Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Extrakosten für TAN-Sms BGH schränkt Banken bei Gebühren ein

Der BGH hat die Gebührenpraxis einiger Banken heute eingeschränkt: So darf eine Bank nicht grundsätzlich Geld kassieren, wenn sie eine SMS mit einer Transaktionsnummer (TAN) an Kunden verschickt.
Update: 25.07.2017 - 10:10 Uhr 6 Kommentare

Bundesrichter urteilen bei SMS-TAN-Nummern zugunsten der Verbraucher

Berlin Banken und Sparkassen dürfen ihren Kunden den Versand einer Transaktionsnummer (TAN) per SMS nur dann extra berechnen, wenn diese Nummer beim Online-Banking auch tatsächlich für einen Zahlungsauftrag verwendet wird. Das geht aus einem am Dienstag verkündeten Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH) hervor. Nicht zulässig ist es beispielsweise, pauschal zehn Cent für jede verschickte SMS zu kassieren – die TAN muss auch eingesetzt werden.

In dem Fall hatten die Verbraucherzentralen eine Kreissparkasse verklagt. Dort kostete das Online-Konto zwei Euro im Monat. Jede SMS-TAN sollte nach Darstellung der Verbraucherschützer noch einmal zehn Cent kosten. Das wäre nach dem Karlsruher Urteil nicht zulässig.

Der Streit ist aber noch nicht entschieden: Weil die Sparkasse abstreitet, die Klausel so formuliert zu haben, muss das zuständige Oberlandesgericht sich den Fall noch einmal genauer anschauen. Beim Online-Banking muss jede Transaktion aus Sicherheitsgründen mit Eingabe einer TAN bestätigt werden. (Az. XI ZR 260/15)

Aus Sicht der Verbraucherschützer ist das aber eine Leistung, die nicht extra vergütet werden darf. „Ein Entgelt nur für das Sicherheitsverfahren zu leisten, ist wie ein Hotelzimmer zu mieten und zu bezahlen, aber wenn man den Zimmerschlüssel dreht, muss man noch mal zehn Cent in das Schloss einwerfen“, so Frank Christian Pauli vom Bundesverband der Verbraucherzentralen.

Kreditinstitute sind in Zeiten der Dauerniedrigzinsen erfinderisch geworden, was die Gebühren angeht. Die Niedrigzinsen setzen Banken unter Ertragsdruck. Durch Gebühren versuchen sie zumindest einen Teil der wegbrechenden Zinserträge auszugleichen.

Bundesweit für Schlagzeilen sorgte der Fall der Volksbank Reutlingen, die zusätzlich zu Kontoführungskosten über Verwahrentgelte für Guthaben auf Girokonten von Privatkunden nachdenkt. Unabhängig davon sind schon viele Banken dazu übergegangen, Verwahrentgelte ab einer Summe von 100.000 Euro zu erheben, da die Banken selbst bei der Europäischen Zentralbank Strafgeld in Höhe von 0,4 Prozent zahlen müssen, wenn sie ihr Geld dort parken. Bislang waren von den Verwahrentgelten allerdings neben Unternehmen nur vermögende Privatleute betroffen.

Zunehmend verlangen Banken zudem von den eigenen Kunden Gebühren für das Geldabheben am Geldautomaten. Ob die Gebühren verlangt werden, hängt wiederum vom einzelnen Kontomodell ab. Selbst Verbandsfürsten haben bereits harsche Kritik an der Praxis einiger Institute geübt. „Wir müssen uns immer wieder fragen, wann wir, was wir und wie viel wir unseren Kunden zumuten können, und ab welchem Punkt wir beginnen, Vertrauen zu verspielen“, warnte der ostdeutsche Sparkassenpräsident Michael Ermrich auch die eigenen Institute.

Ein einfacher Vergleich von Kosten und Nutzen von Kontomodellen innerhalb eines Haus ist schon nicht immer einfach. Fast nicht mehr möglich sind Vergleiche zwischen verschiedenen Instituten. Steckt dahinter System?

„Die Transparenz von Preis- und Kontomodellen lässt zu wünschen übrig“, kritisiert Andrea Heyer, Referatsleiterin für Finanzdienstleistungen bei der Verbraucherzentrale Sachsen. Durch häufige Girokontenumstellungen und die Einführung neuer Kontomodelle ist für den Verbraucher nicht immer nachvollziehbar, was das Konto im Monat tatsächlich kostet und welche Leistungen inklusive sind oder separat abgerechnet werden.

Dabei sind die Verbraucherschützer besonders gefordert. Denn die neue Praxis der Banken heißt für sie, dass „wir uns jedes Entgelt, jede Gebühr einer Inhaltskontrolle unterziehen und prüfen, ob sie vom Grundgedanken der jeweiligen gesetzlichen Regelung abweicht“.

