Anlegerskandal Der Protz und Prunk der S&K-Chefs

Anleger verloren große Teile ihres Vermögens, als sie bei S&K investierten. Der Bundesanzeiger listet auf, welche Besitztümer die Verantwortlichen anhäuften. Darunter: Goldbarren, Rolex-Uhren und heiße Schlitten.
Update: 19.09.2013 - 11:10 Uhr 13 Kommentare
Stephan Schäfer und Jonas Köller, die Günder von S&K liebten ausgelassene Feiern. Quelle: WirtschaftsWoche

Stephan Schäfer und Jonas Köller, die Günder von S&K liebten ausgelassene Feiern.

(Foto: WirtschaftsWoche)

DüsseldorfSie lebten in Saus und Braus. Anleger kennen die Verantwortlichen der Frankfurter Immobiliengruppe S&K vor allem von ihren Partybildern im Internet: Bodybilder-Figur, umgeben von halbnackten Frauen, schnellen Autos und Luxusvillen, genehmigten sie sich ihre Feierabend-Drinks.

Anleger sehen solche Bilder nicht so gerne, schließlich denken viele, dass die Herren gerade ihr Vermögen verprassen. Der Anlageskandal um die Frankfurter S&K-Immobiliengruppe ist derzeit das größte Betrugsverfahren in Deutschland. Die Frankfurter Staatsanwälte ermitteln gegen 85 Verdächtige, darunter die beiden Geschäftsführer der Kapitalanlagegesellschaft S&K als Hauptbeschuldigte.

Sie stehen im Verdacht, mit einem sogenannten Schneeballsystem Anleger geprellt zu haben. Dabei wird das Geld der Anleger gar nicht investiert, sondern neue Einzahlungen genutzt, um die Ausschüttungen an alte Gläubiger zu bezahlen.

Ein Blick in den Bundesanzeiger dürfte den angeblich geprellten Anleger die Zornesröte ins Gesicht treiben. Denn das Organ listet im Internet die persönlichen Besitztümer der S&K-Verantwortlichen auf: Jonas Ufuk Köller, der zurzeit in der Justizvollzugsanstalt Koblenz einsitzt, und Stefan Stephan Schäfer, der in der JVA Weiterstadt auf den Prozess wartet.

Das Sammelsurium der in „dringlichen Arrest“ Befindlichen liest sich wie das Inventar eines prall gefüllten Gangsterrapper-Hellsangels-Zuhälter-Safes. Dazu zählen etwa Autos wie ein Porsche Cayenne und ein Maserati. Zu Köllers Besitz zählen die Staatsanwälte außerdem ein „Motorrad- Chopper 'After Hour Bike'“ zu einem Schätzwert von 100.000 Euro.

Dazu Uhren, drei Rolex, zwei Hublot und eine Glashütte zum Schätzpreis von jeweils 5000 Euro. Weiterhin eine lange Liste an Musiktechnik im Wert von mehreren tausend Euro, ein Silberarmband und Bargeld in verschiedenen Währungen im fünfstelligen Eurobereich. Und: Grundbucheinträge, gepfändete Konten und Versicherungsverträge.

Die Liste: Uhren, Diamant, Goldbarren
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13 Kommentare zu "Anlegerskandal: Der Protz und Prunk der S&K-Chefs"

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  • Was soll man von diesem Artikel halten ? Prozessbeeinflussung?
    Sensationgier? Spießige Selbstbefriedigung für Moralapostel?

    Hier wird die öffentliche Meinung angestachelt vor dem Urteil? Das ist Blockwartmentalität.

    Wahrscheinlich werden die Herren ob ihres Geschäftsgebarens verurteilt werden, was den Zugriff auf ihr Privatvermögen erlaubt. Woraus das besteht ist eigentlich nur in soweit von Belang, als das es verwertbar ist.

    H.

  • Wow - welch eine Schreibe @Treudoof.
    Chapeau :-)

  • Was gibt das HB diesen Kriminellen ein Forum!!! In regelmäßgen Abständen wird das Thema aufgewärmt. Anstatt den Geschädigten praktische Hilfestellung in Form von Tipps zu geben, werden die Machenschaften dieser zwei Emporkömlinge in die weite Welt getragen. HB, hinterfragt Euer Handeln!

