Sentix Marktradar Gold ist nichts für schwache Nerven

Gold gehörte in diesem Jahr nicht gerade zu den erfolgreichsten Anlageklassen. Zuletzt ging es auch eher abwärts mit dem Preis für das Edelmetall. Die Zweifel der Anleger wachsen und wachsen.
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Gold gilt als sicherer Hafen. Doch die Kursausschläge sind heftiger geworden. Quelle: dpa

Gold gilt als sicherer Hafen. Doch die Kursausschläge sind heftiger geworden.

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DüsseldorfVon wegen sicherer Hafen – im Jahr 2012 mussten Gold-Anleger starke Nerven haben. Nach dem steilen Anstieg  auf mehr als 1.750 US-Dollar zu Jahresbeginn, als der Goldpreis binnen weniger Wochen mehr als 200 Dollar zulegte, folgte eine empfindliche Rutschpartie. Im Spätsommer setzte das Edelmetall zur nächsten Kursrally an und notierte zeitweise bei fast 1.800 Dollar. Mittlerweile ist der Goldpreis wieder auf rund 1.700 Dollar zurückgekommen.

Seit Anfang des Jahres hat die Notierung zwar immer noch fast sechs Prozent zugelegt. Aktien und Anleihen haben sich allerdings deutlich besser entwickelt. Allein der Deutsche Aktienindex (Dax) kommt auf ein Plus von 25 Prozent. Während der Dax in den vergangenen Tagen neue Jahreshochs erklommen hat, gab der Goldpreis weiter nach. 

Kein Wunder, dass die Stimmung der Anleger mit Blick auf das Edelmetall schlechter wird. „Wir befinden uns in einer längeren, hartnäckigen Konsolidierung und das nagt an den Nerven“, sagt Manfred Hübner von Sentix. Das Analysehaus befragt wöchentlich mehr als 3.800 institutionelle und private Investoren und liefert so einen Einblick in die Psychologie der Börsianer. Im Sommer war die mittelfristige Stimmung für Gold extrem positiv, doch seit einigen Wochen wachsen die Zweifel.  Der sogenannte strategische Bias fällt. Dieser Wert zeigt die Grundüberzeugung der Anleger und ihre strategische Ausrichtung.

Noch schneller als die mittelfristigen Erwartungen kippt allerdings die kurzfristige Stimmung.  Dieser auch Sentiment genannte Wert gibt Aufschluss über die kurzfristige Marktmeinung. Hoher Optimismus kann ein Warnzeichen für eine bevorstehende Konsolidierung sein, negative Extreme sind in der Regel ein Hinweis auf eine Kurserholung. „Noch ist die kurzfristige Stimmung aber nicht schlecht genug, es fehlt ein wenig Angst“, analysiert Hübner.  „Ein Test der Marke von 1.680 Dollar könnte diese Angst auslösen.“ Aktuell notiert der Goldpreis nur noch knapp über dieser Marke.

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36 Kommentare zu "Sentix Marktradar: Gold ist nichts für schwache Nerven"

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  • "Zuletzt ging es auch eher abwärts mit dem Preis für das Edelmetall."
    Das sind die selben Verlaufskurven wie 2011. Im umsatzschwachen Feiertagsumfeld werden zum Jahresende noch mal massiv die Preise gedrückt, damit man sagen kann:
    "Gold gehörte in diesem Jahr nicht gerade zu den erfolgreichsten Anlageklassen."
    Warten wir mal auf Mitte Januar...

  • Wenn Zentralbanken per Terminverkäufe
    (Stichwort: Gold Lease Rates)
    Goldansprüche massiv verkaufen und damit die Preise drücken,
    um dann Kassa physisch(!) zu kaufen, was sie bekommen können,
    dann ist höchste Zeit, um selbst zu kaufen, physisch natürlich!

  • Wenn Zentralbanken per Terminverkäufe
    (Stichwort: Gold Lease Rates)
    Goldansprüche massiv verkaufen und damit die Preise drücken,
    um dann Kassa physisch(!) zu kaufen, was sie bekommen können,
    dann ist höchste Zeit, um selbst zu kaufen, physisch natürlich!

