Benachrichtigung aktivieren Dürfen wir Sie in Ihrem Browser über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts informieren? Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Fast geschafft Erlauben Sie handelsblatt.com Ihnen Benachrichtigungen zu schicken. Dies können Sie in der Meldung Ihres Browsers bestätigen.
Benachrichtigungen erfolgreich aktiviert Wir halten Sie ab sofort über die wichtigsten Nachrichten des Handelsblatts auf dem Laufenden. Sie erhalten 2-5 Meldungen pro Tag.
Jetzt Aktivieren
Nein, danke

Gewinne in zweistelliger Millionenhöhe Londoner Banker sollen mehr als fünf Jahre mit Insiderinformationen gehandelt haben

Zwei Londoner Banker sind wegen Insiderhandels angeklagt worden. Der Schaden soll mehrere zehn Millionen US-Dollar betragen – nicht der erste Fall der jüngsten Vergangenheit.
Update: 22.10.2019 - 15:04 Uhr Kommentieren
Zwei Banker sollen Insiderinformationen an zwei noch unbekannte Mittelsmänner verkauft haben. Quelle: imago/robertharding
Londons Finanzviertel

Zwei Banker sollen Insiderinformationen an zwei noch unbekannte Mittelsmänner verkauft haben.

(Foto: imago/robertharding)

Düsseldorf Dutzende Banker und Händler sind in der Vergangenheit bereits wegen Insidergeschäften verurteilt worden. Doch trotz teils hoher Strafen scheint die Aussicht auf leichte Gewinne immer noch sehr verlockend zu sein, wie eine Anklage in den USA zeigt. Darin wird zwei Londoner Banker in New York vorgeworfen, vertrauliche Informationen an einen internationalen Ring von Insiderhändlern verkauft zu haben.

Zwischen Dezember 2012 und Februar 2018 sollen die Beschuldigten Informationen über bevorstehende Übernahmen und Fusionen an zwei noch unbekannte Mittelsmänner verkauft haben. Als Gegenleistung sollen sie laut Anklage unter anderem Bargeld, Luxusuhren und teure Kleidung im Wert von insgesamt mehr als eine Million US-Dollar erhalten haben.

Die Tipps sollen die Mittelsmänner wiederum an Aktienhändler weitergegeben haben. Diese konnten dann entsprechende Trades abschließen, bevor die Informationen öffentlich wurden. Die illegalen Gewinne liegen laut der Staatsanwaltschaft bei mindestens mehreren zehn Millionen US-Dollar.

Die beiden Angeklagten, ein Mann und eine Frau, sollen eine Beziehung gehabt und gemeinsam in einer Wohnung in London gelebt haben, wo sie für zwei unterschiedliche Investmentbanken arbeiteten. Ihre Informationen sollen sie untereinander über kryptische Mails ausgetauscht haben, denen sie vertrauliche Unternehmensinformationen beifügten.

Die so gesammelten Informationen soll der Angeklagte schließlich persönlich an die beiden Mittelsmänner weitergegeben haben. Die Treffen wurden vorab über verschlüsselte Nachrichten-Apps und Wegwerf-Handys vereinbart.

Bei welchen Banken die beiden Angeklagten beschäftigt waren, geht aus der Anklage nicht hervor. Nach Angaben der Nachrichtenagentur Bloomberg soll die US-Investmentbank Moelis & Company aber bestätigt haben, dass der männliche Angeklagte für sie gearbeitet hat.

Auch gegen Goldman-Sachs-Banker Anklage erhoben

„Wir sind entsetzt, dass ein ehemaliger Mitarbeiter die für unser Unternehmen wichtigsten Grundwerte verletzt hat“, zitiert die Nachrichtenagentur Bloomberg einen Moelis-Sprecher. „Seit wir Kenntnis von den Vorwürfen erlangt haben, haben wir uneingeschränkt mit den Strafverfolgungsbehörden zusammengearbeitet.“

Bereits vor wenigen Tagen hatte die Staatsanwaltschaft in Manhattan Anklage gegen einen Goldman-Sachs-Banker erhoben. Ihm wird ebenfalls Insiderhandel vorgeworfen, der laut Anklage zu illegalen Gewinnen von 2,6 Millionen US-Dollar führte.

Auch in diesem Fall arbeitete der Banker während der betroffenen Zeit in London und soll zwischen April 2015 und November 2017 Informationen an einen anonymen Mittelsmann weitergegeben haben, der die Gewinne realisierte. Im Gegenzug soll der Angeklagte Bargeld erhalten haben.

Goldman bestätigte, dass der Angeklagte Investmentbanker im Privatkundengeschäft war. Die Bank habe nichts von den Vorwürfen gewusst, der Angeklagte sei inzwischen beurlaubt worden.

Mit Material von Bloomberg.

Mehr: Algorithmen analysieren, verdächtige Transaktionen aufspüren, Teilnehmer ausschließen: Antworten auf die sieben wichtigsten Fragen zur Kontrolle des Börsenhandels.

Der Handelsblatt Expertencall
Startseite

Mehr zu: Gewinne in zweistelliger Millionenhöhe - Londoner Banker sollen mehr als fünf Jahre mit Insiderinformationen gehandelt haben

0 Kommentare zu "Gewinne in zweistelliger Millionenhöhe: Londoner Banker sollen mehr als fünf Jahre mit Insiderinformationen gehandelt haben"

Das Kommentieren dieses Artikels wurde deaktiviert.