Bernie Madoff Protest aus dem Knast

Milliardenbetrüger Bernie Madoff meldet sich via Email aus dem Gefängnis. Er erhebt schwere Vorwürfe gegen Banken und den Insolvenzverwalter.
1 Kommentar
Anlagebetrüger Bernard Madoff bei seinem Prozess 2009. Der Betrüger hat aus dem Knast eine Beschwerde geschrieben. Quelle: AFP

Anlagebetrüger Bernard Madoff bei seinem Prozess 2009. Der Betrüger hat aus dem Knast eine Beschwerde geschrieben.

(Foto: AFP)

New YorkBernie Madoff ist frustriert. Der Millardenbetrüger will dabei helfen, das Geld wiederzubekommen, das tausende seiner Kunden 2008 verloren hatten. Doch Insolvenzverwalter Irving Picard, beschwert sich Madoff, wolle seine Hilfe schlicht nicht annehmen.

Aus dem Gefängnis im US-Bundesstaat North Carolina wendet sich Madoff per Email an Nachrichtensender CNBC um seine Sicht der Dinge klarzustellen. Picard hatte Anfang der Woche auf CNCB kritisiert, dass Madoff für die Arbeit des Insolvenzverwalters nicht besonders hilfreich gewesen sei.

Die zehn prominentesten „Verzocker“ der Welt
File photo of President and Portfolio Manager of Paulson & Co. John Paulson speaking during the Sohn Investment Conference in New York
1 von 10

Hedgefonds-Manager John Pauson wettet wieder auf Gold. Im laufenden Jahr verteuerte sich das Edelmetall um acht Prozent.

NICK LEESON ARRIVES AT WATFORD MAGISTRATES COURTS
2 von 10

Nick Leeson sorgte für die wohl größte Fehlspekulation der 90er-Jahre, als er für die singapurische Außenstelle der traditionellen britischen Barings Bank als Chefhändler arbeitete. Die Verluste seiner Trades, die er auf ein geheimes und nicht kontrolliertes Konto verbuchte, summierten sich auf 825 Millionen Pfund – bis die Barings Bank zusammenbrach. Später wurde Leeson zu sechseinhalb Jahren Gefängnis wegen Urkundenfälschung, Untreue und Betrug verurteilt.

Börsenhändler Kerviel schreibt über Milliardenverlust
3 von 10

Der Aktienhändler Jérôme Kerviel brachte seinen Arbeitgeber, die französische Bank Société Générale, mit hochriskanten Aktiengeschäften um fünf Milliarden Euro. Dafür, dass er bei seinen Trades regelmäßig Handelslimits überschreiten konnte, wurde allerdings auch die Bank selber verantwortlich gemacht. Kerviel wurde zu fünf Jahren Haft verurteilt, ging aber in Berufung. Das Urteil wird für Oktober erwartet.

UBS trader Adoboli arrives at City of London Magistrates Court in London
4 von 10

Gegen Kerviels fünf Milliarden nimmt sich der Verlust, den Kweku Adoboli der Schweizer Großbank UBS im Jahr 2011 eingebracht hat, fast mickrig aus: 2,3 Milliarden Dollar sollen seine Handelsgeschäfte die UBS gekostet haben. In dem Prozess gegen ihn, der dieser Tage beginnt, plädiert Adoboli auf nicht schuldig.

Dimon Congress
5 von 10

Auch bei der US-Bank JP Morgan Chase verspekulierte man sich im großen Stil. Im Frühling dieses Jahres informierte Konzernchef Jamie Dimon die JP-Morgan-Aktionäre persönlich, dass sein Institut im Monat zuvor rund zwei Milliarden Dollar bei spekulativen Finanzwetten verloren hatte. Dimon räumte dabei „ungeheuerliche Fehler und Schlampereien“ ein.

