Commerzbank-Studie Sepa? Kein Interesse!

Das Zahlungssystem Sepa scheint bei deutschen Mittelständlern extrem unbeliebt zu sein. An einer Bank-Umfrage zu dem Thema haben sich von 5000 Firmen nicht einmal zehn Prozent beteiligt. Handeln ist aber wichtig.
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Erklärvideo: Was ist SEPA eigentlich?

DüsseldorfDas Thema Sepa (Single Euro Payments Area) ist im deutschen Mittelstand noch immer ein rotes Tuch. So lässt sich das Hauptergebnis einer Studie beschreiben, die die Commerzbank am Montag veröffentlicht hat. 5000 Unternehmen wollte die Fachhochschule des Mittelstandes (FHM) zum Stand ihrer Sepa-Vorbereitungen befragen, gerade mal 275 Firmen beteiligten sich an der Umfrage.

Immerhin, von jenen Unternehmen, die das Ausfüllen des Fragebogens auf sich genommen haben, hatten 91,6 Prozent ihre Sepa-Vorbereitungen bereits abgeschlossen. Acht Prozent gehen davon aus, dass die Arbeitsprozesse bis zum neuen Fristablauf – dem 1. August 2014 – beendet sein werden.

Ob die Zahlen repräsentativ sind, ist aufgrund der geringen Anzahl der Teilnehmer allerdings fraglich. Laut Bundeswirtschaftsministerium zählen zum Mittelstand aktuell rund 3,7 Millionen Unternehmen. Bei der Commerzbank heißt es, ein solcher Rücklauf sei normal. Aus Sicht der FHM stelle das kein Problem dar und schmälere nicht das Ergebnis.


Als weiteres Resultat der Studie wird genannt: 21 Prozent der Unternehmen setzten bisher nur „Mindestanforderungen“ um. Hier seien noch Restarbeiten offen geblieben. Zudem sähen 69 Prozent der Unternehmen durch Sepa bisher keine Vorteile für ihr Unternehmen. „Es ist bedenklich, dass einem Teil der Mittelständler noch immer nicht bewusst ist, was die neuen Sepa-Verfahren überhaupt leisten können“, sagt Volker Wittberg, verantwortlicher Leiter der Umfrage.

Auch wenn die Commerzbank-Studie aufgrund der wenigen Teilnehmer kaum Aussagekraft besitzt, wahr ist, dass Unternehmen die Sepa-Umstellung schnell angehen sollten. Die Frist für die Umstellung des Zahlungsverkehrs auf Sepa war am Jahresanfang vom 1. Februar auf den 1. August verschoben worden. Erst im August verlieren also die alten Systeme ihre Gültigkeit.

Ausreizen sollten Unternehmen diese Frist aber nicht. Um die neue Lastschriften nutzen zu können, müssen die Firmen nicht nur eine sogenannte Gläubiger-ID bei der Bundesbank beantragen, sondern auch ihre IT-Programme an die veränderten Anforderungen anpassen. Zudem müssen die Firmen das System gemeinsam mit ihrem Kreditinstitut testen. Die Bundesbank empfiehlt, die Umstellung noch vor der Haupturlaubszeit im Sommer zu beenden.


Unternehmen, die nicht rechtzeitig umstellen und viele Buchungen über die Lastschrift abwickeln, riskieren eine Zahlungsunfähigkeit. Zudem kann die Finanzaufsicht Bafin Strafen verhängen, wenn die Umstellung nach Ablauf der neuen Frist immer noch nicht erfolgt ist.
Für Verbraucher ändert sich durch die neue Frist nichts, denn für sie gilt ohnehin eine längere Übergangsfrist. Noch zwei Jahre lang dürfen Banken von ihnen die Kontonummern und Bankleitzahlen in der alten Form annehmen.

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11 Kommentare zu "Commerzbank-Studie: Sepa? Kein Interesse!"

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  • Wenig Interesse an SEPA beim Mittelstand? Wie sieht es denn bei Großbanken aus? Das Interesse der Commerzbank jedenfalls scheint riesig (*Sarkasmus*) zu sein. In dem auch von ihr vertriebenen E-Banking-Programm "starmoney" gibt es bis heute keine SEPA-Terminüberweisung - außer in der "Business"-Version. Keine gute PR, wenn man SEPA nach vorn bringen möchte.

  • Oh je, ist das schlecht! Ein Rücklauf von 10 Prozent bei einer Umfrage ist ein hervorragendes Ergebnis! Oft genug sind es nur 2 Prozent. Insofern hat das Thema offensichtlich außerordentlich hohe Relevanz im Mittelstand. Da hätte eine bessere Recherche nötig getan. Schade.

  • herrkon wissen sie wovon sie reden

    soviele wenn und aber

    ihre erklärung ist so lang,

    das der der nicht im "stoff" steht am ende nicht mehr

    weis was anfänglich gesagt war

    doch längere nummern ermöglichen sicherheit

    blödsinn! jeder CODE ist geknackt
    also der Zahlungsverkehr von allen einsehbar




  • Was sollen wir mit diesem, von Ihnen abgeschriebenen, Reklame-Schrott eigentlich anfangen?
    Nur mal ein Beispiel: Abbuchungswidersprüche sollen jetzt "recht einfach innerhalb von 8 Wochen" möglich sein? Und der bessere "Verbraucherschutz" soll darin bestehen, dafür nicht mehr zur Bank gehen zu müssen. Solche Widersprüche waren immer schon einfach, man hatte dafür stets 8 Wochen zur Verfügung. Und wozu sind Filialen bei Ihnen da? Oder wollen Sie die ohnehin lieber (europaweit) abschaffen?

