Mietrecht Dürfen Vermieter Haustiere verbieten?

Haustiere sind beliebt - allerdings nicht bei Vermietern. Ob sie ein generelles Verbot von Hunden und Katzen verhängen dürfen, muss der BGH klären. Doch es geht auch exotischer: Bei Mietern wurden schon Lamas gesichtet.
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Ein Lama in der Küche? Auch exotische Haustiere sind verbreitet. Quelle: ap

Ein Lama in der Küche? Auch exotische Haustiere sind verbreitet.

(Foto: ap)

Recklinghausen/EssenMan kann sich die Szene so vorstellen: Der Mann vom Mieterschutzbund sitzt in der Küche einer kleinen Wohnung in Mülheim an der Ruhr - und neben ihm steht ein Lama und schaut ihn an. Darf das sein? Streitereien um Tiere in Mietwohnungen beschäftigen immer wieder die Gerichte - am Mittwoch könnte ein Grundsatzurteil gesprochen werden: Der Bundesgerichtshof in Karlsruhe verhandelt darüber, ob ein generelles Verbot von Katzen und Hunden in Mietverträgen zulässig ist.

„Es ist schon manchmal erstaunlich, was sich die Leute alles in ihren Wohnungen halten“, sagt Claus Deese, Vorstand des Mieterschutzbundes in Recklinghausen. Er saß mit dem Lama in der Küche. Das Tier übrigens aß Pizza. „Wenn in einem Mietvertrag nichts Genaues zur Tierhaltung steht, muss der Mieter keine Extra-Genehmigung einholen“, sagt Deese. Das gelte auch für exotische Tiere. Schwierig werde es jedoch, wenn sich andere Hausbewohner beschwerten - aus Ekel oder Furcht.

Vor dem BGH allerdings geht es nur um einen kleinen Mischlingshund in einer Wohnung in Gelsenkirchen - und um eine Klausel im Mietvertrag, die generell Hunde und Katzen verbietet. Eine solche Bestimmung könnte unzulässig sein. Ein Amtsgericht hatte für den Vermieter entschieden, das Landgericht für den Mieter, jetzt ist der Fall vor dem BGH.

Mieter-Anwalt Hans-Eike Keller wagt keine Prognose, sagt aber, dass der zehnjährige Sohn seiner Mandanten eine psychische Störung habe und ihm die Trennung von dem Tier schwer falle. Das könnte zu einer besonderen Bewertung im Einzelfall führen. Ob der BGH gleich am Mittwoch ein Urteil verkündet, ist noch nicht klar.

Wie der Streit vor dem BGH ausgeht, möchte Deese vom Mieterschutzbund ebenfalls nicht vorhersagen. BGH-Urteile seien „nicht vorhersehbar und auch nicht immer nachvollziehbar“.

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11 Kommentare zu "Mietrecht: Dürfen Vermieter Haustiere verbieten?"

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  • Die artgerechte Haltung eines Hundes und die Haltung in einer Wohnung schließen sich nicht aus! Solange der Hund angemessen seiner Größe ausreichend Auslauf hat und Spaziergänge mit Herrchen oder Frauchen unternehmen kann, hat die Haltung eines Hundes in einer Wohnung auch nichts mit Tierquälerei zu tun. Insofern ist ihre Behauptung wohl etwas übertrieben.

  • Sind wir die USA? Die Bevölkerung der USA beträgt: 313.914.040. Die Bevölkerung der BRD beträgt: 81.726.000
    800.000 medizinisch behandelte Hundebisse auf 313914040 Menschen ist ein verschwinden geringer Anteil an der Gesamtbevölkerung... Das sind grade mal 0,25%... Davon ab ist Wikipedia keine zverlässige Quelle. Da kann jeder Depp einen Beitrag verfassen!

