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Presseschau Deutschland als letzter Euro-Anker

Seite 2 von 2:
Was die EU-Krise mit der UdSSR verbindet


Die russische Zeitung Vedomosti vergleicht die Krise in der Europäischen Union mit der Krise, die zum Zerfall der UdSSR geführt habe. Die wichtigste Gemeinsamkeit liege darin, dass beide Unionen mit einer Verflechtung struktureller und makroökonomischer Krisen zu kämpfen hätten. Die wichtigste Lektion, die Europa von Russland und der Sowjetunion lernen müsse, sei die Unvermeidbarkeit der Reformen. Die UdSSR habe so lange wie möglich versucht, die wirtschaftliche Liberalisierung aufzuschieben – bis sie zusammengebrochen sei. Auch das neue Russland sei nicht um diese Reformen herumgekommen. Je länger der Prozess des Hinauszögerns dauere, desto höher falle der Preis aus. Europa müsse die Krise dazu nutzen, eine echte Fiskalunion zu schaffen, was wiederum der erste Schritt zu einer echten Strukturreform der EU wäre.

Die Wirtschaftswoche bilanziert den CDU-Parteitag als „sinnfreies“ Jahrestreffen „delegierter Ja-Sager zwecks Akklamation gegenwärtiger Kabinettspolitik“. Einmal mehr habe sich die CDU als Partei profiliert, die dem gesellschaftlichen Trend mit zehnjähriger Verspätung folge – und die „träge Masse“ und Mitte der Deutschen immer dann einsammele, wenn das politische Avantgardistische mehrheitsfähig geworden sei. Die „Wertevergessenheit“ sei für Merkel selbst kein Drama – sie werde womöglich 2013 noch einmal Kanzlerin. Für ihre Partei sei sie jedoch ein Desaster: „Ihr Abstieg ins schwarze Loch der Orientierungslosigkeit hält unvermindert an.“

Aus Sicht des Spiegel hat Merkels „Einschläferungsstrategie“ – die bei den vergangenen Bundestagswahlen bestens geklappt habe – nicht nur den politischen Gegner, sondern auch die eigene Partei erfasst, weshalb eine Debatte in Leipzig ausgefallen sei. „So steht Merkel unangefochten da, als allmächtige Kanzlerin dominiert sie ihre Partei wie Helmut Kohl auf dem Höhepunkt seiner Macht. Nur: Wie allmächtig ist eine Parteichefin, die ihrer Partei nicht einmal ein Minimum an Debatte zutraut?“

Dass die CDU mit ihrem Beschluss zum Mindestlohn für die Zeit nach 2013 die Tür zur SPD und den Grünen aufgeschlossen habe, sei ein Zeichen dafür, dass sich die Partei endgültig als taktische Partei positioniert habe. Zu diesem Ergebnis kommt Michael Spreng in seinem Blog Sprengsatz. Zwar würden die Parteien auf diesem Kurs immer ähnlicher und verwechselbarer, doch die Zahl der Machtoptionen steige im Gegenzug. „Es müssen nur noch die Wähler mitspielen“, meldet Spreng Zweifel an.


Die Frankfurter Rundschau untersucht das Verhältnis der CDU-Mitglieder zur Kanzlerin. Obwohl diese von ihrem Typ her eher eine Anti-Heldin sei, habe sie jetzt in der Partei eine Art Heldenstatus bekommen, allerdings erst, nachdem die anderen CDU-Helden verschwunden seien. Passend zu Merkels Heldentum sei ihre Rede nicht mit Jubel, sondern mit dem Applaus eines Publikums bedacht worden, das den Eindruck habe, es habe soeben die Philharmoniker gehört.

Die Handelszeitung aus der Schweiz applaudiert der Meldung, dass Kaspar Villiger früher als ursprünglich geplant im Frühjahr 2012 als UBS-Verwaltungsratspräsident abtritt und seinen Posten für den deutschen Nachfolger Axel Weber räumt Dies sei insofern konsequent, als das „Modell Villiger“ gescheitert sei. Der Anspruch, dass ein Politiker auf wirtschaftlichem Parkett Reformen durchführen solle und dabei primär auf die Eigenschaften Glaubwürdigkeit und Volksnähe setze, sei rückblickend nicht aufgegangen. Stattdessen sei Villiger seit seiner Amtsübernahme im März 2009 zum „Wolf im Schafspelz“ mutiert und habe sich eindeutig auf die Seite der Banker und ihrer exorbitanten Bonuszahlungen gestellt.