  • Da kann ich Guzzi_Cali2 nur voll zustimmen. Mir fällt auf Anhieb rein gar nichts ein, wo die EU mal etwas richtig gemacht haben soll.
    Sie ist zu einem Feind aller anständigen Menschen geworden, den es mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu bekämpfen gilt.

    Und wie kann ein Anderer hier nur schreiben (und das gleich doppelt!) SEPA sei logisch aufgebaut? Das ist höchstens dann logisch, wenn beabsichtigt wurde, dass möglichst viele Übertragungsfehler vorkommen sollen.

  • Warum SEPA?

    Längere Nummern bewirken auch eine gewisse zusätzliche
    Sicherheit. Die BIC wird bei SEPA übrings in Zukunft nicht
    mehr notwendig sein.

    Einheitliche Verarbeitung von Kartenzahlungen.
    (EC und Kredit)

    Es ist schneller, Überweisungen können am selben
    Banktage gutgeschrieben werden wenn man vor um 12 bei der
    richtigen Bank etwas eintütet.

    Eilüberweisungen sind also eigentlich gar nicht mehr
    notwendig innerhalb der Euro-Zone.

    Ohne grosse Probleme lassen sich die XML-Dateien auch für
    Transaktionen in alle Welt nutzen. Da SEPA auf iso20022
    aufbaut.

    Man kann zeitgemässe XML-Dateien nutzen für alle
    Auftragsarten keine verstaubten MT-xyz SWIFT-Formate mehr
    notwenig. Soll heissen den Kontoauszug kann man sich mit
    jedem Webbrowser an schauen.

    Die Migration von Überweisungen stellt nicht wirklich ein
    Problem da IBAN und BIC gibt es schon lange jede gute
    Software kommt damit klar. Alte Bankverbindugen können
    idR. automatisch konvertiert werden.

    Problematisch sind allerdings Lastschriften.
    Seit November 2013 gibt es die sogenannte COR1-Lastschrift.
    Diese hat eine verkürzter Vorlauffrist.

    Ansonsten braucht man eine Gläubiger-Id der jeweiligen
    Zentralbank das geht ziemlich schnell.

    Und noch viel wichtiger man muss eine Mandate-Verwaltung
    aufbauen also im Zweifel Kunden- oder Autrags-nummer
    kopieren und fertig.

    Aus Sicht des Lastschrifteinziehers ist es deutlich auf-
    wendiger geworden. Allerdings ist der Verbraucherschutz
    dadurch besser. Man kann recht einfach innerhalb von
    jetzt 8 Wochen widersprechen ohne zur Bank gehen
    zumüssen und man muss rechtzeitig informiert werden
    wann das eigene Konto auf den Tag genau belastet werden
    wird.

    Dadurch kann der Verbraucher einfacher für eine
    ausreichende Deckung sorgen und teure Rückbuchungen und
    Mahnungen können vermieden werden.

    Natürlich muss man auch sagen das es sowas eigentlich nur
    in Deutschland und Östereich gibt bis jetzt.

  • Ich werde bis zum allerletzten Moment noch mit BLZ und Kontonummer überweisen, weil das wieder mal ein System ist, das mir aufoktruiert werden soll und ich nicht gefragt wurde, ob ich das will. Ich habe - auch als Freiberufler - keine Überweisungen ins Ausland und deshalb ist für mich keinerlei Nutzen ersichtlich. Ich hasse die EU und deshalb blockiere ich alles, was aus dieser Richtung kommt, nach Kräften.

  • Wie mache ich aus einem einfachen, gut funktionierenden Zahlungssystem ein kompliziertes, aufgeblähtes Zahlenmonstrum, mit dem (in erster Linie) Privatpersonen gequält werden? Man erfindet SEPA....

    Der inländische Zahlungsverkehr war vor SEPA wohl zu unkompliziert. Jetzt muss man sich mit unüberschaubaren Zahlenkolonnen rumschlagen, die selbst innerhalb der EU nicht einheitlich sind (Stellen, Buchstaben). Eingabe/Schreibfehler sind bei 4 oder 5 Nullen hintereinander vorprogrammiert und dann kann die Überweisung natürlich nicht ausgeführt werden. Dafür darf die Bank wenigstens wieder eine neue Gebühr berechnen. Bingo!

  • Die SEPA ist logisch aufgebaut und erfordert wenig mehr als eine Umstellung: teuer genug für Unternehmen.

    Sollte die SEPA allerdings zur intellektuellen Herausforderung werden steht davon Betroffenen ggf ohnehin noch eine Menge Arbeit ins Haus.

  • Die SEPA ist logisch aufgebaut und erfordert wenig mehr als eine Umstellung: teuer genug für Unternehmen.

    Sollte die SEPA allerdings zur intellektuellen Herausforderung werden steht davon Betroffenen ggf ohnehin noch eine Menge Arbeit ins Haus.

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