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Fluggastrechte Nach Thomas-Cook-Insolvenz – Darauf müssen Condor-Kunden jetzt achten

Die Insolvenz des Reiseanbieters Thomas Cook birgt auch Gefahren für Kunden von Condor. Was ein Verbraucherschützer jetzt rät.
24.09.2019 Update: 26.09.2019 - 14:03 Uhr Kommentieren
Thomas-Cook-Insolvenz: Darauf müssen Condor-Kunden jetzt achten Quelle: dpa
Thomas Cook-Tochter Condor

Die Fluglinie ist eng mit dem insolventen Reiseanbieter verwoben.

(Foto: dpa)

Frankfurt Die Pleite des Reisekonzerns Thomas Cook hat weitreichenden Einfluss. Doch die deutsche Airline-Tochter Condor fliegt vorerst weiter. Die Bundesregierung prüft, ob sie der Fluggesellschaft einen Überbrückungskredit gewährt. Dadurch könnte die Airline von der Thomas-Cook-Insolvenz verschont werden. Viele Kunden sind jedoch angesichts der anstehenden Ferien verunsichert. Ein Überblick über die Rechte der Fluggäste.

Ich habe ausschließlich ein Flugticket, keine Pauschalreise, mit Condor gebucht. Was nun?
Derzeit fliegt Condor weiter. Für die Kunden ist das ein „unbefriedigender Schwebezustand“, sagt Felix Mehtmann, Reiserechtsexperte der Verbraucherzentrale. Denn ähnlich wie bei der AirBerlin-Pleite im August 2017 könnten zahlreiche Kunden auf ihren Flugtickets und damit auch den Kosten sitzen bleiben. Damals hatte die Bundesregierung der Fluglinie einen Kredit über 150 Millionen gewährt, um die Fluggesellschaft vorerst in der Luft zu halten und ihre Rettungschancen zu verbessern. Nach der Insolvenz hatten die Kunden das Nachsehen. Bei Condor ist die Lage ein wenig anders, weil die Fluglinie bisher wirtschaftlich gut lief. „Ich rate dazu, die kommenden Tage erst einmal abzuwarten“, so Mehtmann.

Was, wenn Condor bis zu meinem Urlaub in Konkurs geht?
Bei einem Konkurs stehen Individualreisende am schlechtesten da: Sie haben keinen Anspruch auf Ersatzflüge und müssen auf eigene Kosten neu buchen. Das von ihnen bezahlte Geld wird – sofern noch vorhanden – Teil der Insolvenzmasse, allerdings nur wenn ein Insolvenzantrag gestellt werden sollte. Dann müssten Kunden ihre Forderungen beim Insolvenzverwalter anmelden. Solche Verfahren können allerdings Jahre dauern. Einzelne Passagiere haben bei solchen Verfahren oft das Nachsehen gegenüber größeren Gläubigern, die zuerst bedient werden. „Ob sich dann die Anmeldung beim Insolvenzverwalter lohnt, müssen die Kunden abwägen,“ sagt Verbraucherschützer Mehtmann. Wenn überhaupt, sei eine Erstattung in Höhe von einstelligen Eurobeträgen zu erwarten.

Wer gilt als Pauschalreisender und wer als Individualtourist?
Als Pauschalreisender gilt in Deutschland jemand, der im Reisebüro oder einem Online-Portal mehr als eine Leistung gleichzeitig zum Gesamtpreis gebucht hat – etwa Flug, Hotel und Mietwagen. Für Pauschalreisende gilt ein Versicherungsschutz. Sie sollten den Veranstalter kontaktieren und fragen, wie sie das Ziel stattdessen erreichen können. Wer zwar in einem Reisebüro gebucht hat, aber für jede Leistung eine eigene Rechnung hat, gilt als Individualtourist. In jedem Falle sollten Kunden Rechnungen aller zusätzlich entstandenen Kosten für Fahrten oder Übernachtungen gut aufbewahren, um nach ihrem Urlaub mögliche Erstattungen einfordern zu können.

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    Kann ich schon jetzt meinen Flug stornieren und mit einer anderen Airline an mein gewünschtes Ziel fliegen?
    Theoretisch schon. Gemäß EU-Recht bekommen Fahrgäste nicht verbrauchte Steuern und Gebühren auf jeden Fall zurück. Je günstiger der Flug, desto höher ist auch der Anteil an Steuern und Gebühren. Das ergibt sich aus dem §649 BGB. Auch der Flugpreis muss erstattet werden, wenn die Airline den Platz weiterverkaufen kann. In der Regel bekämen Kunden zwischen 20 und 30 Prozent der Kosten zurück, meint Igor Maas, Mitgründer des Portals für Fluggastrechte Myflightright.de.

    Aber die wenigsten Airlines erstatten von sich aus Gebühren, Steuern oder gar den Ticketpreis. Den Geschäftsbedingungen der Condor zufolge (Seite 8) ist „eine Stornierung nur bis 24 Stunden vor Antritt der ersten Flugstrecke” entsprechend des Tarifs möglich. Je nach Buchung erhebt die Condor eine Servicegebühr in Höhe von 50 bis 200 Euro.

    Laut Bundesgerichtshof sind solche Gebühren jedoch ungültig (Az. I ZR 220/14). Daher raten Verbraucherschützer, eine Stornierung schriftlich direkt an die Fluglinie zu senden und die Erstattung von Flugpreis, Gebühren und Steuern zu verlangen. Vorlagen dazu gibt es online. Der Brief sollte per Einschreiben gesendet und der Erhalt von der Airline bestätigt werden. Doch dieses Verfahren könnte länger erheblich länger dauern, als die Stornierungsbedingungen der Airline zu akzeptieren.

    Mehr dazu:

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