File photo of Investor Carl Icahn speaking at the Wall Street Journal Deals & Deal Makers conference, held at the New York Stock Exchange
6 von 10

Carl Icahn, berühmt-berüchtigter Corporate Raider, lag in den vergangenen Jahren mehrfach daneben. Icahn verlor etwa mit seinem Engagement beim Internetpionier Yahoo ordentlich Geld: Die 12,7 Millionen Yahoo-Papiere, die er ein Jahr zuvor für rund 25 Dollar pro Aktie gekauft hatte, veräußerte er im Herbst 2009 für unter 15 Dollar das Stück.

George Soros
7 von 10

Sogar Investorenlegenden sind vor Irrtümern nicht gefeit. George Soros, der Anfang der 1990er-Jahre mit seiner Wette gegen das Pfund Sterling einen Milliardengewinn erzielt hatte, verzockte sich 2008 mit Papieren der späteren Pleitebank Lehman: Wenige Monate vor deren Zusammenbruch hatte Soros auf ihre Rettung gewettet und dazu knapp zehn Millionen Lehman-Aktien angehäuft – die kurze Zeit später wertlos waren.

Das jedoch will der Strippenzieher des größten Schneeballsystems in der amerikanischen Geschichte nicht auf sich sitzen lassen. „Ich weiß schon, warum er mich ignoriert“, lästert Madoff in einer von insgesamt sechs ausführlichen Emails, die er am Donnerstag versendet hat. „Wie soll er sonst seine Gebühren rechtfertigen?“

Insolvenzverwalter Picard hat bereits fünf Milliarden Dollar an die Madoff-Opfer ausbezahlt und insgesamt 9,3 Milliarden Dollar von den Profiteuren des Schneeballsystems einkassiert. Der ehemalige Chef der New Yorker Technologiebörse Nasdaq hatte über Jahrzehnte hinweg ein betrügerisches System betrieben, in dem Investoren geschätzte 17,3 Milliarden Dollar verloren haben. Picard verlangt für seine Arbeit über 600 Millionen Dollar.

Eine Million für Madoffs Kleinode
hb_madoff
1 von 22

Was Madoffs Tafelsilber einbrachte Bernie Madoff vor seinem Appartement in New York. Der Milliardenbetrüger steht im Schlaglicht der Medien. Er organisierte das größte Schneeballsystem in der Geschichte der Wall Street. Und verzockte das Geld seiner Kunden. In einer beispiellosen Auktion kamen am 14. November 2009 Stücke aus seinem Besitz zum Verkauf. Dabei gab es einige Überraschungen ...Foto: dpa

hb_madoff
2 von 22

... Die erste Auktion von Privatsachen des Milliarden-Betrügers brachte mit rund einer Million Dollar doppelt so viel wie erwartet ein. Der Reiz, ein Souvenir vom größten Finanzschwindler aller Zeiten zu ergattern, war so groß, dass selbst für Alltagsgegenstände zum Teil tausende Dollar gezahlt wurden. Bei der Auktion in einem New Yorker Hotel wurden am Samstag vor allem Uhren und Schmuck aus dem Besitz von Madoff und seiner Frau Ruth verkauft ... Foto: dpa

hb_madoff
3 von 22

... Nicht ohne eine gewisse Ironie für die vielen tausend geprellten Madoff-Anleger war der Überraschungs-Hit der Auktion: Drei hölzerne Lock-Enten aus Madoffs Strandhaus bei New York. Für sie zahlte ein Internet-Bieter insgesamt 11.500 Dollar, während gerade einmal 200 Dollar erwartet worden waren. Foto: AP

hb_madoff
4 von 22

... Der Erlös der Versteigerung, bei der auch der Fahrzeugpark unter den Hammer kommt, soll Madoffs Opfern zugutekommen. Für sie ist das Geld aber nur ein Tropfen auf den heißen Stein. Der Schaden von Madoffs jahrzehntelangem Betrug beträgt bis zu 65 Milliarden Dollar ... Foto: Reuters

