Gerichtsurteil S&P muss für falsches Rating zahlen

Die US-amerikanische Ratingagentur Standard & Poor's hat Investoren mit einem falschen Rating in die Irre geführt. Das hat ein Gericht in Australien entschieden. Die Ratingagentur muss nun Schadenersatz zahlen.
Update: 05.11.2012 - 13:49 Uhr 10 Kommentare
Der Schriftzug von Standard & Poor's an der Unternehmenszentrale in New York. Quelle: dpa

Der Schriftzug von Standard & Poor's an der Unternehmenszentrale in New York.

(Foto: dpa)

BerlinDie US-Ratingagentur Standard & Poor's muss eine Reihe von australischen Kleinstädten entschädigen, die durch den Wertverfall von Finanzprodukten mit Top-Bewertungen Millionen verloren hatten.

Die Bewertung der Papiere der Großbank ABN Amro mit der Bestnote AAA sei "irreführend und trügerisch" gewesen, erklärte das australische Bundesgericht - das höchste Gericht des Landes - am Montag. Es verurteilte Standard & Poor's, ABN Amro sowie die Firma LGFS, die den Gemeinden die Finanzprodukte verkauft hatte, zu einer Entschädigungszahlung von 30 Millionen australischen Dollar (24 Millionen Euro).

Es sei das erste Mal, dass eine Ratingagentur auf diese Weise für die Folgen ihrer Beurteilung der Bonität eines Finanzprodukts zur Verantwortung gezogen werde, sagte Wirtschaftsprofessor Harald Scheule von der University of Technology (UTS) in Sydney der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Ende 2006 hatten 13 australische Kleinstädte, die vor allem vom Bergbau und der Landwirtschaft leben, die Finanzprodukte gekauft. Sie investierten damals zusammengerechnet 16 Millionen australische Dollar. Obwohl ihnen LGFS versichert hatte, dass das Verlustrisiko bei weniger als einem Prozent liege, verloren sie letztlich mehr als 90 Prozent ihres investierten Kapitals. Standard & Poor's, ABN Amro und LGFS müssen den Gemeinden das verlorene Geld nun zu je einem Drittel zurückzahlen und ihnen zusätzlich Zinsen auf die Summe zahlen.

Die Entscheidung des australischen Bundesgerichts dürfte weltweite Auswirkungen haben, am meisten womöglich in Europa und den USA, sagte der Anwalt der Gemeinden, Piper Alderman. Ratingagenturen könnten sich nicht länger hinter einem Haftungsausschluss verstecken. S&P zeigte sich dagegen "enttäuscht" und kündigte an, gegen das Urteil Rechtsmittel einzulegen.

 
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10 Kommentare zu "Gerichtsurteil: S&P muss für falsches Rating zahlen"

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  • Da muss das kleine Australien und deren exzellente Richter der Welt zeigen was schon überfällig ist. Deutsche Richter, unfähig wie sie in der Masse sind, bekommend es nicht hin.

  • In Anbetracht der Tatsache das die USA fast so schlechte Daten haben wie Griechenland sind diese Ratings einfach organisierte Kriminalität, und das noch gesetzlich abgesichert.

  • rating kommt wohl doch von raten ...
    Standard und poors - Durchschnitt und armselig ...

  • Eigentlich müsste sich jetzt S&P massiv abwerten ...

  • Ich sehe nicht das die EU S&P verklagt..warum eigentlich nicht. Wäre längst überfällig. Wenn S&P dann keine ratings mehr in Europa machen will - bitteschön.

  • keine Instanz sollte jemals etwas bewerten dürfen, nur der Markt

  • Super - hoffentlich ist dies erst der Anfang und nicht gleich wieder das Ende.

  • ihr bericht hat mir sehr gefallen. ich wünschte mir, dass mehr so nachdenken würden wie sie :-)

  • Guter Kommentar - sicherlich wäre das in den USA unmöglich.Zynisch könnte man "Sandy" als Hinweis/Beweis verwenden, dass es keine irdische Weltmacht gibt...

  • Ein gerechtes Urteil ,wenn auch so vermutlich so nur außerhalb der USA möglich.Denn das zwischen den selbstherrlichen Agenturen und den USA ein stillschweigender Nichtangriffspakt besteht ,ist unverkennbar.
    Probleme gibt es nur in Europa,das ist klar!Na ja wer´s glaubt....!
    Übrigends,ist Ihnen aufgefallen das die FED jetzt in großem Stil hypothekengesicherte Wertpapiere den Banken abkauft.40 Mrd US-Dollar pro Monat.In etwa die Summe wurde vor der Finanzkrise "AAA" versehen an europäiche Banken verkauft,was später diesen Instituten Milliardenverluste bescherte.Da das Weiterverkaufen außerhalb der USA nun nicht mehr möglich ist,muss die eigene Zentralbank einspringen.Das Positive daran:platzt nun die nächste Immoblase-bleiben die USA nun selbst im großen Stil drauf sitzen.Eine Dollarentwertung und Inflation größerem Ausmaßes ist dann die Folge dieser expansiven Geldpolitik.

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