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Europäisches Erbrecht Erben, wo andere Urlaub machen

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Das Berliner Testament kann zum Problem werden
Was Erben wissen sollten
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Alleinerbe

Der Alleinerbe erbt als einzige Person. Er tritt rechtlich in die Fußstapfen des Verstorbenen und übernimmt dessen gesamte Rechte, aber auch Pflichten.

(Foto: dpa)
An office worker crosses Kent Street in central Sydney
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Gesetzliche Erbfolge

Die gesetzliche Erbfolge greift immer dann, wenn kein Testament oder Erbvertrag vorliegt. Danach wird der Nachlass zwischen dem Ehepartner und den Verwandten des Verstorbenen aufgeteilt, wobei Kinder und Enkel des Erblassers Vorrang vor Eltern, Großeltern oder anderen Angehörigen genießen.

(Foto: Reuters)
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Annahme der Erbschaft

Wer in Deutschland erben will, muss dafür in der Regel nichts tun. Vor allem braucht er die Annahme des Erbes nicht zu erklären. Dieses Phänomen heißt im Juristen-Deutsch “Von-Selbst-Erwerb.“

(Foto: dpa)
Amtsgericht
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Ausschlagung der Erbschaft

Wer nicht erben will, kann (und muss) die Erbschaft innerhalb einer Frist von sechs Wochen ausgeschlagen. Die Zeit läuft ab dem Moment, in dem der Betreffende von der Erbschaft und deren Gründen erfahren hat. Nach Ablauf der Frist ist eine Ausschlagung in der Regel nicht mehr möglich. Lediglich in Ausnahmefällen besteht die Möglichkeit, die Annahme der Erbschaft anzufechten.

(Foto: dpa)
Hochzeit
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Ehegattentestament

Verheiratete und eingetragene Lebenspartner können ein gemeinschaftliches Testament errichten. Eine weit verbreitete Form ist dabei das sogenannte Berliner Testament. Dabei setzen sich die Eheleute gegenseitig zu alleinigen Vollerben ein. Erst wenn beide Partner verstorben sind, werden auch die Kinder bedacht. Sie werden zu Schlusserben, also zu Erben des länger lebenden Ehegatten ernannt.

(Foto: dpa)
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Pflichtteil

Ein Erblasser kann bestimmte Personen von der Erbfolge ausschließen, aber nicht immer verhindern, dass diese Personen etwas aus seinem Nachlass erhalten. Grund: Der sogenannte Pflichtteil garantiert den nächsten Angehörigen des Erblassers also eine Mindestteilhabe an seinem Nachlass.

(Foto: dpa)
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Enterbung

Hat er Erblasser einen oder mehrere gesetzliche Erben von der Erbfolge ausgeschlossen oder sie bei der Verteilung des Nachlasses nicht erwähnt, spricht man von Enterbung. Handelt es sich bei den fraglichen Personen um enge Angehörige, können sie oft zumindest seinen Pflichtteil verlangen.

(Foto: obs)

Auch im Gesetzesentwurf der Bundesregierung, der dazu dient, die EU-Vorschrift in deutsches Recht umzusetzen, findet sich keine Definition des „gewöhnlichen Aufenthalts“. In der Praxis dürfte es also so ablaufen: „Wenn ein Erbe beispielsweise bei einem deutschen Gericht den Nachweis über seine Erbschaft beantragt, prüft das Gericht, wo der Verstorbene seinen gewöhnlichen Aufenthalt hatte“, erklärt Hubertus Rohlfing, Fachanwalt für Erbrecht aus Hamm. „Kommt es zu dem Schluss, dass dieser Aufenthalt in Spanien ist, muss sich der Erbe an ein spanisches Gericht wenden und es gilt das spanische Erbrecht.“

Erben haben also künftig den Vorteil, dass sie sich nicht mehr mit mehreren Gerichten auseinandersetzen müssen. Dennoch dürfte es manchem Erben Schwierigkeiten bereiten, mit einem Gericht im Ausland zu kommunizieren. „Es ist auch gar nicht so einfach, in Deutschland einen Anwalt zu finden, der sich beispielsweise mit spanischem Recht auskennt oder einen spanischen Anwalt der deutsch spricht“, gibt Horn zu bedenken. Doch das ist nicht das einzige Problem. „In vielen Ländern werden gemeinschaftliche Testamente wie das Berliner Testament nicht anerkannt“, sagt Anwalt Rohlfing. „Sie sind eine Besonderheit des deutschen Erbrechts.“

Und hierzulande weit verbreitet: Die Eheleute verfassen dabei ein gemeinsames Schreiben, in dem sie sich gegenseitig als Erben einsetzen und wenn beide verstorben sind, geht das Erbe zu gleichen Teilen an die Kinder. „In Spanien ist ein solches Testament nicht gültig, denn das spanische Erbrecht kennt nur Einzeltestamente“, sagt Rohlfing. „In der Folge würde die gesetzliche Erbfolge gelten und die sieht für den länger lebenden Ehegatten in Spanien keinen Erbanteil, sondern nur ein Nutzungsrecht vor, während das Erbe unter den Kindern aufgeteilt wird.“

Doch es gibt mehrere Möglichkeiten, um zu vermeiden, dass der letzte Wille ausgehebelt wird. Die eine: „Die Ehepartner könnten zwei einzelne Testamente mit gleichem Wortlaut verfassen und so praktisch die gleiche Rechtfolge wie bei einem Berliner Testament herbeiführen“, so Rohlfing.

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