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Commerzbank-Tochter Comdirect Konto gekündigt wegen „waffenfähigem Plutonium“

Das Internet lachte über die Warnung einer Bank, dass „Waffenfähiges Plutonium“ als Verwendungszweck Ärger bringen kann. Bei einem Kunden hat die Comdirect ernst gemacht – ein Scherz brachte die Kündigung eines Kontos.
23 Kommentare
Auf diese Überweisung an einen Freund folgte für Tommy Müller die Kündigung des Gehaltskontos.
Überweisung im Scherz

Auf diese Überweisung an einen Freund folgte für Tommy Müller die Kündigung des Gehaltskontos.

DüsseldorfWas hatte das Internet gelacht über diesen Tweet vom 29. September, der einen Ausschnitt aus einem Brief eines Geldinstituts zeigte.

In dem Schreiben – der Schriftart nach zu urteilen von einer Sparkasse verfasst – wird ein Bankkunde gewarnt. „Waffenfähiges Plutonium“ hatte der Kunde in das Verwendungszweckfeld einer Überweisung geschrieben, dazu den Betrag „40,02 Euro“. Das Institut drohte bei Wiederholung mit der Kontokündigung – dabei war der Text durchaus als Scherz identifiziert worden.

Das Schreiben hatte auch Tommy Müller (Name geändert) im Internet gelesen und für eine Fälschung gehalten. Müller testete den zweifelhaften Text „aus Spaß“ auf einer eigenen Überweisung. Mit gravierenden Folgen: Die Comdirect kündigte sein Gehaltskonto.

Bankenverband zum Fall, in dem die Comdirect einem Kunden das Konto gekündigt hatte, weil der im Betreff einer Überweisung „Waffenfähiges Plutonium“ angegeben hatte.
„Kunden sind gut beraten, auf scherzhafte Angaben in Überweisungsaufträgen zu verzichten.”

Bankenverband zum Fall, in dem die Comdirect einem Kunden das Konto gekündigt hatte, weil der im Betreff einer Überweisung „Waffenfähiges Plutonium“ angegeben hatte.

„Wir machen (…) von unserem Kündigungsrecht Gebrauch (…) und kündigen die gesamte Kontoverbindung fristgerecht zum 16.12.2015“, schrieb die Commerzbank-Tochter mit Sitz in Quickborn am 7. Oktober. Und blieb eine weitere Begründung schuldig.

Dem 29-jährigen dämmerte, was der Grund sein könnte. Nur zwei Tage zuvor hatte er einem Bekannten 168 Euro mit dem Verwendungszweck „Waffenfaehiges Plutonium 75 GBP und Differenz der Kosten vorher“ überwiesen.

Der junge Unternehmensberater erfährt damit am eigenen Leib, was die Folgen der Geldwäschebekämpfung sein können. Banken filtern Verwendungszwecke nach verdächtigen Begriffen – auch wenn es dazu laut Bankenverband keine expliziten Vorgaben wie etwa Begriffslisten des Bundeskriminalamts (BKA) gibt.

In der Vergangenheit hatte es mehrere Fälle gegeben, in denen Kunden von ihren Banken angeschrieben oder angerufen wurden, weil sie etwa Späße wie „ak47 bin laden“ beim Überweisen angegeben hatten. Die Hannoversche Allgemeine Zeitung hatte bereits über einen ähnlichen Fall berichtet.

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23 Kommentare zu "Commerzbank-Tochter Comdirect: Konto gekündigt wegen „waffenfähigem Plutonium“"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • heute ist das unwort "waffenfähiges plutonium" morgen viellieicht
    "schwangerschaftsabtreibung" je nach dem welche ...... die macht bekommen haben
    darum bürger wehrt euch
    es geht um nichts anderes als die freiheit des wortes

    so betrachtet war die DDR ein scheissdreck gegen

  • Genau deswegen gehört das Bargeld abgeschafft. Damit die zuständigen Stellen über JEDE Zahlung informiert sind.

    PS: Natürlich darf man(n) auch seine Liebesdienerin oder den Vibrator im Sexshop bargeldlos bezahlen. Das stört die Überwachungsstellen nicht. Wird aber eine wertvolle Information, wenn man(n) irgendwann mal störrisch wird und man ihn willfähig bekommen muss....

    Ansonsten gilt natürlich: wer nichts zu verbergen hat braucht kein Bargeld. Und keine Privatsphäre....

