Sentix Marktradar Institutionelle Anleger stocken Aktienpositionen auf

Der Optimismus ist zurück, Großanleger greifen wieder vermehrt zu Aktien. Hintergrund sind einerseits die positiven Konjunkturdaten, zudem stärkt die Aktienrally selbst die Zuversicht. Das könnte ein Warnsignal sein.
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Seit Jahresanfang geht es an der Börse deutlich nach oben. Quelle: dpa

Seit Jahresanfang geht es an der Börse deutlich nach oben.

(Foto: dpa)

FrankfurtDie institutionellen Aktienanleger richten ihre Aktienportfolios offensiver aus. Die jüngste Erhebung von sentix zu den Investitionsgraden privater und institutioneller Anleger weist bei den Profis die höchste Aktienquote seit Juni 2011 auf. Gegenüber dem Jahreswechsel hat diese Anlegergruppe ihre Investitionen um rund 20 Prozent erhöht.

Den Grund für diese offensivere Gangart erhalten die Fondsmanager und Vermögensverwalter von deutlichen konjunkturellen Lichtblicken, die erstmals durch die sentix Konjunkturindizes zum Jahresstart sichtbar wurden. Diese Hoffnungen auf bessere Wirtschaftszeiten übertragen sich in eine gestiegene Wertwahrnehmung, welche von sentix durch die mittelfristigen Aktienmarkterwartungen gemessen wird. Und diese mittelfristige Stimmung hat sich auch in der abgelaufenen Woche nochmals verbessert, was auf ein anhaltendes Kaufinteresse der Anleger deutet.

Prinzipiell ist der Zusammenhang von besserer Wertwahrnehmung und nachfolgend positivem Investitionsverhalten gegeben. Allerdings laufen sowohl ein Dreh in den Konjunkturerwartungen als auch eine geänderte Wertwahrnehmung der Kursentwicklung typischerweise mehrere Wochen voraus.

Die Top-und Flop-Aktien im Januar

Wer die Anleger begeistert - und wer enttäuscht

GLOBAL PVQ SE INHABER-STAMMAKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005558662
Börse
HAM

-0,00 -7,14%
0,00€
Chart von GLOBAL PVQ SE INHABER-STAMMAKTIEN O.N.
Q-Cells
1 von 21

Q-Cells

Das einstige Vorzeigeunternehmen der Solarbranche steckt in ernsten Schwierigkeiten: Die Geschäfte laufen schlecht und das Eigenkapital ist aufgebraucht.

Vorstandschef Nedim Cen hofft, die Pleite doch noch abwenden zu können. „Eine Insolvenz steht im Augenblick nicht zur Diskussion“, betonte er. In den seit Wochen laufenden Gesprächen mit den Gläubigern habe Konsens darüber geherrscht, dass dies keine Option sei. Die Liquiditätslage und der Geschäftsplan hätten alle davon überzeugt, weiter zusammenzuarbeiten, sagte Cen.

Die Aktie des Unternehmens fiel auf den tiefsten Stand seit Bestehen des Unternehmens.

Kursentwicklung: - 35,1 Prozent

ZOOPLUS AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0005111702
Börse
L&S

+1,10 +0,75%
+148,88€
Chart von ZOOPLUS AG INHABER-AKTIEN O.N.
Zooplus
2 von 21

Zooplus

Die Zahlen von Zooplus kamen an der Börse nicht gut an. Die Aktien des Online-Händlers für Haustier-Produkte rauschten innerhalb eines Tages mehr als zehn Prozent nach unten. Dies war der größte Tagesverlust der Unternehmensgeschichte. „Das Umsatzwachstum schwächt sich ab“, sagte ein Börsianer. „Da ist dieses Kursniveau nicht zu rechtfertigen.“ Analysten halten Zooplus im Branchenvergleich immer für teuer, obwohl der Kurs im Vergleich zum Rekordhoch im November etwa um die Hälfte gefallen ist.

Kursentwicklung: - 14,7 Prozent

IVG Immobilien

WKN
ISIN
Börse
n. a.

Chart von IVG Immobilien
IVG Immobilien
3 von 21

IVG Immobilien

Die meisten Immobilienaktien sind im Januar unter Druck geraten - am heftigsten erwichste es IVG Immobilien. Die unerwartete Kapitalerhöhung im Dezember kurz nach der Verlängerung von Krediten mit einem Volumen von zwei Milliarden Euro sei kein Schritt zu einer besseren Finanzstruktur, sondern eher bezeichnend für die Herausforderungen für die Immobiliengesellschaft, schrieb Julian Livingston-Booth von Goldman Sachs Branchenstudie. Die hohe Verschuldung mache IVG recht anfällig, sollte ihr Immobilienportfolio sich etwa im Zuge einer Konjunkturabkühlung verschlechtern. Der Analyst stufte die Aktie von "Neutral" auf "Sell" ab und senkte das Kursziel von 3,00 auf 1,80 Euro.

Kursentwicklung: - 14,1 Prozent

Software AG

WKN
ISIN
Börse

Chart von Software AG
Software AG
4 von 21

Software AG

Die Software AG hat die Anleger mit schwachen Zahlen enttäuscht: Weil die Geschäfte in den USA nicht gut liefen, gingen Umsatz und Gewinn deutlich zurück. Der zweitgrößte deutsche Software-Konzern verdiente im Schlussquartal 17 Prozent weniger als vor Jahresfrist. Der Umsatz sank währungsbereinigt um neun Prozent.

Die im Technologieindex TecDax gelistete Aktie brach daraufhin ein.

