAUFENDES AKW!

    Abgesehen von der riesen Verseuchung sterben da Menschen! Iraner sind auch Menschen!

    Lasst das sein!
    UND:Lasst die Finger vom roten Knopf!!
    Es könnte sogar ein 3. WK werden!

  • "Ein Gesprächsbeginn nach dem Beginn des iranischen Neujahrsfests am 21. März gilt als möglich."

    Quelle: Gmx-Nachrichten "Atomgespräche ohne Sinn?"

    Ich hoffe, Israel übt sich bis dahin in Geduld.

    Und: Gespräche müssen auf eine Win win -Situation hinauslaufen. Beide Seiten müssen was davon haben. Wie schon mal in einem Ähnlichen thread geschrieben, sollte man für die Zugeständnisse des irans auch schrittweise die sanktionen wieder zurücknehmen.

    Die wichtigsten Punkte sollten die Urananreicherung und der Zugang zu den Anlagen sein, meiner Meinung nach.

    Vorschläge:

    1. Urananreicherung nicht über 20%, und das regelmäßig überprüfen lassen
    >>>Im Gegenzug Aufhebung des Ölembargos (ohnehin überflüssig und nutzlos, wie man gesehen hat)

    2. Zutritt zu den Atomanlagen (uneingeschränkt)
    >> dafür Wegfall der Sanktionen gegen die Zentralbank

    gibt bestimmt noch andere punkte, die berücksichtigt werden sollten.
    Worauf ich hinauswill: es muss beiderseitiges geben und Nehmen sein, damit die verhandlungen was bringen

  • http://www.youtube.com/watch?v=JdFXiQRjhMY&feature=related

    hört mal hier rein: ist sehr aufschlussreich :-)

  • ...Wenn Iran zusichert, dass die ihre 20% nicht überschreiten und auch das regelmäßig überprüfen lassen, könnte man auch dafür wieder eine Sanktion zurücknehmen. Das "Runterfahren" der Sanktionen könnte die Situation weiterhin entspannen.
    Meiner Meinung sollte man jetzt auf De-eskalation setzen. Im Moment ist leider das Gegenteil der Fall.
    Zudem steigen die Ölpreise immer weiter, was sich auch auf andere Branchen auswirken kann.
    Ich hoffe sehr, und auch für den Weltfrieden, dass man noch eine Lösung findet - zusammen mit Iran - die NICHT Krieg heißt.
    Ich habe ein sehr ungutes Gefühl wo das hinführt.
    Das könnte sogar einen 3. Weltkrieg auslösen.

  • "Von der Landkarte tilgen"
    Bundeszentrale für politische Bildung mußte falsche Wiedergabe einer Äußerung von Irans Präsidenten korrigieren

    »Das Besatzungsregime muß von den Seiten der Geschichte verschwinden.« Oder weniger blumig ausgedrückt: »Das Besatzungsregime muß Geschichte werden.« Das sei etwas deutlich anderes als das, was weltweit in den Medien und von der Bundeszentrale behauptet werde und beschreibe ein politisches Ziel, um das es allen am Frieden im Nahen Osten Interessierten gehen müsse.

    Wann kommt das endlich mal an, dass Iran Israel NICHT vernichten will???

  • 1. Wie sicher ist wirklich, dass Iran Atomwaffen baut?
    IAEA ist besorgt, CIA sagt, die bauen keine.
    Was stimmt nun?
    http://www.tagesanzeiger.ch/ausland/naher-osten-und-afrika/CIA-Teheran-baut-keine-Atombombe-/story/31908488
    2. Irak hatte letztlich auch keine Atomraketen, die innerhalb einer 3/4 h hätten Europa angreifen können. Da lag man daneben, was die Massenvernichtungswaffen des Iraks betraf. Leider wurde das erst nach dem Angriff auf Irak festgestellt.
    Will man nun gegen Iran den gleichen Fehler nochmal machen? Insbesondere, wenn das Atomprogramm des Irans noch ungeklärt ist?
    3. Glaubt jemand ernsthaft, das Iran seine eigene Vernichtung in Kauf nehmen würde???
    Wenn das stimmen sollte, und Iran so eine Bombe losschicken würde, würden israelische und amerikanische Früherkennung iranische Raketen doch schon beim Start erfassen und einen nuklearen Gegenschlag einleiten. Anschließend gäbe es den Iran nicht mehr.
    Würde Iran DAS riskieren???
    Ich glaube nicht.
    4. Ich habe öfter Warnungen gelesen, das ein Krieg gegen Iran einen Flächenbrand in der Region, oder auch darüber hinaus auslösen kann, und das auch noch weitere Staaten in den Krieg ziehen kann.
    Sind sich Israel und USA der Konsequenzen bewusst?
    Ich mache mir ernsthaft Sorgen, dass wir in einen sehr großen Krieg stürzen.
    Man sollte mit Iran verhandeln, und nicht immer nur drohen. Sonst erreicht man das was man verhindern will: eine Atommacht Iran. Drohungen verstärken leider den Wunsch nach Atomwaffen, anstatt das zu verhindern.
    Man könnte zum Beispiel anbieten, die Sanktionen schrittweise zurückzufahren.
    Im Gegenzug muss Iran die IAEA in wirklich alle Anlagen reinlassen.
    Deren Urananreicherung liegt nach dem, was ich in der Presse lesen konnte, bei 20%. Für eine Atombombe sind aber 85% nötig. Wenn

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