  • Da zeigt sich doch, dass die gesetzlich geregelte Geldwäscheprävention funktioniert. Zumindest im Bereich der Scherzbolde und der Kleinkriminellen. Bei den wirklich "Großen" Fällen versagt das sogenannten "Monitoring". Ob gewollt oder nicht sei dahingestellt. Auf jeden Fall bringen die Scherzbolde und die Kleinkriminellen die Statistik der Verdachtsmeldungen nach oben. Das ist doch ein Riesenerfolg. Von den Verdachtsmeldungen werden in der Regel 98,9 als nicht geldwäscherelevant eingestuft. Es würde sich nichts ändern, wenn die Verdachtsmeldungen - nachdem sie ordentlich bei den Verpflichteten dokumentiert sind - in den Papierkorb geworfen werden. Dann jubelt die BaFin als Aufsichtsbehörde der Kreditinstitute, die mit hohem Aufwand einem Phantom hinterherjagen. Und wenn es politisch opportun ist, werden halt die Regeln der Sorgfaltspflichten aufgeweicht. Ein Riesenaufwand bei einem geschätzten Durchschnittsschaden pro Verdachtsmeldung von ca 4.532,00 EUR

  • "Zum Glück ist der Kunde auf die Bankverbindung mit der Comdirect nicht angewiesen."
    Ja das ist so. Volle Zustimmung. Bei manchen Banken können Sie noch immer problemlos 100t€ bar einzahlen, andere benehmen sich wie die Steuerfahndung und nehmen gerade mal 10t€ cash an mit der Begründung "bringen sie mir schriftlich den Nachweis das es sich um versteuertes Geld aus nicht illegaler Quelle handelt". Na schönen Dank. Da heisst es sofort Konto und Depot kündigen.

  • Schön geschrieben und korrekt dargestellt.

    Nur schreiben Sie hier doch nicht von einem Staat oder?

    Klingt mehr nach Irrenanstalt.

  • << Der Zahlungsverkehr wird komplett elektronisch abgewickelt. >>

    Wer hätte das gedacht?

    Aber im Ernst: Wenn auf staatliche Anordnung bestimmte Stichworte gefunden werden, dann erwarten Sie also offenbar, dass Bankmitarbeiter von Fall zu Fall prüfen, ob hier ein Idiot nur provozieren will oder nicht. Dafür zahle ich keine Gebühren an die Bank!!!

    Rausschmeißen, diesen Scherzkeks! Und auch eine andere Bank sollte sich gut überlegen, ob sie so einen Kunden wirklich haben möchte.

  • "Haben Sie eine Vorstellung davon, wieviele Überweisungen alleine an einem Tag durchgeführt werden? Soll jede Bank Personal dafür verwenden, Späße und Fakes auszusortieren?"

    Der Zahlungsverkehr wird komplett elektronisch abgewickelt. Der Verwendungszweck geht die Bank nichts an. Hier wird auf staatliche Anordnung elektronisch nach Stichworten gesucht. Es wäre ausreichend den Zahlungsvorgang an die anfordernde staatliche Stelle zu melden. Auch das geschieht elektronisch ohne Arbeitsaufwand. Das Verhalten der Comdirect ist unseriös. Hier wurde mit Sicherheit ein Vorwand gesucht einem ungeliebten Kunden zu kündigen.


  • Wir verblöden gesellschaftlich total.

    Missetäter, die unerlaubte Waren erwerben, schreiben dies natürlich auf den Verwendungszweck, logisch! Das geht voll in die Richtung der Fragen für hirntote Terroristen bei der Einreise in die USA.

    Gleichzeitig beschäftigen wir hunderte von Polizisten im BKA, die muslimische Extremisten identifizieren und diesen nachstellen, lassen aber unkontrolliert vermutlich tausende ins Land. Wir montieren Überwachungskameras an jeder Strassenecke, lassen aber zu, dass man(n) voll verschleiert mit Nikab rumlaufen darf.

    Aber klar, der Terror wird effektiv dadurch bekämpft, dass man die Verwendungszwecke überwacht, lachhaft.

  • Aber Sie wissen schon wie der Zahlungsverkehr in der Bank abgewickelt wird? Normalweise hat ausschliesslich eine Kausalitätsprüfung statt zu finden. Also IBAN, BIC und Namensprüfung und natürlich ob die Zahlungshöhe im gesteckten Kreditrahmen passt. Fertig.
    Der Verwendungszweck geht die Bank nichts an!
    Hier hat lediglich der Deutsche Staat den Bürgern ein weiteres Überwachungssystem aufgebürdet.

  • Was soll sich denn die Bank mit so einem Idioten abgeben, der doch nur Kosten verursacht.. Dieser Unsinn kostet Arbeit, Zeit und Geld.

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