Bedrohung des Finanzsystems Bafin-Chefin will Schattenbanken bekämpfen

Bafin-Präsidentin Elke König will die Regulierung von Schattenbanken möglichst schnell in Angriff nehmen. Denn diese bilden eine „Gefahr für die Stabilität des gesamten Finanzsystems“.
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Die Präsidentin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Elke Koenig: „Wir können uns mit der Regulierung von Schattenbanken keine Zeit mehr lassen.“ Quelle: dapd

Die Präsidentin der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin), Elke Koenig: „Wir können uns mit der Regulierung von Schattenbanken keine Zeit mehr lassen.“

(Foto: dapd)

Deutschlands oberste Finanzaufseherin drängt darauf, endlich einen strukturellen Sprengsatz für das Weltfinanzsystem zu entschärfen. „Wir können uns mit der Regulierung von Schattenbanken keine Zeit mehr lassen“, sagte Bafin-Präsidentin Elke König dem Handelsblatt. Denn dort könnten Risiken aufgebaut werden, „die zur einer Gefahr für die Stabilität des gesamten Finanzsystems“ führten.

Schattenbanken sind Institute, die bankähnliche Aufgaben wie Finanzierungen erledigen, ohne der Bankaufsicht zu unterliegen. Dabei handelt es sich vorrangig um Hedge Fonds, Geldmarktfonds, aber auch Zweckgesellschaften — Institute also, die bekannt sind für ihre riskanten Geschäfte. Nach Expertenschätzungen hat sich das Finanzvolumen der Schattenbanken zwischen 2002 und 2010 auf 46 Billionen Euro mehr als verdoppelt. Und die schärfere Überwachung von „normalen“ Banken bietet zusätzliche Anreize, Geschäfte in den kaum regulierten Schattenbankensektor zu verlagern. Deshalb warnt König: „Wenn wir nicht bald wesentliche Fortschritte erzielen, ist es nur eine Frage der Zeit, dass sich Krisenherde außerhalb unseres Radars bilden.“

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5 Kommentare zu "Bedrohung des Finanzsystems: Bafin-Chefin sagt Schattenbanken den Kampf an"

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  • Ich habe viel Verständnis für Frau König, aber sollte Sie sich nicht darum bemühen Ihrem eigentlichen Auftrag zuerst nachzukommen und diesen zur Zufriedenheit zu erledigen?

    Es macht keinen erkennbaren Sinn das Aufgabenfeld zu vergrößern, wenn man das kleinere Aufgabenfeld nicht im Griff hat.

    Die BAFin hat Ihre Aufgabe zu keinem Zeitpunkt so unzeitgemäß durchgeführt wie in den letzten 25 Jahren. Vielleicht lag es aber auch daran, dass sie Geschäfte zugelassen hat, die sie selbst nicht verstanden hat oder nicht intellektuell überwachen konnte oder wollte.

  • Ich möchte einen Gegenvorschlag bringen:

    "Das Eigenkapital von Banken ist um Beteiligungen an sogenannten Schattenbanken zu reduzieren. Als Schattenbanken gelten alle Finanzinstitute, die BAFin als solche ausmacht."

  • Der übliche Unfug ! Diese Institutionen sind ohnehin 'beyond reach', ausser Reichweite. Was diese Institutionen so gefährlich macht, ist doch nicht die mangelnde Regulierungsichte, sondern die phänomenale Möglichkeit, mit den Staatsschulden zu spekulieren. Und daran sind nicht Hedgefonds, sondern allein die Staaten schuld, die bedenkenlos auf Pump leben und genau wissen, dass sie nie in der Lage sein werden, die Schulden zurück zu zahlen. Da liegt der 'Brandsatz'. Und gerade dies Schneeballsystem bricht dann zusammen, wenn die "Schattenbanken" die Schulden der Staaten nicht mehr finanzieren können oder dürfen. Jene blauäugige ältere Dame im Bafin-Turm sollte daher generell den Ankauf von Staatsanleihen verbieten - und zwar egal woher, denn seien wir doch einmal ehrlich: Glauben Sie daran, dass die Bundesrepublik ihre Schulden tatsächlich eines ganz fernen Tages zurückzahlen wird ? Nee, liebe Leute, Mutti Merkel rollt den Schneeball munter weiter ...

  • Nette Idee - aber wo soll der saubere Collateral herkommen? Wir fangen ja nicht bei Null an. Ein erzwungenes Unwinding der seit Jahren in den Büchern stehenden fragwürdigen Sicherheiten bei den Banken macht die Banken kaputt. Schauen Sie sich die Leverage Ratios an, da hilft nur gesundbeten und ein Sell-Off in einem besseren Markt.

    Für die Zukunft halte ich Ihren Vorschlag für durchaus interessant, auch wenn ich ihre Theorie noch nicht ganz verstanden habe.

    Wenn eine Großbank ihre besten Trader in einen Hedge Fund auslagert und dort investiert, z.B. mit 500 Mio. € - was muss nach der Leineweber Rule dann geschehen. Lohnt sich dann das Outsourcing noch - oder wird es aus wirtschaftlicher Unsinnigkeit eingestellt?

  • Die "Leineweber-rule" muss her. Die Regulierung geht ganz einfach: Sobald sich Banken an diversen Modellen der Schattenbanken beteiligen, haben sie ein 50% Ausfallrisiko in die Bücher zu nehmen. In Konkreto hat jeder institutuionelle Anleger zusätzlich zu seinem Investment (von 100%) 50% als unverzinsliche Barreserve auf einem Konto der nationalen Notenbank zu hinterlegen, was das BaFin und ein europaweites Aufsichtsamt überwacht. Wird festgestellt, dass die Sicherheiten um 10% zu knapp bemessen sind, (Schwellenwert 45%) wird die gesamte Einlage abgezogen und das Investment bei der Schattenbank ohne Regressansprüche aufgelöst. Alle Finanzprobleme dieser Welt sind per sofort gelöst, wenn man diese Regel weltweit implementiert. Es handelt sich hier um die so genannte "Leineweber-rule", ein Konstrukt das dem Erfinder bereits jahrelang bekannt ist. Nach den obigen Zahlen wären Sicherheiten in Höhe von 23 Billionen zu stellen. Das dumme Geschwätz über eine Finanztransaktionssteuer kann man sich dann abschminken. Eingezogenes Spekulantenvermögen dient der Schuldentilgung im Staatshaushalt, was zudem das Gemeinwohl fördert.

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