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EuGH stärkt Passagier-Rechte Fluggastentschädigung auch bei unerwarteten technischen Problemen

Keine Entschädigung, wenn die Technik streikt? Doch, entschied der Europäische Gerichtshof. Eine Frau klagte, weil ihr Flug von Ecuador nach Amsterdam 29 Verspätung hatte. Nun muss KLM zahlen – andere könnten folgen.
17.09.2015 - 15:02 Uhr
Je nach Entfernung des Reiseziels können Fluggäste von gestrichenen oder stark verspäteten Flügen eine Entschädigung zwischen 250 und 600 Euro fordern – auch bei unerwarteten technischen Problemen, wie der EuGH entschied. Quelle: dpa
Ausgleichszahlung

Je nach Entfernung des Reiseziels können Fluggäste von gestrichenen oder stark verspäteten Flügen eine Entschädigung zwischen 250 und 600 Euro fordern – auch bei unerwarteten technischen Problemen, wie der EuGH entschied.

(Foto: dpa)

Luxemburg Für stark verspätete Flüge muss die Fluggesellschaft auch dann eine Entschädigung zahlen, wenn unerwartete technische Probleme zu der Verspätung geführt haben. Ausnahmen gibt es nur bei Ursachen, auf die die Fluggesellschaft letztlich keinen Einfluss hat, wie am Donnerstag der Europäische Gerichtshof (EuGH) in Luxemburg entschied. (Az: C-257/14)

Bei annullierten oder stark verspäteten Flügen steht den Fluggästen nach EU-Recht eine sogenannte Ausgleichszahlung zu. Je nach Entfernung liegt diese bei 250 bis 600 Euro. Die Fluggesellschaften sind davon befreit, wenn die Verspätung auf „außergewöhnliche Umstände“ zurückgeht.

Im Streitfall flog eine Frau mit der niederländischen Fluggesellschaft KLM von der ecuadorianischen Hauptstadt Quito nach Amsterdam. Bei der Landung hatte der Flug 29 Stunden Verspätung. Eine Entschädigung wollte KLM dennoch nicht zahlen. Ursache seien Defekte zweier Bauteile gewesen, darunter der Kraftstoffpumpe. Beide Teile seien in Quito nicht verfügbar gewesen und daher aus Amsterdam eingeflogen worden. Da die Teile ihre durchschnittliche Lebensdauer noch nicht überschritten hätten, sei dies nicht absehbar gewesen.

Wie nun der EuGH betonte, gehörten technische Probleme beim Betrieb eines Flugzeugs schlicht zum Alltag. Kein Flugzeugteil habe eine unbegrenzte Lebensdauer. Auch möglicherweise unerwartete vorzeitige Schäden seien daher keine „außergewöhnlichen Umstände“, die die Fluggesellschaften von der Ausgleichszahlung befreien. Es sei ihre Aufgabe, dies bei der Wartung zu berücksichtigen.

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    Auch die Lufthansa nimmt Geld für Zusatzleistungen. So betrug der Zusatzumsatz pro Passagier im vergangenem Jahr durchschnittlich 15,41 Dollar. Insgesamt hat die größte deutsche Fluggesellschaft 1,6 Milliarden Dollar mit Zusatzleistungen erwirtschaftet. Allein mit dem Vielfliegerprogramm „Miles and More“ nahm die Lufthansa 90 Millionen Dollar ein, doppelt so viel wie 2013. Von der Spitze ist sie dennoch weit entfernt: Platz 30.

    (Foto: dpa)
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    Als Zusatzeinnahmen gelten zum Beispiel Gebühren, die für Gepäck und Plätze mit mehr Beinfreiheit erhoben werden, Vielfliegerprogramme und À-la-carte-Services. Auch Meilenverkäufe, zum Beispiel an Kreditpartner, zählen dazu. Der Billigflieger Ryanair ist geradezu bekannt für kostspielige Fallstricke. 2014 machte Ryanair allein durch Zusatzkosten laut der Studie einen Umsatz von 1,9 Milliarden Dollar. Pro Passagier macht das durchschnittlich um die 21 Dollar.

    (Foto: Reuters)
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    Auch Easyjet ist ein Billigflieger. Zusätzliche Kosten für „Extra-Wünsche“ wie einen bestimmten Sitzplatz oder aufgegebenes Gepäck schlagen am Ende dennoch zu Buche. So kann ein Flug von Berlin nach Mallorca für 66 Euro ganz schnell teurer werden, zumindest wenn man einen Koffer mitnehmen will. Wer sich diesen Ärger ersparen möchte, kann für eine Jahresgebühr von 170 Dollar Easyjet-Plus-Mitglied. Dafür verspricht die Airline freie Sitzplatzauswahl, spezielle Gepäck-Abgabeschalter, schnellere Sicherheits-Kontrolle und ein schnelleres Boarding. Davon profitiert die britische Fluggesellschaft: Pro Passagier machte Easyjet 2014 einen Zusatzumsatz von 22,49 Dollar. Insgesamt waren das 1,5 Milliarden Dollar.

    (Foto: AFP)
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    Besonders geschäftig bei den Zusatzeinnahmen sind auch die Billigfluggesellschaften aus Übersee: 161 Millionen Dollar erwirtschaftete Virgin America 2014 allein durch Zusatzgebühren. Das waren durchschnittlich 24,71 Dollar pro Passagier.

    (Foto: dpa)
    Platz 14: Aer Lingus
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    Heutzutage müssen Speisen und Getränke an Bord gekauft werden. Auch das füllt die Kassen der Airlines. Die irische Fluggesellschaft Aer Lingus nahm pro Passagier durchschnittlich 26,19 Dollar ein. Insgesamt kamen 256 Millionen Dollar an Zusatzgebühren zusammen.

    (Foto: ap)
    Platz 13: Air France/KLM
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    Air France/KLM erlöste 2014 durchschnittlich 26,40 Dollar an Zusatzgebühren pro Passagier. Insgesamt waren es zwei Milliarden Dollar. Billig-Airlines wie Ryanair und Easyjet hatten mit der Einführung von Zusatzgebühren begonnen, mittlerweile hat fast die gesamte Branche nachgezogen.

    (Foto: ap)

    Ausnahmen gebe es nur bei einer Ursache, die außerhalb der normalen Tätigkeit der Fluggesellschaft liegt, und von ihr „tatsächlich nicht zu beherrschen ist“. Als Beispiele nannten die Luxemburger Richter Sabotage und Terrorismus oder unerwartete Hinweise auf sicherheitsrelevante Mängel durch die Flugaufsicht oder den Hersteller.

    • afp
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