hb_madoff
5 von 22

... Teuerstes Einzelstück wurden Diamant-Ohrringe von Madoffs Frau, die 70.000 Dollar einbrachten. Sie wurden von einem Mann mit russischem Akzent ersteigert ... Foto: Reuters

hb_madoff
6 von 22

... Madoff schmückte sich gern mit Accessoires der uramerikanischen Sportarten. Hier eine Jacke der Baseballmannschaft New York Mets aus blauem Satin. Auf der Rückseite ist sein Name zu lesen. Schätzwert: 500 bis 720 US-Dollar. Doch die Preise für manche der rund 200 Madoff-Sachen übertrafen die vorherigen Experten-Schätzungen bei weitem. So wurde die blaue Jacke für satte 14.500 Dollar ersteigert ...Foto: Gaston & Sheehan Auctioneers

hb_madoff
7 von 22

Für einen Rettungsring von Madoffs Yacht mit der Aufschrift "Bullship N.Y." gab es 7.500 Dollar statt der erwarteten 160 Dollar ... Foto: Reuters

Besonders über die Rolle der großen US-Banken würde Madoff gern auspacken. „Sie müssen wissen, dass ich schon mehrmals Informationen über das Mitwissen der Banken angeboten habe“, schreibt der 74-Jährige, der 2009 zu 150 Jahren Gefängnis verurteilt wurde. „Ich habe gar keinen Zweifel, dass ich zeigen könnte, was für eine zentrale Rolle die großen Banken in meinem betrügerischen System gespielt haben.“

Ein halbes Leben unter dem Hammer
An employee packs items formerly owned by convicted schemer Madoff for auction at the Miami Beach Convention Center
1 von 6

Kisten, Gegenstände, Nummern: Das Hab und Gut Bernard Madoffs kam in Miami unter den Hammer.

Items from the Palm Beach, Florida home of convicted Ponzi schemer Bernard Madoff
2 von 6

Klares Leitmotiv: der Bulle. Das Börsensymbol, das für Madoffs Aufstieg und Wohlstand verantwortlich war, findet sich unter den Gegenständen in zahlreichen Variationen...

A picture of a 55' Rybovich yacht formerly owned by convicted Ponzi schemer Madoff is shown prior an auction of items from his home, in Miami Beach
3 von 6

... auch eine Yacht Madoffs trug diesen Namen. An sie erinnert nur noch ein Bild - und auch das hat nun einen neuen Besitzer.

Items formerly owned by convicted Ponzi schemer Madoff are organized by auction employee Leath prior an auction of items in Miami Beach
4 von 6

Versteigert wurde alles, was nicht niet- und nagelfest war: Porzellan-Geschirr, Bilder und sogar ein Bett.

A personalized desk pen set formerly owned by convicted schemer Madoff is up for bids at an auction at the Miami Beach Convention Center
5 von 6

Auch ein edler Füllfederhalter, offenbar ein Geschenk, fand einen Käufer.

Successful bidders show Bernard Madoff's personalized golfclub bag tag as they walk out of the Miami Beach Convention Center
6 von 6

Manche Käufer feierten den Erwerb von Gegenständen wie eine Trophäe. Im Bild: Madoffs Golf-Ausrüstung - nebst Mitgliedsausweis.

Startseite

Mehr zu: Bernie Madoff - Protest aus dem Knast

1 Kommentar zu "Bernie Madoff: Protest aus dem Knast"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Poor Bernie!
    ---------------
    So könnte sich zu den zehn prominentesten ''Verzocker''
    bald auch eine Mario Draghi gesellen, der sich vor Ge-
    richt für das bisher größte Schneeballsystem der Ge-
    schichte zu verantworten hätte, wobei er mit der ge-
    ballten Finanzkraft von Goldman-Sachs sicherlich gegen
    Kaution sehr bald wieder auf freien Fuß wäre, was poor
    Bernie leider nicht vergönnt war!

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%