Presseschau Wal-Mart will Afrika zähmen

4,6 Milliarden Dollar will der Handelsriese Wal-Mart für die Übernahme der drittgrößten südafrikanischen Handelskette Massmart ausgeben. Aber bei der internationalen Wirtschaftspresse stoßen die Afrika-Pläne nicht nur auf ein positives Feedback.
  • Maxim Kireev
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Der börsentägliche Blick in die internationale Wirtschaftspresse. 

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Die britische Financial Times steht Wal Marts 4,6 Milliarden Dollar schweren Übernahme der drittgrößten südafrikanischen Handelskette Massmart mit gemischten Gefühlen gegenüber. Einerseits sei Massmart das Sprungbrett in 14 andere afrikanischen Märkte. Außerdem könne der Riese aus Arkansas seine globale Nachfragemacht einsetzen, um Preise zu senken und Margen zu erhöhen. „Andererseits waren die Profite aus den anderen Auslandsinvestitionen von Wal-Mart nicht gerade beeindruckend“, argumentiert das Blatt. Auf der Gewinnerseite seien die Konsumenten in dem Land. Auch von den Aufsichtsbehörden sowie von der größtenteils schwarzen Belegschaft sei kein Widerspruch zu erwarten. Lediglich die anderen lokalen Ketten müssten sich auf mehr Konkurrenz einstellen.

Auch das Wall Street Journal erinnert an die fehlgeschlagenen Investitionen Wal-Marts in Süd Korea und Deutschland, aus denen sich der Konzern 2006 wieder zurückgezogen habe. In Südafrika könnte es jedoch anders laufen: Die Amerikaner kämen vor den großen internationalen Konkurrenten, außerdem werde der Filialist davon profitieren, dass immer mehr Verbraucher von den traditionellen Märkten auf moderne Einkaufcenter umsteigen würden. Eine ähnliche Entwicklung habe Wal Mart bereits in anderen Märkten wie Brasilien geholfen. „Auch wenn Afrika riskant ist, ist es eine Quelle potenziellen Wachstums“, schließt die Zeitung. Angesichts der Sättigung im US-Markt und den Problemen in den meisten anderen Ländern, dürfte die Aktie von Wal-Markt aber nicht zu stark wachsen.

Die Übernahme von Massmart passe in die Strategie von Wal-Mart, durch den Kauf bereits starker Marktteilnehmer in neue Länder vorzudringen, schreibt Market Watch. Für Wal-Mart spiele die Musik im internationalen Geschäft. Das Wachstum in den USA sei zuletzt mäßig gewesen – teils durch Marktsättigung und Rezession, aber auch durch falsche Entscheidungen, etwa Sortimentskürzungen oder die verstärkte Preissenkung einzelner Artikel, statt auf dauerhaft niedrige Preise zu setzen. Afrika sei ein unerschlossenes Terrain, in dem Wal-Mart seine Qualitäten voll entfalten könne. „Es ist ein riesiger und vielfältiger Markt, der sich aber auch als schwer zu zähmen erweisen könnte“, warnt das Blatt. Es habe jedoch niemand gesagt, dass es einfach sei, die Welt des Handels zu regieren.

 

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