Und der Spargedanke leidet manchmal auch darunter. So verweist die Verbraucherzentrale auf die langjährige kostenlose Praxis, dass Münzgeld aus dem Sparschwein beispielsweise zum Weltspartag auf das Konto eingezahlt wurde. Heute gilt das Prüfen und Zählen der Münzen in der Regel als Dienstleistung, für die eine Gebühr erhoben wird.

Die Tücken beim Girokonto-Wechsel

Finance Briefing
Startseite

Mehr zu: Extrakosten für TAN-Sms - BGH schränkt Banken bei Gebühren ein

6 Kommentare zu "Extrakosten für TAN-Sms: BGH schränkt Banken bei Gebühren ein"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.

  • Finde ich vollkommen ok. Das sind extra Leistungen, die man halt bezahlen muss und mal ehrlich, was sind denn bitte 0,10 Euro pro Tan? So viele Überweisungen wird man ja wohl nicht tätigen, dass das wirklich "schwer" ins Gewicht fällt.

    Wer das nicht zahlen will, soll halt normales Online Banking nutzen oder seine Bank wechseln. Es gibt ja auch noch Girkonten ohne Gebühren, siehe: https://www.kostenloser-girokonto-vergleich.de/

  • @Herr Schiefelbein
    Bedenken sie, dass dann für das mit Grunderwerbssteuer bezahlte Häuschen nochmal Grundsteuer kommt, die natürlich, zwecks der Einnahmensicherheit baw und vierteljährlich zu zahlen ist. Und das nach einem völlig transparenten Hebesatz.
    Da müsste der Verbraucherschutz doch durch die Decke gehen...Keine Kostenaufklärung, völlige Intransparenz und im Verhältnis zum Kaufpreis nahezu Wucher.

  • Gebühren für zusätzliche Leistungen. Das ist ja eine Frechheit.

    Das ist ja, wie wenn ich im Lebensmittelladen an der Kasse für meine Plastiktüte noch bezahlen müsste, oder wenn ich ein Auto kauf und gern Winterräder dazu hätte, oder beim Metzger für den Senf auf dem Wurstweck, oder ...

    Ich verlange künftig bei meinem Metzger auch alles für den Grundpreis. Mal sehen, wie lange ich noch bedient werde ....

  • Schön, dass sich unsere sogenannten Verbraucherschützer immer um die gravierendsten Probleme kümmern...

    Wenn eine Familie ein Haus z. B. in Nordrhein-Westfalen erwirbt, sagen wir für 350.000 €, dann kassiert

    Das Land NRW 22.750 €
    der Notar und die grundbuchführende Stelle rd. 7.000 €
    und meist auch noch ein beteiligter Makler mindestens 12.495 €

    Das sind dann 42.245 €. Und wofür bitte???

    Das ist aber kein Aufreger. Eher die 0,10 € für eine SMS-TAN.

    Ich finde, der Verbraucherschutz sollte dringend mal die Prioritäten überdenken. Es gibt noch Hunderte andere Beispiele.

  • Das ist EIN Argument, herr Pella. Und zu kurz gedacht.
    Rechnen sie mal mit. Auf Ihr Kontoguthaben zahlt die Bank 0,4% an Herrn Draghi. Dazu kommen noch mal 0,1% an den Sicherungsfonds, der einspringt, wenn die Pleite käme. Dann noch die Bankenabgabe drauf... Und das alles wird nicht an den Kunden weitergegeben. Zumindest nicht an "normale" Privatkunden. Logisch, dass das immensen Kostendruck verursacht und man sich gdranken macht. Klar auch, dass das alles im Rahmen bleiben muss und gut, dass die Verbraucherschützer auch draufschauen.
    Aber nennen sie mir mal eine andere Branche mit konkretem Beispiel, bei dem Geschäfts gemacht werden, mit dem Wissen, dass ich bei Abschluß verluste mache. Normale Unternehmen würden solche Bereiche sofort einstellen oder Verkaufen. Also sollte man da mal im Kontext schauen. Und wenn sie die Boni ansprechen sind wir mittlerweile im Vergleich zu Amerikanern oder Schweizern ziemlich auf den Boden zurückgekommen. Klar, Luft ist da noch - keine Frage.

  • Wenn die Banken Geld einsammeln müssen, sollen sie zunächst bei den eigenen Aufsichtsratmitgliedern und bei den Vorständen einsammeln.
    Jährliche Vergütungen in mehrfacher Millionenhöhe bei Vorstandsmitgliedern keine Seltenheit. Für welche erbrachten Leistungen? Betrug, Fälschungen usw....Man erinnert vergeßliche Banker und Medienvertreter an die Jahre 2007/8 und 2009.Beitrag von der Redaktion editiert. Bitte bleiben Sie sachlich.

Serviceangebote