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Cent-Münzen unerwünscht Kleve kämpft gegen das Kleingeld

Die Kleinstadt Kleve am Niederrhein hat genug von Cent-Münzen. Ab Februar wollen sie einige Händler nicht mehr annehmen. Kann das funktionieren? Prominenter Zuspruch kommt gar vom Deutsche-Bank-Chef John Cryan.
„Wij doen het nu net als u!“ – Wir machen das jetzt wie ihr – steht auf den Aufstellern an der Kasse. Quelle: Matthias Streit
Vorbild Niederlande

„Wij doen het nu net als u!“ – Wir machen das jetzt wie ihr – steht auf den Aufstellern an der Kasse.

(Foto: Matthias Streit)

KleveIn der Klever Einkaufsmeile „Große Straße“ spricht man niederländisch. Aus den Menschengruppen, die in die Schaufenster der Bäcker, Optiker, und Bekleidungsläden schauen, dringt immer wieder der für deutsche Ohren meist hart klingende niederländische Sprachdialekt. Vor Weihnachten kamen sie sogar in Busladungen. Alles nur, um hier, in der 50.000-Einwohner-Stadt unweit der deutsch-niederländischen Grenze einkaufen zu gehen. Die Klever Händler schätzen, dass ein Drittel ihrer Kunden Niederländer sind.

Für die Klever Händler sind sie „Hartelijk welkom!“ – herzlich willkommene Gäste also. Und schon bald dürften sie sich noch willkommener fühlen. Denn ab 1. Februar 2016 wollen einige Klever Geschäfte die Ein- und Zwei-Cent-Münzen verbannen. „Wij doen het nu net als u!“ – Wir machen das jetzt wie ihr – steht auf den Aufstellern an der Kasse. Denn in den Niederlanden verzichten die Geschäfte landesweit schon seit 2004 auf das Kleinstgeld, die Ein- und Zwei-Cent-Münzen.

Klaus Fischer und Ute Marks bewerben die Anti-Kleingeld-Aktion in Kleve. Quelle: Matthias Streit
Klever Händler

Klaus Fischer und Ute Marks bewerben die Anti-Kleingeld-Aktion in Kleve.

(Foto: Matthias Streit)

Die Klever Händler wollen mit dem Vorstoß Geld und Zeit sparen. „Der Hauptgrund sind für uns die zunehmenden Gebühren, die beim Kauf und der Einzahlung der Münzen bei der Bank fällig werden“, sagt Klaus Fischer. Er ist der Filialleiter des Herrenbekleidungshauses Alexander. Fischer zählt zu den Pionieren, die die Initiative vorantreiben. Der Wert der Münzen stehe in keinem Verhältnis zu dem Aufwand, den sie verursachen.

So müssen Händler wie Privatkunden seit 2015 etwa bei der Volksbank und der Sparkasse in Kleve Gebühren für die Einzahlung von Münzen zahlen. Grund seien unter anderem neue Vorschriften zur Prüfung der Echtheit des Geldes sowie verschärfte Normen bei der Rückgabe von Münzen an die Bundesbank.

Hinzu kommt die Logistik, wenn die Banken das Münzgeld in die nächste Bundesbankfiliale schaffen müssen. „Allein die Logistik kostet uns 600.000 Euro im Jahr. Wir gehen davon aus, dass wir mit den Gebühren knapp zehn Prozent der Gesamtkosten wieder einspielen können“, erklärt ein Sprecher der Sparkasse Kleve auf Anfrage.

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