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11 Kommentare zu "Presseschau: Deutschland als letzter Euro-Anker"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Seit gestern ist es offensichtlich geworden: Wir haben keine Eurokrise, sondern eine Staatsverschuldungskrise, die als Hebel benutzt wird, um den Dollar als Welt-Leitwährung in Position zu halten. USA müsste sich in die Reihe mit Griechenland und Italien stellen, wenn der US Dollar als Leitwährung ausgedient hätte. Die Politik des billigen und inflationären Geldes würde dann voll auf die USA zurückschlagen. Als Leitwährung wird viel von dem ungesunden Gebaren der US Geldmanager und ihrer Profiteure von der Welt kompensiert. Und: Als Spekulant an der Wall Street möchte man gerne die Leitwährung des Landes haben in der man die Politiker kontrollieren kann.

  • Zitat:
    "Was die EU-Krise mit der UdSSR verbindet".

    Ich würde sagen die Frage ist falsch gestellt, richtig müsste es lauten:
    "Was die EU mit der UdSSR verbindet".

    Kaum noch etwas, die Strukturen gleichen sich immer weiter an, die einseitige Berichtertattung ist auch schon spürbar. Alle schreien nach mehr Europa, zumindest alle die nicht aus dem Volke kommen...

    Die Macht der ehemals souveränen Völker innerhalb der EU ist auch längst erloschen, die Behauptung die Völker seien noch der Souverän gleicht einer einzigen Pharse. Unter dem Deckmantel der Eiligkeit in der Kriese sind Wahlen "hinderlich", stattdessen werden in allen Ländern -siehe Italien oder Griechenland- nach und nach Subjekte eingesetzt die eigentlich alle aus der EU kommen bzw. dort oder in deren nähe vormals hohe Ämter inne hatten.

    Wer gegen diesen sich aufbauenden Neusozialismus aufbegehrt wird sofort öffentlich als nationanostalgiker oder auch rechtspopulistisch (was auch immer das sein mag) denunziert.

    Der einzelne zählt nicht mehr, der persönliche Wohlstand wird auf die Masse pervertiert. Wer dumm genug ist zu leisten soll doch bitte auch dumm genug sein zu verschenken. Die Brüsseler Gleichmacherei wird zur neuen Religion erkoren und durchgeboxt -koste es was es wolle.

    Die Krise mutiert zur Ermächtigung der Bürokraten diese neue EUDSSR voran zu treiben. Die Profiteure verstecken sich hinter den vielzitierten Märkten und machen Kasse.
    Nun lechzen sie bereits nach der Druckerprese der EZB und vermutlich wird diese, südländisch korrupt gefühte BadBank auch den Rufen folgen.

    Dann werden wir auch das wertlose Geld der UdSSR geerbt haben.

    Wilkommen liebe Genossen in der EUdSSR


  • Sie haben völlig Recht. Die Bundesregierung müsste jetzt klar und öffentlich Stellung gegen diese Inflationspolitik beziehen (ggf. auch mit radikalen Konsequenzen drohen). Das tut sie nicht und so werden die Grenzen weiter ausgetestet.

    Es bleibt spannend, wer zuerst einknickt.

  • Spätestens jetzt dürfte auch dem letzten Volldeppen klar sein was angerichtet worden ist! Diejenigen die jetzt noch die Euro-Proganda und ein weiteres Hineinziehen lassen in dieses Desaster verantworten, müssen nach dem Zusammenbruch zur Verantwortung gezogen werden!

  • "Eigentlich müßte der Euro 'Ikarus' heißen, denn er wird wie dieser abstürzen."

