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Landgericht in München

Das zum Medienkonzern Burda gehörende Urlaubsportal Holidaycheck kämpft gegen falsche Bewertungen.

(Foto: dpa)

Fake-Bewertungen Holidaycheck kämpft gegen gekaufte Internet-Bewertungen

Verbraucher können darauf hoffen, sich künftig seltener über gefälschte Bewertungen zu ärgern. Vor dem Landgericht München zeichnet sich ein Erfolg für das Urlaubsportal Holidaycheck ab.
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FrankfurtDas für Verbraucher ärgerliche Geschäft mit erfundenen Bewertungen im Internet wird für unehrliche Geschäftsleute künftig womöglich schwieriger. In einem Zivilprozess vor dem Münchner Landgericht zeichnet sich ein Erfolg für das zum Medienkonzern Burda gehörende Urlaubsportal Holidaycheck ab, dessen Vorstand gegen Fake-Bewertungen zu Felde zieht.

In dem konkreten Fall geht es um die Firma Fivestar Marketing aus dem zentralamerikanischen Kleinstaat Belize, die Top-Bewertungen an mehrere Gastwirte verkauft hatte. Bezahlte Bewertungen führen aber aus Sicht von Juristen zu unlauterer Werbung.

Viele Internetportale haben daher auch in ihren Nutzungsbedingungen stehen, dass gekaufte Rezensionen nicht eingestellt werden dürfen. Holidaycheck hatte im Vorfeld der Klage die Hotels abgemahnt und will nun gerichtlich klären lassen, ob das Geschäft von Fivestar unrechtmäßig ist.

Die für Fivestar Marketing tätige Anwältin konnte unterdessen auf Nachfragen der Kammer am Donnerstag nicht nachweisen, dass die Bewerter auch tatsächlich in den betreffenden Etablissements übernachtet hatten. „Das kann doch nicht wahr sein: Die Beklagte kümmert sich um nix“, zitiert die Nachrichtenagentur dpa den Vorsitzenden Richter Wolfgang Gawinski. Demnach hatte die Anwältin Mady Meiners mehrfach erklärt, Fragen nicht beantworten zu können.

Gefälschte und gekaufte Hotel-Bewertungen sind für viele Urlauber ein Ärgernis. Doch da die Fälschungen immer professioneller werden, sind sie für Verbraucher oft nicht leicht zu erkennen. Deshalb raten Verbraucherschützer, Bewertungen im Internet immer kritisch zu betrachten und lediglich als Hilfestellung zu nutzen. Für Online-Portale wie Holidaycheck ist es daher extrem wichtig, dass die Bewertungen nicht frei erfunden sind. Ansonsten riskieren sie ihren Ruf.

In einer früheren Stellungnahme hatte Fivestar gegenüber dem Handelsblatt erklärt, dass es nach Ansicht des Unternehmens „absolut in Ordnung und selbstverständlich auch legal“ sei, Bewertungen gegen eine Aufwandsentschädigung zu vermitteln.

Fivestar vermittele ausschließlich echte Bewertungen von realen Personen. „Das umfasst natürlich auch, nur Hotels zu bewerten, in denen sie auch zu Gast waren. Aufgrund der Anzahl der von uns vermittelten Bewertungen kann das Einhalten dieser Regelungen verständlicherweise nicht in jedem Einzelfall manuell geprüft werden“, so das Unternehmen weiter. Stichprobenartig würden aber Kontrollen durchgeführt.

„Wir sind zufrieden mit dem Verlauf des heutigen Termins“, sagte eine Holidaycheck-Sprecherin dem Handelsblatt. Da das Verfahren noch läuft, wollte sie sich aber nicht weiter dazu äußern. Die Kammer will ihr Urteil am 16. August verkünden.

Mehr: 5 Sterne für 23 Euro: Mit welchen Mitteln Online-Portale nun gegen falsche Kundenbewertungen kämpfen

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  • sus
  • dpa
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