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Euro Grundinvest Schreckgespenst einer Insolvenz

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Wenig Vertrauen in die Geschäftsführung

Donhuysens Vorschlag eines neues Gesellschaftsmantels sei dabei gar keine schlechte Idee gewesen, ist der Restrukturierungsexperte Nils Andersson-Lindström von der Anwaltskanzlei Schultze & Braun in Bremen überzeugt. Das Handelsblatt hatte ihn um eine juristische Einschätzung gebeten. Denn sollten die Gründungsgesellschaften der Euro Grundinvest pleitegehen, dann fehlte den Fonds auch die Komplementärin, die von Malte Hartwieg gegründete Euro Grundinvest Management GmbH: „Wenn keine Ersatzkomplementärin aufgenommen wird, steigt für die Anleger das Haftungsrisiko“, sagt der Insolvenzexperte.  Die Fonds könnten sich in die Gesellschaftsform einer OHG verwandeln. „Jeder Anleger würde dann über seine Einlage hinaus für alle Verbindlichkeiten des Fonds haften“, so Andersson-Lindström. Die Anleger müssten dann schlechtem Geld noch gutes hinterherwerfen.

Auch Rechtsanwältin Magdalena Nicola von der Kanzlei Mattil in München hätte in dem Sanierungskonzept Vorteile gesehen. Ein Wechsel des Komplementärs sei in diesem Fall keine schlechte Sache, findet sie. Zwar drohe nun „nur“ die Insolvenz der Gründungsgesellschaften, nicht aber die Pleite der Fonds und ihrer Investitionsobjekte selbst. „Insolvenzen an einer Ecke breiten sich erfahrungsgemäß aber rasch auf das ganze Gebilde aus“, fürchtet sie. Sollten die Fonds selbst insolvent gehen, dann muss der Insolvenzverwalter alle Ausschüttungen zurückverlangen. Die Abwicklung der Fonds würde dann wahrscheinlich auch länger dauern.

Die meisten Anlegeranwälte aber lehnten den Vorschlag strikt ab: „Wären die Beschlussanträge angenommen worden, hätte die EGI vollkommen freie Hand gehabt und die Anleger hätten keinerlei Druckmittel mehr“, ist etwa Robert Buchmann von der Kanzlei Rössner überzeugt. „Von einer auch nur zehnprozentigen Zahlung hätte die EGI hinterher wahrscheinlich auch nichts mehr wissen wollen – warum auch?“.

Hartmut Göddecke aus Siegburg moniert, dass der Vorschlag, einen Anlegervertreter als Treuhandkommanditisten zu wählen, abgelehnt worden sei. Dafür hatte sich einer seiner Kollegen, Thorsten Krause von Kap-Rechtsanwälte, angeboten. „Das EGI Management hat von vorneherein versucht, eine unabhängige Kontrollinstanz zu unterbinden“, findet Göddecke. Sven Donhuysen sagt dazu: „Wenn uns der Beschlussvorschlag im Vorfeld rechtzeitig übermittelt worden wäre, hätten wir ihn selbstverständlich zur Abstimmung gestellt.“ Die Einladungen zu den Gesellschafter-Versammlungen waren allerdings erst 17 Tage vorher verschickt worden. Damit hätten neue Tagungsordnungspunkte gar nicht mehr fristgerecht eingereicht werden können, heißt es bei Kap-Rechtsanwälte.

Muss nun mit Anlegeranwälten verhandeln. Quelle: PR
Unternehmer Sven Donhuysen

Muss nun mit Anlegeranwälten verhandeln.

(Foto: PR)

Der Idee eines außenstehenden, allen Anlegern verpflichteten Treuhänders stehe er „durchaus offen“ gegenüber, führt Donhuysen weiter aus. Der vorgeschlagene Anwalt hätte die Kriterien eines „außenstehenden, allen Anlegern verpflichteten Treuhänders“ im übrigen nicht erfüllt. Mehrere Kanzleien hatten sich im Vorfeld auf den Kandidaten Thorsten Krause geeinigt.

Und jetzt? Es würden „Gespräche mit den Anlegeranwälten fortgeführt, um eine mögliche konsensuale Lösung zu erreichen“, heißt es in der Mitteilung der EGI Grundinvest. Bei den Verhandlungen sitzt das Schreckgespenst einer Insolvenz wohl mit im Raum.

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