    (Professor Wilhelm Hankel)

    "Die Währungsunion ist ein großer Irrtum, ein abenteuerliches, waghalsiges und verfehltes Ziel, das Europa nicht eint, sondern spaltet."

    (Ralf Dahrendorf, liberaler Vordenker, Dezember 1995)


    "Es gibt keine Zentralbank der Welt, die von der Politik so unabhängig ist wie die Europäische Zentralbank."

    (Wim Duisenberg, erster EZB-Präsident, Juni 1998)


    "Auf mittlere Sicht erwarte ich, dass die Preise für Autos und Medikamente sinken. Der Euro ist kein Teuro. Er ist genauso hart wie die D-Mark, auch im Verhältnis zum Dollar."

    (Hans Eichel, ehemaliger Lehrer)


    "Der Euro ist ein riesiger Erfolg. Wenn wir ihn nicht hätten, stünden wir um vieles schlechter da."

    (Theo Waigel, 2008)


    "Es wird nicht so sein, dass der Süden bei den sogenannten reichen Ländern abkassiert. Dann nämlich würde Europa auseinanderfallen. Es gibt eine 'no bail out rule'. Das heißt, wenn sich ein Land durch eigenes Verhalten hohe Defizite zulegt, dann ist weder die Gemeinschaft noch ein Mitgliedstaat verpflichtet, diesem Land zu helfen."

    (Horst Köhler, damals Finanzstaatssekretär)

    um Platz im Forum zu sparen, wird hiermit (vorerst) die Zitate Sammlung beendet.

  • von einem Nutzer der W.O.de abgeschrieben: das Wiegenlied des Untergangs. Die maximale GarantieVerschuldung Deutschlands wird eingeleitet..denn jedes Land das aus dem "Rettungsschirm" für die Banken ausscherrt..übergibt seine Verbindlichkeiten aus dem ESFS an Deutschland, Endgame. Deutschland wird als "Garant" für die Schulden für immer zerstört...denn die Schulden sind nicht bezahlbar.

  • Wahrscheinlich ist das Gold gar nicht mehr da und deshalb wird es auch nicht als Lösung in der Krise in Betracht gezogen.

  • Eine "Bazooka", oder für den, der Ahnung hat "Panzerfaust"/"Panzerabwehrhandwaffe" ist nur für denjenigen zweckmäßig, der sie auch abfeuert. Ist man das Ziel, wird man im Idealfall vernichtet. Steht man aber als Kamerad in der Rückstrahlzone, wird man einen qualvollen Verbrennungstod erleiden. Feuert der Schütze die Panzerfaust im Liegen und hat sein Bein noch in der Rückstrahlzone, wünscht man sich tot zu sein.
    Hat man als Panzerfaustschütze alles richtig gemacht und feuert ins Ziel, ohne Verluste auf der eigenen Seite zu erleiden, sollte er sich schleunigst aus dem Staub machen, um nicht selbst zum Ziel zu werden. Leider ist die EZB zu träge für sowas, da sie mit Spaghetti und Gyros vollgestopft ist.

  • Für diejenigen, die immer noch nicht kapieren, wie der Hase läuft...

    "Sorry Deutschland. Die Geschichte hat sich wieder einmal gegen euch verschworen. Ihr müsst zwei Billionen Euro rüberschieben, eure Zentralbank korrumpieren und 5% Inflation akzeptieren, oder ihr werdet für die Götterdämmerung verantwortlich gemacht. Das ist nicht fair, aber das ist, was Währungsunion immer bedeutet hat. Haben sie euch das nicht gesagt?"
    (Ambrose Evans Pritchard, der Kolumnist des Daily Telegraph, 27.09.11)

  • Weil es die Sache genau trifft. Die Junkies (Anleiheverkäufer) probieren von ihrem Dealer (EZB) mehr Rauschmittel(Geld) zu bekommen. Da dieser sich weigert, werden nun härtere Bandagen angelegt. Man probiert die Eurozone in Richtung GB und USA zu treiben, die die "Geldbazooka" (Quelle Artikel) ja shcon ausgepackt haben.

    Mich wundert das ein dt. Presseorgan die Sache erstmals beim Namen nennt.

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