„Finanztest“-Analyse Wo Urlauber kein Bußgeld bezahlen müssen

Schon mal ein Knöllchen bekommen in Griechenland, Irland, Italien? Kein Problem. Eine Auswertung zeigt, dass Verkehrssünder die Sache in diesen Ländern häufig aussitzen können. Es kann aber lohnen, freiwillig zu zahlen.
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Bußgeldbescheide aus dem Ausland können auch in Deutschland vollstreckt werden, wenn es dabei um mehr als 70 Euro geht. Quelle: dpa
„Knöllchen ohne Grenzen“

Bußgeldbescheide aus dem Ausland können auch in Deutschland vollstreckt werden, wenn es dabei um mehr als 70 Euro geht.

(Foto: dpa)

BerlinViele EU-Länder vollstrecken Bußgelder von Touristen nicht – Griechenland, Irland und Italien etwa haben den entsprechenden Rahmenbeschluss der Europäischen Union einem Medienbericht zufolge gar nicht umgesetzt. Aber auch andere Länder treiben Bußgelder von Urlaubern oft nicht ein, wie die Zeitschrift „Finanztest“ am Montag aus ihrer aktuellen Ausgabe berichtete.

Manchmal könnten deutsche Autofahrer die Sache aussitzen – manchmal aber sei es besser, freiwillig zu zahlen. EU-Bußgelder können ab einer Grenze von 70 Euro in Deutschland eingetrieben werden, wie „Finanztest“ berichtete. Besonders die Niederlande machten davon Gebrauch.

Urlauber, die nach ihrer Rückkehr nichts mehr von ihrem Verkehrsdelikt hören, können die Angelegenheit aber in den meisten Fällen aussitzen; auch auf Briefe von Inkassobüros müssen sie nicht reagieren, wie „Finanztest“ schrieb. Inkassobüros haben demnach keine Möglichkeit, die Forderung zu vollstrecken, und setzten darauf, dass der Angeschriebene freiwillig zahlt.

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Meldung

Mängel müssen sofort bei der Reiseleitung vor Ort oder beim Veranstalter schriftlich reklamiert werden, sonst verliert der Urlauber seine Ansprüche. Der Reiseleiter muss dann innerhalb einer angemessenen Frist den Mangel beseitigen (zum Beispiel das schmutzige Zimmer putzen lassen) oder für Ersatz sorgen (etwa ein anderes Zimmer beschaffen).

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Der Reisende muss aber nur einen gleich- oder höherwertigen Ersatz akzeptieren. Wird ein erheblicher Mangel nicht behoben, kann kostenlos gekündigt werden. Wer dennoch bleibt, kann später einen Teil des Preises zurückverlangen.

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Beweissicherung

In jedem Fall sollten Urlauber Beweise sichern, also Fotos oder Videos machen und die Heimatanschrift von Zeugen notieren. Am besten ist ein Mängelprotokoll, für das es bei Pauschalreisen vorgedruckte Formulare gibt. Der Reiseleiter soll dies zumindest mit der Bemerkung „zur Kenntnis genommen” abzeichnen. Ist er dazu nicht bereit, sollten Mitreisende die Mängel bezeugen.

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Auch bei Telefonaten mit dem Reiseleiter oder Veranstalter sollte ein unabhängiger Zeuge - also nicht nur der Partner - dabei sein.

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Angekündigten Mängel

Nicht reklamieren kann, wer vom Veranstalter bereits vor Reisebeginn auf Mängel hingewiesen wurde. Verbraucher sollten vor der Buchung genau auf die Angaben im Katalog achten. Ist dort etwa allabendliche Musik auf der Terrasse angekündigt, dürfte eine Reklamation wegen Lärmbelästigung kaum erfolgreich sein.

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In einfachen Unterkünften, vor allem in südlichen Ländern, müssen Reisende mit vereinzelt auftretenden Ameisen, Kakerlaken und anderen Insekten rechnen.

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Frist

Nach der Rückkehr muss der enttäuschte Urlauber innerhalb eines Monats seine Ansprüche auf Minderung und gegebenenfalls Schadensersatz beim Veranstalter anmelden. Der Missstand sollte schriftlich mit einer detaillierten Mängelliste, Beweisfotos und Zeugenaussagen mitgeteilt werden - am besten per Einschreiben mit Rückschein, damit die Reklamation vor Gericht notfalls nachgewiesen werden kann.

Ein Autofahrer, der noch einmal in das Land reisen möchte, in dem er als Verkehrssünder erwischt wurde, muss bei einer offenen Geldbuße allerdings mit Konsequenzen rechnen, wie „Finanztest“ warnte: In manchen Ländern falle die fehlende Zahlung bei der Passkontrolle am Flughafen auf, in anderen bei einer Verkehrskontrolle. Es könne sich deshalb lohnen, freiwillig zu zahlen.

  • afp
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1 Kommentar zu "„Finanztest“-Analyse: Wo Urlauber kein Bußgeld bezahlen müssen"

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  • Dänen, Holländer und Briten werden uns also nicht als Touristen begrüßen können, wenn sie uns derart abzocken wollen.

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