  • Also die I-Pads und I-Phones in der Liste sind ihr Geld auch nicht mehr wert, wenn das Verfahren abgeschlossen ist. Die müsste man sofort verkaufen, als "leicht verderbliches Gut"

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich.

  • Die meisten können eine Bilanz und GuV von einem recht einfach gestrickten Industrieunternehmen nicht analysieren, geschweige denn bewerten ("Goodwill"!).
    Kaum einem gelingt das bei Banken.
    Dann kommen Immobilienunternehmen als ultimative Klasse...viel Spaß dabei. Da müssten 99,99999% aller Menschen ihre Finger raushalten - wenn sie sich selber gegenüber ehrlich sind.
    Bleibe bei meiner Meinung: Nur Dumme machen sowas.

  • @ hanwufu

    Wie erklärst Du dir dass?

    Noch Fragen!?

    Dein S&K Team aus der JVA Weiterstadt

    http://www.bild.de/regional/frankfurt/frankfurt-am-main/die-neue-residenz-der-s-und-k-chefs-29286540.bild.html

  • Die IVG ist ein schönes Beispiel wie viele Firmen und v.a. Fonds in der Anlageklasse Immobilien ticken. Die achten immer nur auf den (angeblichen) Wert der Immobilien, aber nicht auf die Mieteinnahmen. Oder anders: Diese Firmen unds Fonds machen ganz groß Marketing mit ihrem AUM, aber bei der Frage wie hoch die Mieteinnahmen sind bricht das große Schweigen aus.

    Im Immobilienmarkt wird der Verkehrswert (z.B. §194 BauGB) zur Bewertung herangezogen, z.B. es wird eine neulich verkaufte ähnliche Immobilie als Vergleichswert herangezogen und dann interpoliert. Wenn aber die vorher verkaufte Immobilie ebenfalls sich ungefähr am Verkehrswert orientierte, entsteht ggf. Fehlbewertungskaskade. Und dann entsteht die lustige Situation, dass der (bilanzierte) Verkehrswert auch mal astronomisch von Discounted Cashflow Modellen abweicht (z.B. Tobins q-Modell).
    Natürlich darf ein solche Diskrepanz niemals auffallen, sodass solche Firmen/Fonds lieber leerstehen lassen und (fiktive) überteuerte Mieten anbieten die zum (fiktiven) inflationierten Verkehrswert passen.
    In der vorletzten Stufe wirft ein hoher Leerstand wieder Fragen zur Bewertung auf. Aber weil es anderen Firmen/Fonds genauso ergeht, können diese ihren Immobilien sich noch gegenseitig (zum aufgeblähten Verkehrswert) verkaufen. Natürlich schön verschleiert, damit es nicht ganz plump wirkt. Und schon sind alle wieder ein paar Jahre happy, keine Abwertungen in der Bilanzaktiva vorzunehmen.
    Am Ende hilft dass alles nichts, weil ja seit Jahren kaum Mieteinnahmen erzielt wurden, um bspw. die Rechnungen für die Instandhaltung und sonstigen lfd. Kosten abzudecken. Failure to Pay, Aus die Maus.

  • Ich finde es irgendwie schlimm, dass S&K andere Gesellschaften in die Schei** geritten hat, indem diese aufgekauft und ausgenommen wurde.

    Ich kann nur hoffen, dass ebenfalls die ganzen Winkeladvokaten und Sachverständige mit auf die Anklagebank gesetzt werden und nicht minder harte Urteile wie die beiden Hauptbetrüger. Die Staatsanwaltschaft sollte wirklich zusehen die maximale Anzahl an Involvierter die maximal möglichen Strafen durchzuboxen.

    Bei den Schadensersatzforderungen sollte sich niemand viel Hoffnung machen. Falschberatung ist ziemlich schwer nachweisbar, und am Ende gibt es beim Angeklagten eh nicht viel zu holen. Aber mit einer Anzeige kann man wenigstens darauf hoffen, dass die Reputation des Angeklagten ruiniert wird. Hier gilt je mehr klagen, desto besser, weil ja nur 1 durchkommen muss um den Anlageberater zu fic*en.

  • Im Gegensatz zum Göker kann man hier nur sagen: Wer da investiert hat, hat es gar nicht besser verdient. Dummheit gehört gestraft.

    Bei Göker wurden zb auch ältere Menschen mit tollen Namen wie Allianz und Co übers Ohr gehauen, das war eine andere Betrugsklasse.

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