  • Der Euro ist nichts für schwache Nerven!
    Denken Sie mal darüber nach, dass Gold Geld sein könnte und jegliches Papier"geld" ein -gebrochenes- Versprechen.
    Wenn im Verhältnis zum physischen Goldhandel das 80-fache an "Papier"gold in Form von Lieferansprüchen gehandelt wird,
    wenn an Tagen mit wichtigen Terminen 30 % der Jahresproduktion binnen einer halben Stunde per Termin verkauft werden in Form von Lieferansprüchen - Gold, das niemand hat und das es auch nicht gibt - dann ist es kein Wunder, wenn die Preise stark schwanken wegen dieser Manipulationen.
    Sehen Sie nicht den Preis von Gold - in Papier"geld",
    sehen sie den Wert von Gold:
    eine BILD-Zeitung kostete 1964 10 Pfennig, eine Unze Gold 200 DM. Also konnte man 1964 mit einer Unze 2000 Zeitungen kaufen.

    eine BILD-Zeitung kostet heute 70 Cent, eine Unze Gold 1400 Euro. Also kann man heute mit einer Unze 2000 Zeitungen kaufen...
    Das können Sie auch mit dem Mercedes durchrechnen, der 1964 4500 Mark kostete, und mit vielen anderen Sachwerten. (Gut, über den Sachwert der BILD könnten wir jetzt streiten...).
    Wenn aber alle Sachwerte über die Zeit zueinander gleichwertig bleiben, sich aber in Papier"geld" im Preis ver-zig-facht haben,
    dann ist es das doch nur das Papier"geld", das seinen "Wert" verändert...

    Der Euro ist nichts für schwache Nerven!

  • Niemand wird gezwungen Gold zu kaufen, wer will kann ja in Lebensversicherungen, Riester, Bausparverträge, Sparbuch, Aktien, PIIGSFZanleihen oder Immobilien investieren.

    Und Gold dient nicht zur Spekulation, sondern zur Absicherung. Das wird immer wieder vegessen und natürlich kann man Gold essen, bei Baumwollscheinen der EZB bin ich mir da nicht ganz so sicher.

  • Gold ist eine Lemmingefalle. Gold drücken, heißt soviel wie, in steigende Kurse zu verkaufen. Wie macht das ein vernünftiger Händler sonst?

    Während der großen Depression kauften die Bauern Gold und Schmuck für eine Handvoll Kartoffeln. Daher sagt man einem guten Geschäftmann heute noch nach, er besäße Bauernschläue.

    Daß Eichelburg im Dienst von Händlern und Banken stehen könnte, scheint mir zumindest plausibel.
    Gold ist industriell wertlos geworden in den letzten Jahrzehnten. Lediglich die Gigaherz-Optik verwendet eine dünne Goldbeschichtung. Der Rest ist Schmuckindustrie. Luxus, ein Markt, um sich zu betäuben, oder für Wirtschaftswunderzeiten.

    Überall werden Verschwörungen gewittert, daß die Banken ihre Bestände abbauen und dafür die Wirtschaftskrise nutzen, so läßt sich im Untergang Reibach machen.

    Denn einen Goldstandard wird es aus rein quantitativer Sicht nicht mehr geben. Das ist Wildwest, Postkutschenzeit.

  • @ oldi habe vor kurzem welches verkauft, da war der abschlag 6% vom börsenkurs, war das beste was ich finden konnte, auch wenn es sicher irgentwo bessere möglichkeiten gibt.

  • Zitat: "Wer wirklich krisensicher sein will, muss einen Beruf lernen wie Arzt.."

    Was sind Sie denn für einer? Sie können doch den Börsenbrokern hier nicht mit so etwas Weltfremden wie einem sinnvollen Beruf kommen. ;)

  • Naja wenn Anteile an Nestle, BASF , VW und Co wertlos sind, wird man mit Gold auch nichts mehr so viel anfangen können.

    Wer wirklich krisensicher sein will, muss einen Beruf lernen wie Arzt - das st etwas das man wirklich braucht und einem im Gegensatz zu Gold auch nicht weggenommen werden kann.

  • Da freut sich der Staat, denn Platin ist nicht wie Gold MWST-frei!

    Also erst mal 19% Verlust gemacht und via MWST Griechenland mitfinanziert.

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