Presseschau Wulff könnte für Merkel zu Bedrohung werden

Aus der Bundespräsidenten-Affäre könnte schnell eine Causa Merkel werden, kommentieren heute die internationalen Medien. Für die Kanzlerin komme der Skandal zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt.
  • Daniel Lenz
20 Kommentare
Kanzlerin Merkel würde sich wohl am liebsten wegducken vor Wulffs Eskapaden. Quelle: dpa

Kanzlerin Merkel würde sich wohl am liebsten wegducken vor Wulffs Eskapaden.

(Foto: dpa)

Aus der Affäre Wulff drohe eine Causa Merkel zu werden, kommentiert die Süddeutsche Zeitung. Zwar trage der Bundespräsident die Verantwortung dafür, dass er das ihm anvertraute Amt entwürdigt habe. Doch wenn in der Politik nur ansatzweise das Verursacherprinzip gelte, müsse auch die Kanzlerin zur Rechenschaft gezogen werden – sie habe Wulff ins Amt gehoben. Forderung der Münchner: Merkel müsse endlich den Schaden, den sie angerichtet habe, auch selbst begrenzen, indem sie Wulff zum Rücktritt drängt.

Die Bild-Zeitung dokumentiert die eigene Anfrage ans Bundespräsidialamt, die dem umstrittenen Anruf von Christian Wulff auf der Handy-Mailbox von Chefredakteur Kai Diekmann vorausgegangen sei.

Im Kommentar erklärt das Berliner Blatt, dass es für Christian Wulff unmöglich geworden sei, sein Amt fortzusetzen. Er sei in einer ganzen Reihe von Affären gefangen, „mal dubios, mal halbseiden, mal katastrophal“, weshalb es kaum vorstellbar sei, wie er auf einen Schlag in allen Fragen reinen Tisch machen könne. Aktuell verschanze sich Wulff hinter dem Titel des Bundespräsidenten. „Er missbraucht das Amt, um im Amt zu bleiben. Das geht nicht.“

Der frühere Bild-am-Sonntag-Chef Michael Spreng schießt in seinem Blog sprengsatz scharf gegen die früheren Springer-Kollegen. Um sich selbst nicht die Finger schmutzig zu machen, habe die Zeitung den vertraulichen Inhalt eines Telefonates an die Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung und die Süddeutsche Zeitung weitergegeben, „die sich für das Schlusskapitel instrumentalisieren ließen“.

Unabhängig davon seien Wulffs Drohungen beim Bild-Chefredakteur „unsagbar dämlich“ und insofern „lächerlich“, als Wulff in Kenntnis der „Bombe auf Kai Diekmanns Handy“ in seiner Erklärung zur Kreditaffäre noch über die Pressefreiheit geredet habe, ohne rot zu werden. Fazit: Im Abgang schaffe es Wulff, die Bild und den Bild-Chefredakteur zu Helden der Pressefreiheit zu machen. „Sauber hingekriegt, Herr Präsident.“

Merkel scheint Wulffs Verhalten als peinlich zu empfinden
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20 Kommentare zu "Presseschau: Wulff könnte für Merkel zu Bedrohung werden"

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  • ja!
    Wulff ist Opfer einer Kampagne. Wulff ist ein Gegner von ESM/ESFM (s. Lindau, Herbst 2011) Merkel will ein Gesetz für ESM/ESFM. Wulff muß es unterschreiben, soll es inkraft treten. Merkel ist schon mehrfach Widersacher auf fragliche Art losgeworden. (Merz, Koch, Stoiber..) warum nicht auch Wulff und deshalb, Wulff muß bleiben, als letzte Bastion gegen ESM/ESFM.

  • Ihr Titel:
    Wulff könnte für Merkel zu Bedrohung werden
    Das sehe ich genau so.Da hat Herr Wulff Heute der Kanzlerin einen Bärendienst erwiesen.
    Sie hätte lieber sagen sollen er soll zurücktreten.
    Jetzt meine ich wird Sie getreten.

  • Ihr Titel:
    Wulff könnte für Merkel zu Bedrohung werden
    Das sehe ich genau so.Da hat Herr Wulff Heute der Kanzlerin einen Bärendienst erwiesen.
    Sie hätte lieber sagen sollen er soll zurücktreten.
    Jetzt meine ich wird Sie getreten.

