Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Erstes Verfahren Deutsche Lehman-Opfer können S&P verklagen

Neue Hoffnung für geschröpfte Anleger: Das Frankfurter Oberlandesgericht hat entschieden, dass auch in Deutschland Klagen gegen die Ratingagentur zulässig sind. Experten halten eine Klagewelle gegen S&P für denkbar.
28.11.2011 - 17:18 Uhr 1 Kommentar
Deutsche Anleger können nun die Rating-Agentur Standard & Poor's verklagen. Quelle: dpa

Deutsche Anleger können nun die Rating-Agentur Standard & Poor's verklagen.

(Foto: dpa)

Frankfurt Enttäuschte Anleger können künftig vor deutschen Gerichten Ratingagenturen für deren falsche Einschätzungen auf Schadensersatz verklagen. Über die Erfolgsaussichten solcher Klagen sagt die am Montag veröffentlichte Entscheidung des Oberlandesgerichts Frankfurt allerdings rein gar nichts aus. Die Richter hatten nur festgestellt, dass die US-Ratingagentur Standard & Poor's in Deutschland eine eigenständige Tochter mit eigenem Vermögen unterhält (Az.: 21 U 23/11) und damit auch an einem deutschen Gerichtsstand verklagt werden kann. S&P wollte sich nicht äußern.

Die OLG-Richter verpflichteten mit ihrer Entscheidung die untergeordnete Instanz, das Frankfurter Landgericht, sich mit der Klage eines Anlegers zu beschäftigen, der beim Crash der US-Investmentbank Lehman Brothers im September 2008 viel Geld verloren hat. Nach Angaben der Bremer Kanzlei für Wirtschafts- und Anlagerecht Ahrens&Gieschen (KWAG) hatte er vier Monate vor der Pleite Zertifikate der Investmentbank im Wert von 30.000 Euro gekauft. „Ausschlaggebend für den Kauf war die positive Bewertung durch Standard & Poor's“, erklärte Anwalt Jens-Peter Gieschen.

Die Anwälte sehen nun die Möglichkeit einer Klagewelle gegen S&P nicht nur in den Lehman-Verfahren. „Nun kann praktisch jeder Investor, der sich bei Wertpapierkäufen auf die von S&P vergebenen Bonitätsnoten verlassen und dabei Verluste erlitten hat, die Ratingagentur auf Schadenersatz verklagen“, erklärte Gieschen. Lehman Brothers war im September 2008 in Insolvenz gegangen und hatte damit eine weltweite Finanzkrise ausgelöst. Die Anleger können allenfalls damit rechnen, einen Bruchteil ihrer Forderungen im Insolvenzverfahren zurückzuerhalten.

Das Landgericht hatte sich nicht mit der Klage befassen wollen, weil es ihm an der „internationalen Zuständigkeit“ fehle. Es muss sich nun in der Sache mit der Verbindlichkeit der Agenturaussagen beschäftigen. Die Agenturen, die seit der Finanzkrise durch ihre Benotungen von Unternehmen und Staaten im Rampenlicht stehen und heftig umstritten sind, schützen sich mit juristischen Erläuterungen zur Eingeschränktheit ihrer Meinungen vor Schadensersatzansprüchen.

Top-Jobs des Tages

Jetzt die besten Jobs finden und
per E-Mail benachrichtigt werden.

Standort erkennen
    • dpa
    • rtr
    Startseite
    Mehr zu: Erstes Verfahren - Deutsche Lehman-Opfer können S&P verklagen
    1 Kommentar zu "Erstes Verfahren: Deutsche Lehman-Opfer können S&P verklagen"

    Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

    • Vollkaskomentalität unterbindet jede Form der Leistungsbereitschaft. Darüber sollte man sich bei gemeinsamen Euroanleihen ebenso wie bei erfolgreichen Klagen gegen die Deutsche Bank bei schlechter Beratung klar sein. Wenn wir in Europa die Leistungsbereitschaft senken, brauchen wir uns nicht wundern, wenn die Zukunft aus Asien bestimmt wird.

    Serviceangebote
    Zur Startseite
    -0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%