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EuGH-Urteil Fluglinien haften für umgekippten heißen Kaffee

Passagiere haben Anspruch auf Schadensersatz, sofern sie den Unfall nicht verursacht haben. Im konkreten Fall hatte sich ein junges Mädchen verbrüht.
19.12.2019 - 12:53 Uhr Kommentieren
Ein flugspezifisches Risiko müsse nicht die Ursache für das Umkippen sein, urteilten die Richter. Quelle: dpa
Heißer Kaffee

Ein flugspezifisches Risiko müsse nicht die Ursache für das Umkippen sein, urteilten die Richter.

(Foto: dpa)

Frankfurt Fluggäste haben bei Verbrühungen durch heißen Kaffee Anspruch auf Schadensersatz. Die Fluggesellschaft müsse haften, wenn das Heißgetränk während des Flugs aus nicht geklärten Gründen umkippt. Dafür sei nicht erforderlich, dass ein solcher Unfall mit einem flugspezifischen Risiko zusammenhängt. Das stellte der Europäische Gerichtshof (EuGH) in einem Urteil an diesem Donnerstag klar (Az C-532/18).

In dem aktuellen Fall forderte die Familie eines jungen Mädchens von der österreichischen Fluglinie Niki Luftfahrt, die inzwischen insolvent ist, Schadensersatz wegen Verbrühungen. Sie erlitt diese Verbrennungen auf einem Flug von Palma de Mallorca nach Wien. Der Kaffee war ihrem Vater serviert und vor ihm auf seinem Abstellbrett abgestellt worden – und kippte dann aus nicht geklärten Gründen um.

Die Fluglinie hatte ihre Haftung zurückgewiesen. Aus ihrer Sicht handelt es sich nicht um einen Unfall, für den die Airlines laut Übereinkommen von Montreal belangt werden können. Dieses Übereinkommen regelt wichtige Grundlagen der Fluggastrechte weltweit.

Niki begründete seine Ansicht damit, dass ein flugspezifisches Risiko hätte eintreten müssen, damit der umgekippte Kaffee als ein solcher Unfall eingestuft werden könnte.

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    Es konnte aber nicht festgestellt werden, ob der Kaffeebecher wegen eines Defekts des ausklappbaren Abstellbretts oder durch ein Vibrieren des Flugzeugs kippte. Da der Unfallbegriff im Übereinkommen von Montreal nicht definiert wird, hat der Oberste Gerichtshof in Österreich den EuGH um Klarstellungen gebeten.

    Der EuGH führte nun aus, dass ein Unfall gewöhnlich ein unvorhergesehenes, unbeabsichtigtes, schädigendes Ereignis ist. Der Begriff Unfall umfasse laut Montrealer Übereinkommen jeden Sachverhalt, der an Bord eines Flugzeugs vorgefallen ist und der bei einem Reisenden durch einen bei der Fluggastbetreuung eingesetzten Gegenstand eine körperliche Verletzung verursacht hat.

    Dieser Sachverhalt müsse nicht auf ein luftfahrtspezifisches Risiko zurückgehen. Laut den EuGH-Richtern kann sich die Fluglinie aber dann ganz oder teilweise von der Haftung befreien, wenn sie nachweist, dass der Reisende den Schaden selbst verursacht oder zumindest dazu beigetragen hat.

    Mehr: Diese Rechte haben Flugpassagiere bei Ausfällen und Verspätungen

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