  • Wulff ist für Merkel eine Gefahr! Er ist überhaupt nicht für ESM und ESFM, wie er bereits im Herbst in Lindau auf einer Veranstaltung öffentlich verkündete. Es könnte also sein, dass er Merkels Gesetz zur Plünderung der Republik nicht unterschreibt und es damit für Merkel zum Rohrkrepierer würde. Das wäre ihr politischer Tod und daher bedient sie sich alt bewährter Verfahren um mißliebige Widersacher los zu werden. (s. Merz, Koch..)
    Wulff ist das Opfer einer Merkel-Kampgane um ihren Kopf aus der Schlinge zu retten. Der Tod des ESM/ESFM wäre Merkels Tod. Wulff ist die letzte Bastion, die uns vor der Merkelschen Plünderung bewahren kann. Ich hoffe er tut es und erweist sich als Ehrenmann.

  • Habe gerade das ARD Interview mit Herrn Wulf gesehen, ein erbärmlicher Auftritt!

  • habe bei youtube eben einen sehr guten video kommentar zur thematik gefunden!
    http://www.youtube.com/watch?v=NyYwlnJXanI

  • Die einzige Dummheit Wulffs bestand ja wohl darin, der Bild in die Falle zu tappen und in heraufprovozierter Erregung auf die Mailpox zu Texten. Das heutige Interview war schon in Ordung. Ein Würdenträger sollte auch würdevoll behandelt werden. Deshalb kann man als Bundespräsident ein Interview nur so durchführen, wie es stattgefunden hat. Seriösität und Niveau sind leider bei unseren Journalisten zu dünn gesäht als dass man allgemeiner einladen könnte. Billige Schmierfinken geben nichts darum eine Demokratie kaputt zu schreiben. Auch ist klar, dass Merkel-Gegner alles in Ihrem Umfeld der Kanzlerin demontieren wollen, wo Sie selbst nicht zu packen ist und eben einen tadellosen Job tut.
    Nur noch das: Eine Zeitung ist der Pressefreiheit nicht würdig, wenn sie Prominente anruft und sagt: Wenn wir unser Interview mit Privatstory und Privatfros nicht bekommen, werden wir kübelweise Scheisse über Sie und Ihre Familie auskippen. Schade, dass das noch nicht von einer Mailbox aufgezeichnet wurde.

  • Die stellung des hohen Amtes gebietet es " zu gehen "

    Herr Wulff tun Sie das auch.

  • Das sehe ich auch so





  • Man kann HINCLICKEN wo und wann man möchte - überall das gleiche Bild:
    Die Mehrheit fordert den sofortigen Rücktritt von Christian Wulff. Besonders interessant fand ich eine Abstimmung auf tagesschau.de, denn dort stimmten gestern bis 18:21 Uhr
    44857
    Menschen aus unserer Heimat mit
    JA
    für den sofortigen Rücktritt von Christian Wulff. Mit „NEIN“ stimmten 4183 Personen und WEISS NICHT / IST MIR EGAL fanden 1185. Insgesamt wurden bis 18:21 Uhr insgesamt
    50225 Stimmen
    abgegeben. In Prozentwerten bedeutet dieses Ergebnis: 89,3% JA Stimmen / 8,3% NEIN Stimmen und 2,4% WEISS NICHT / IST MIR EGAL Stimmen. Selbst der korrekte Hinweis „Das Ergebnis dieser Umfrage ist nicht repräsentativ - Rundungsbedingt kann es zu Abweichungen kommen“ fehlte nicht. Dieses Ergebnis tagesschau.de deckt sich mit allen anderen mir bekannt gewordenen Abstimmungen in den letzten 48 Stunden. Die Rücktrittsforderungen liegen zwischen 78% und 93%. Bei einem so eindeutigen Abstimmungsergebnis muss man vom WILLEN des deutschen Volkes sprechen.
    Tiefer Graben und das regelmäßige Zurückerinnern hilft manchmal enorm weiter. Bereits im Dezember 2007 veröffentlichte die „unsere“ Bildzeitung die überraschende Neuigkeit: Christian Wulff und seine Lebensgefährtin erwarten ein Kind und werden heiraten. Eine romantische Liebe wie aus trivialen Kitsch - Roman? Ministerpräsident, liebender Mehrfachvater, fremdgehender, sexlüsternder Geliebter und christlicher, fürsorglicher Noch - Ehemann. Viele haben Christian Wulff dafür gnadenlos beneidet und bewundert. Wie konnte der vermeintliche „SUPERMANN“ dieses gigantische Pensum schaffen? Heute wissen wir es besser:
    Er kann es nicht! - Und hat quasi „ALLES“ in den Sand gesetzt!
    Udo Piasetzky / Vorstandsvorsitzender / Deutscher Rentenschutzbund e.V.
    Kontaktdaten
    drsb@deutscher-rentenschutzbund-ev.de

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