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Europäisches Erbrecht Erben, wo andere Urlaub machen

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Wie Sie mit Kettenschenkungen Ihr Erbe sichern
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Das Weiterverschenken von Präsenten ist eigentlich verpönt. Bei Vermögenswerten indes kann es helfen, Schenkungsteuer zu sparen. Im Rahmen einer Kettenschenkung werden Vermögenswerte meist in zwei aufeinanderfolgenden Schritten an zwei verschiedene Erwerber übertragen. Eine Kettenschenkung im Familienkreis eröffnet attraktive Steuervorteile, betont die Mönchengladbacher Wirtschaftskanzlei WWS. Bei hohen Werten lassen sich schnell einige Tausend Euro Steuern einsparen.

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(Foto: dpa - picture-alliance)
Jede dritte Ehe wird geschieden
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 Bei einer Kettenschenkung werden Vermögensgegenstände zunächst an nahe Angehörige oder Ehegatten bzw. eingetragene Lebenspartner übertragen. Denn für sie räumt der Gesetzgeber die höchsten Freibeträge für Schenkungen ein. Ehegatten und eingetragene Lebenspartner dürfen sich innerhalb von zehn Jahren bis 500.000 Euro steuerfrei schenken.

(Foto: dpa)
Familie
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Schenkungen an Kinder, Stief- und Adoptivkinder bleiben bis immerhin 400.000 Euro vom Fiskus verschont. Nahe Verwandte oder Ehegatten bzw. eingetragene Lebenspartner dienen als Mittelsperson, erst dann gelangen die Vermögenswerte an die gewünschte Zielperson.

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Enkel
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Eine interessante Option sind Kettenschenkungen etwa für Schenkungen von Großeltern an ihre Enkel. Bei direkten Übertragungen auf Enkel beträgt der Freibetrag lediglich 200.000 Euro. Deshalb werden Zuwendungen zunächst auf das eigene Kind übertragen. Anschließend schenkt das Kind den Vermögensgegenstand an das Enkelkind weiter. Weitere typische Fälle sind Zuwendungen von Eltern an Schwiegerkinder. Auch hier ist eine Zwischenübertragung an die leiblichen Kinder von Vorteil.

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Bundesfinanzhof
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Die obersten Gerichte haben die Rechtmäßigkeit von Kettenschenkungen wiederholt bestätigt. Allerdings sind strenge Bedingungen zu erfüllen. „Eine Kettenschenkung ist nur dann erfolgreich, wenn die Finanzbehörden den Zwischenerwerb anerkennen und keine unmittelbare Zuwendung vom ersten Schenker an den letzten Beschenkten annehmen“, betont Dr. Stephanie Thomas, Rechtsanwältin und Steuerberaterin der WWS. Der Bundesfinanzhof hat jüngst in einem Urteil (BFH, Az. II R 37/11) die Voraussetzungen für Kettenschenkungen präzisiert. Besonders wichtig sind zwei Punkte: Zum einen darf der Zwischenerwerber nicht zur Weitergabe des erworbenen Gegenstands verpflichtet sein. Zum anderen muss die erste Schenkung bereits ausgeführt sein, bevor die zweite Schenkung vereinbart wird.

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Kundenberatung bei Sparkasse
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Jede Kettenschenkung ist gründlich zu planen, damit Finanzbehörden wenige Angriffspunkte haben. Im Vorfeld sollte immer fachlicher Rat eingeholt werden. So lassen sich die Vor- und Nachteile einer Kettenschenkung für die persönliche Vermögenssituation durchspielen. „Auch wenn attraktive Steuervorteile locken, so führt das Weiterverschenken immer auch zu einem doppelten Verbrauch von Freibeträgen“, hebt WWS-Expertin Dr. Thomas hervor.

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Einkommensteuererklärung
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Das Finanzamt erlangt in jedem Fall unmittelbar Kenntnis von dem Sachverhalt. Grundsätzlich ist jede Schenkung zu melden, egal ob dafür Steuern fällig sind oder nicht. Sowohl Schenkender als auch Begünstigter müssen die Schenkung innerhalb von drei Monaten beim Finanzamt anzeigen. Zuständig ist das Finanzamt des Schenkers. Wird die Schenkung notariell beurkundet, so setzt der Notar die Finanzbehörden über die Schenkung in Kenntnis. „Das Finanzamt wird bei Schenkungen grundsätzlich prüfen, ob es sich um ein oder zwei Zuwendungen handelt“, so WWS-Expertin Dr. Thomas.

(Foto: dpa)

Die andere: „Ich empfehle ins Testament eine Rechtswahl zugunsten des deutschen Rechts aufzunehmen. Das gilt dann für das gesamte Vermögen und der gewöhnliche Aufenthalt spielt keine Rolle mehr“, sagt Horn. Auch in bereits verfassten Testamenten kann eine solche Klausel einfach ergänzt werden. Allerdings kann sich der Erblasser kein beliebiges Erbrecht aussuchen. Was er wählen kann, richtet sich nach seiner Staatsangehörigkeit.

In manchen Fällen, kann es für einen Erblasser auch vorteilhaft sein, wenn ein anderes europäisches Erbrecht gilt – beispielsweise, wenn er nahe Verwandte enterben möchte. In Deutschland ist es sehr schwierig, Ehegatten und Kinder vom Erbe auszuschließen, denn ihnen steht hierzulande ein Pflichtteil zu. „In England dagegen gibt es generell keinen Pflichtteil und in Schweden sowie in Finnland keinen für Ehegatten“, erklärt Horn. „In Polen und in Estland ist nur pflichtteilsberechtigt, wer arbeitsunfähig oder minderjährig ist.“ Wer also seine Angehörigen vom Erbe ausschließen möchte, könnte dies künftig mit einem Umzug erreichen.

Unberührt von der EU-Verordnung bleibt die Erbschaftsteuer. Sie fällt am Wohnort der Erben an. Eine weitere Änderung betrifft jedoch den Erbschein. Auch dieser ist eine deutsche Besonderheit. Bei grenzüberschreitenden Erbfällen werden die Gerichte künftig ein europäisches Nachlasszeugnis ausstellen. Dieses ist standardisiert und wird in allen EU-Ländern – außer in Dänemark und Großbritannien – anerkannt.

„Für die Erben ist es wichtig, möglichst schnell einen solchen gerichtlichen Nachweis über ihre Erbschaft zu bekommen, denn ohne ihn erhalten sie beispielsweise von Banken keine Auskunft zu den Vermögensverhältnissen des Verstorbenen“, erklärt Horn.

Auch beim Nachlasszeugnis gibt es aus Sicht von Rohlfing jedoch ein Manko: Es ist nur sechs Monate gültig. „Einen grenzüberschreitenden Nachlass innerhalb eines halben Jahres komplett zu regeln, ist sehr ambitioniert“, so der Anwalt. Mit Ablauf der Frist kann der Erbe aber eine Verlängerung der Gültigkeit beantragen.

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