Gerichtentscheid zur Bonität Ratingagentur darf nicht „oberflächlich“ bewerten

Note muss gerechtfertigt sein. Laut einem Gerichtsurteil dürfen Ratingagenturen nicht „oberflächlich“ über Bonitäten entscheiden. Das Urteil könnte weitere Prozesse in Gang treten – mit Erfolgsaussichten für Unternehmen.
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Unternehmen müssen die Note einer Ratingagentur nicht einfach hinnehmen. Quelle: dapd
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Unternehmen müssen die Note einer Ratingagentur nicht einfach hinnehmen.

(Foto: dapd)

FrankfurtUnternehmen müssen Urteile einer Ratingagentur zu ihrer Bonität nicht klaglos hinnehmen. Das Oberlandesgericht (OLG) Frankfurt verbot dem Darmstädter Wirtschaftsinformationsdienst Bisnode (früher D&B Deutschland) in einem am Montag veröffentlichten Urteil ihr Scoring über eine mittelständische Luftfahrt-Firma aus dem Raum Rhein-Main.

Das OLG erklärte, die Bewertung sei „von einer verantwortungslosen Oberflächlichkeit“ geprägt. Die Nutzer der Scoring-Werte – etwa Kunden oder Lieferanten – gingen davon aus, dass solche Bewertungen auf der Auswertung von einer Vielzahl von Daten beruhten.

In diesem Fall seien die schlechte Note und die Warnung vor einem „hohen Ausfallrisiko“ aber nur auf die Tatsache zurückzuführen, dass die betroffene Firma keine Kapitalgesellschaft sei, sondern ein eingetragener Einzelkaufmann. Das reiche für die Beurteilung nicht aus. Bei dem seit den 1990er Jahren aktiven Unternehmen sei es noch nie zu einer Insolvenz oder Zahlungsausfällen gekommen.

Bisnode war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Das Landgericht Darmstadt hatte in erster Instanz noch geurteilt, dass es sich bei der Rating-Bewertung nur um Werturteile handle, die sich nicht exakt nachprüfen ließen.

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  • rtr
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