Bargeldbegrenzung 500-Euro-Schein spaltet die Nation

Der Bankenverband hält wenig von der Debatte über Beschränkungen des Bargeldeinsatzes. Eine Umfrage des Verbandes zeigt jedoch: Die Deutschen sehen die Bargeld-Debatte nicht ganz so kritisch.
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Mehr als 600 Millionen Exemplare des Scheins sind im Umlauf. Quelle: ap
Prüfung eines falschen 500-Euro-Scheins

Mehr als 600 Millionen Exemplare des Scheins sind im Umlauf.

(Foto: ap)

FrankfurtDie Debatte in Deutschland tobt: Soll das Zahlen mit Bargeld begrenzt werden? Ist der 500-Euro-Schein ein Werkzeug, das vor allem von Kriminellen eingesetzt wird? Ausgelöst hat die Diskussion ein Vorstoß des Finanzministeriums, Transaktionen ab 5.000 Euro in bar zu begrenzen.

Die Bankenverbände haben sich dazu sehr skeptisch geäußert und versuchen mit Daten einer Umfrage die eigene Position zu untermauern. Bargeldobergrenzen im Alltag hielten 37 Prozent der Befragten für „gut“ oder „sehr gut“ und 58 Prozent für „nicht so gut“ oder „schlecht“, der Rest ist unentschieden.

Allerdings hatte der Verband nicht nach einer 5.000er-Grenze gefragt, sondern die eintausend telefonisch befragten Erwachsenen mit der Aussage konfrontiert: „Wenn größere Beträge – etwa ab 1.000 € – nur noch mit Karte bezahlt werden könnten, fände ich das ...“ Dass nicht nach der diskutierten 5.000-Euro-Marke gefragt wurde, begründet ein Sprecher des Bundesverbands deutscher Banken (BdB) damit, dass die Fragen mit dem Umfrageinstitut GfK bereits vor Bekanntwerden des Vorstoßes des Ministeriums abgestimmt worden waren. Die Umfrage fand dann vom 1. bis 5. Februar statt – da war die Debatte schon entfacht und konnte die Antwortenden beeinflussen.

Auch zur etwa von SPD-Fraktion und Korruptionsbekämpfern geforderten Abschaffung des 500-Euro-Schein ließ der Verband fragen. Das Ergebnis: Die Nation ist gespalten. 45 Prozent halten ein Ende der Banknote für „sehr gut“ oder „gut“, 34 Prozent für „nicht so gut“ oder „schlecht“. Ein Fünftel ist unentschieden.

Sowohl die Bargeldobergrenze als auch die Abschaffung großer Geldscheine wird im Zuge der Terrorismus- und Korruptionsbekämpfung gefordert. Andere Länder haben bereits Obergrenzen für den Einsatz von Bargeld, in Italien etwa liegt das Limit bei 3.000 Euro.

Schäuble: Bargeld-Debatte „völlig falsch verstanden“ worden
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37 Kommentare zu "Bargeldbegrenzung: 500-Euro-Schein spaltet die Nation"

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  • Engelbert, Du hast Recht,

    in Amerika läuft wirklich alles besser:

    die haben eine tolle Krankenversicherung, eine Altersvorsorge
    das F.-Überraschungsei ist verboten wegen Kleinteile aber kinder dürfen kleine ,echte automatische Waffen besitzen..........

  • Wer kauft sich denn ein Auto für 5.000-6.000 Euro ????

    Da bekomme ich ja mal gerade einen Roller dafür

  • Ich finde, das Bargeld gehört völlig abgeschafft.
    Es jammern doch nur die,die dann nicht mehr wissen, wie sie ihr Schwarzgeld loswerden sollen.
    Das gibt eine Menge Selbstanzeigen und der Staat kassiert mehr Steuern, und das ist gut so.
    Mein Gehalt kommt auf mein Konto, und ich zahle nur mit Karte,habe nix zu verbergen,kassiere allerdings auch nichts am Finanzamt vorbei.

  • Die Bargeldabschaffung ist eine reine staatliche Überwachung. Es ist schon mehr als unverschämt wenn diese verdammten Politiker immer mehr versuchen die bürgerlichen Freiheiten einzuschränken. Man versteckt sich hinter dem Deckmantel, Terroristen oder Geldwäscher, leichter ausfindig machen zu können. Gibt es bei den Politikern nichts Wichtigeres zu tun? Das liegt vielleicht daran, daß wir viel zu viele Politiker haben, und diese nicht wissen, was sie mit ihrer Zeit anfangen sollen.
    Die USA haben ca. 320 Millionen Einwohner und 435 Abgeordnete und 100 Senatoren.
    Deutschland mit ca. 82 Millionnen Einwohner hat 630 Bundestagsabgeordnete.
    DIe USA würde bei unserer Einwohnerzahl mit 138 Abgeordneten auskommen. Da fragt man sich, warum haben wir im Verhältnis 482 Abgeordnete mehr. Und diesen Unsinn muss der kleine Mann bezahlen.

  • Wie kann man an einem 500-Euro-Schein eine Debatte entzünden und von einer Spaltung sprechen?

    Ich möchte behaupten, dass mehr als die Hälfte der Deutschen fragt, wie seht der denn aus?

    Richtig ist, dass es seitens der Bundesregierung legitim ist, den 500-Euro-Schein aus dem Verkehr zu ziehen, wenn sie von dessen Wert nicht mehr überzeugt ist. Das setzt sich natürlich nach unten fort und wir landen letztlich wieder bei einer Edelmetallwährung. Wäre das wirklich so schlimm?

  • Schäuble hätte garantiert die Anahme verweigert, wenn es seine Bargeldgrenze damals schon gegeben hätte. Genauso wie ein Illegaler Waffenhändler von einem Terroristen die Annahme von mehr als 5.000,- Oironen mit Hinweis auf den Schäuble-Akt verweigern wird. Sicher.

  • @ Josef Schmid: Wenn ich " Guthaben " in größeren Mengen bar auf dem Konto rumzuliegen lasse, hätten Sie recht. Mein Geld muss aber arbeiten, und mehr Geld verdienen.

    Profitieren Sie nicht von reichhaltigen Aktien-Dividenden oder momentan von supergünstigen Immobilienfinanzierungen ?

  • Zitat: "Bitte versuchen Sie sich doch mal -natürlich nur REIN THEORETISCH- vorzustellen, ob ihre Lebensqualität vielleicht eingeschränkt sein könnte, wenn es kein Bargeld mehr gäbe und das Konto wegen Rasur bzw. Sperrung nix mehr hergäbe."

    @Herr Horn; meine Barschaft beträgt (gerade geschätzt) 0,06% meines in irgendwelchen Rechnern gespeicherten "Vermögens" . Ich muss mir also nicht großartig vorstellen, dass es theoretisch nur eines Tastendrucks bedarf, finanziell ruiniert zu sein. Das ist so. Es beeindruckt mich nicht.

  • @ Stein, das ist zwar vom Grundsatz her richtig, das heißt aber noch lange nicht, dass man illegale Geschäfte oder gemischte Zahlungen unterbinden kann

  • In der Tat hätte Herr Schäuble auch seinen 100.000 DM Koffer entgegen nehmen können, wenn es zu dieser Zeit schon Zahlungsbegrenzungen bis 5000 DM gegeben hätte. Wer hätte ihn hindern können?

    Herr Schäuble selber?

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