Kursentwicklung: - 11,8 Prozent

SUEDZUCKER AG INHABER-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007297004
Börse
L&S

-0,24 -2,14%
+11,12€
Chart von SUEDZUCKER AG INHABER-AKTIEN O.N.
Südzucker
5 von 21

Südzucker

Im MDax gehörten die Aktien von Südzucker zu den größten Verlierern. Grund für das Minus waren die schwachen Zahlen der Südzucker-Tochter CropEnergies.

Die Commerzbank hat das Kursziel für die Aktie dennoch auf "Buy" mit einem Kursziel von 27,10 Euro belassen. Der Ergebnisrückgang des Biokraftstoffherstellers aufgrund von Einmal-Effekten sei etwas enttäuschend, schrieb Analyst Dennis Schmitt in einer Studie. Allerdings sei der Einfluss von CropEnergies auf die Südzucker-Zahlen gering. Es bleibe deshalb bei seiner Einschätzung.

Kursentwicklung: - 8,5 Prozent

AIR BERLIN PLC REGISTERED SHARES EO -,25

WKN
ISIN
GB00B128C026
Börse
L&S

-0,01 -23,81%
+0,01€
Chart von AIR BERLIN PLC REGISTERED SHARES EO -,25
Air Berlin
6 von 21

Air Berlin

Air Berlin hat einen neuen Großaktionär: Die Fluggesellschaft Etihad ist neuerdings mit genau 29,21 Prozent der Stimmrechte größter Einzelaktionär. Der Einstieg soll Air Berlin aus der Finanzklemme helfen. Die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft kann bei Etihad außerdem in den nächsten fünf Jahren Darlehen bis zu einer Gesamthöhe von 255 Millionen US-Dollar aufnehmen.

Der Einfluss der Maßnahme auf seine Bewertung der Aktie sei aber begrenzt, schrieb Analyst Hartmut Moers in einer Studie. Seine Schätzungen für das operative Geschäft werde er so lange nicht ändern, bis Synergien durch die Partnerschaft mit der arabischen Fluggesellschaft zu erkennen seien, die bis auf das Ergebnis durchschlügen. Moers belässt die Aktie auf "Neutral".

Kursentwicklung: - 7,3 Prozent

DAIMLER AG NAMENS-AKTIEN O.N.

WKN
ISIN
DE0007100000
Börse
L&S

-1,27 -2,22%
+56,09€
Chart von DAIMLER AG NAMENS-AKTIEN O.N.
Daimler
7 von 21

Nun zu den Top-Aktien des Monats...

Daimler

Im vergangenen Jahr war Daimler mit einem Abschlag von mehr als 30 Prozent das Schlusslicht unter den deutschen Autoaktien. Im Januar holte die Aktie wieder deutlich auf. Doch Analysten meinen, dass das Potenzial damit wieder ausgeschöpft ist. Nach dem erfreulichen Kursanstieg der letzten Wochen im Rahmen des verbesserten Börsenumfelds sehe er derzeit keine Impulse mehr für die Daimler-Aktie, schrieb Analyst Zafer Rüzgar von Independent Research. Nachteile für den Automobilkonzern sehe er vor allem auf der Kostenseite, die vorerst anhalten sollten. Belasten dürfte auch das eingetrübte Marktumfeld im Lkw-Geschäft. Der Analyst hat Daimler von "Halten" auf "Verkaufen" abgestuft, aber das Kursziel von 35,00 auf 37,00 Euro angehoben.

Kursentwicklung: + 26,7 Prozent

Das ist diesmal nicht der Fall. Vielmehr scheinen die steigenden Aktienkurse einen nicht unerheblichen Erklärungsbeitrag in diesem Puzzle zu liefern – und das wäre gefährlich. Gerade die anstehende politische Agenda der nächsten Wochen sollte eine vorsichtigere Gangart der Anleger rechtfertigen, doch davon ist wenig zu spüren. Neben den erhöhten Aktienquoten wird nämlich auch der Branchenmix deutlich offensiver gestaltet und selbst die lange verschmähten Bankaktien profitieren von dem Stimmungsumschwung. So sollte es nicht verwundern, wenn die Anleger in den nächsten Wochen nochmals auf die Probe gestellt werden und sich dann erweisen muss, wie sattelfest die zunehmend bullishere Grundausrichtung ist.

Auch am Rentenmarkt zeigten die Anleger jüngst ein offensives Kaufverhalten und investierten in längere Restlaufzeiten. Dieses Anlageverhalten steht durchaus argumentativ im Widerspruch zu den Faktoren, welche die Aktienstimmung derzeit heben. Die reichlich ausgeschenkte Notenbankliquidität hebt demnach alle Boote, was kaum auf Dauer der Fall sein dürfte. Da scheint der Rohstoffmarkt die sinnvolle und durch die sentix-Daten auch gut unterstützte Alternative zu sein. Sowohl die Edelmetalle als auch das Öl erfreuen sich einer steigenden Anlegergunst und zeichnen sich zudem durch positive Marktpreismuster aus.

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1 Kommentar zu "Sentix Marktradar: Institutionelle Anleger stocken Aktienpositionen auf"

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  • Zitat: "Der Optimismus ist zurück, Großanleger greifen wieder vermehrt zu Aktien. Hintergrund sind einerseits die positiven Konjunkturdaten, zudem stärkt die Aktienrally selbst die Zuversicht. Das könnte ein Warnsignal sein."

    Diese Art von Meldungen mag ich.

    Die Kurse steigen; das könnte ein Warnsignal sein. Die Kurse fallen; das könnte ein Warnsignal sein. Die Kurse stagnieren; das könnte ein Warnsignal sein.

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