  • Das, lieber "Hausbesitzer" ist doch mal wieder so typisch deutsch. Da ich auch Einblick in die Situation andernorts habe und Vergleiche ziehen kann - auch nun über Jahrzehnte hinweg - kann ich mir diese Aussage erlauben. Erst vor zwei Tagen las ich in einem anderen Blatt einen Artikel über einen von einem Jäger abgeschossenen Hund (grundlos natürlich), der vor den Kommentaren von Hunde- und Tierhassern nur so strotzte. Der Moderator gab sich keine Mühe diverse niveaulose Meinungen auch nur ansatzweise zu moderieren. Wohl aber sorgte er dafür dass die Gegenaprtei gar nicht erst zu Wort kam. Es ist bekannt dass auch der deutsche Staat mittels entsprechend hoher Hundesteuer versucht die Leute vom halten von Hunden abzuhalten. Die nächste Verteidigungslinie bilden dann die Vermieter, die ihr Ihriges dazu tun es den Leuten so schwer wie irgend möglich zu machen. Nicht jeder der sich ein Haustier hält kann sich Eigentum leisten. Ich sage Ihnen ehrlich: Hunde, und überhaupt Tiere, sind mit lieber als Menschen. Und ein Hundehaufen, oder auch 20, sind mir lieber als schreiende Kinder den ganzen Tag, die überall ihren Müll liegen lassen (wobei deren Erzeuger da oft nicht besser sind diese Tage) und oft auch noch unverschämt und handgreiflich werden wenn man sie bittet es etwas runter zu schrauben. Natürlich ist es billig die Schuld auf die Tiere zu schieben, die sich nicht wehren können. Und die Leute, die sich solcher Tiere annehmen, wenn es sonst keiner tut, auch noch abzustrafen indem man ihnen Wohnraum verwehrt.

  • http://www.tierheimlinks.de:
    Nur wer ein Tier aus dem Tierschutz zu sich holt, anstatt das Geschäft mit der "Ware Tier" durch Nachfrage weiter zu fördern, hilft Tierelend auf lange Sicht zu verringern. Wer ein Tier aus einem Tierheim holt, gibt ihm eine neue Chance auf Glück. Ein Tier aus dem Tierheim kann mehrere Vorteile haben. Vor allem gibt man so Tieren ein Zuhause, die sonst vielleicht lange in einem Heim leben müssten. Außerdem hat man die Möglichkeit, ein erwachsenes Tier zu sich zu nehmen, das schon stubenrein ist und häufig zumindest den Grundgehorsam erlernt hat, so dass die Erziehung weniger aufwendig ist als bei einem Welpen. Schließlich ist gerade bei Hunden und Katzen nicht nur die Erziehung, sondern auch die Persönlichkeit wichtig. Zum Beispiel ist eine bestimmte Dickköpfigkeit erst später erkennbar - und kann auch bei guter Erziehung auftreten.
    http://www.fressnapf.de/community/tierheime/homepages

  • Zum Thema ängstliche Nachbarn aus Wikipedia:

    "Die US-Gesundheitsbehörde beziffert die jährliche Anzahl medizinisch behandelter Hundebisse in den USA mit insgesamt etwa 800.000, die Hälfte davon Kinder. Etwa 16 Verletzte sterben jährlich.[6]"

    Warum sollte es erlaubt sein, so ein Viehzeug in einem Haus zu halten????

  • Ein Hund hat grundsätzlich nichts in einer Wohnung verloren. Die vermeintlichen Tierliebhaber sind im Grunde genommen Tierquäler. Und wenn jetzt aber jemand kommt und meint, aber doch so ein ganz Kleiner. Dann sind da noch die größeren Tierquäler, weil die sich eine überzüchtetes Vieh gekauft haben.

    Im übrigen sind Hunde in den Wohngebieten eh eine Plage, weil man keinen Schritt laufen kann ohne in Hundescheiße zu treten.

  • ---Und Deese erinnert sich an einen Fall, ebenfalls in Mülheim, bei dem ein Mieter zwölf Frettchen besaß. „Die ganze Hütte hat gestunken, ich bin rückwärts wieder raus“---

    Ist dann wohl mehr ein Fall für das Gesundheitsamt.

  • Zitat: „Alles, was in Aquarien, Terrarien und Käfigen kreucht, fleucht und schwimmt, darf in Wohnungen gehalten werden - auch gegen den Willen des Vermieters“

    Wie sagte schon Willy Brandt? "Es wächst zusammen, was zusammengehört" oder besser: Gesinnungskumpane erkennen sich am Geruch.

  • Mein Vorschlag zur Güte, lieber meantres: Ein Wohnungsgenossenschaft gründen, gemeinsam mit den Tierfreunden ein Haus bauen und dann mit dem ganzen Viehzeug einziehen. Das ist viel günstiger als dem bösen Vermieter jeden Monat Geld zu überweisen, der sich dann auch erdreistet von Hunden zerkratzte Türen und Böden in Rechnung zu stellen oder keine Frettchen mag und die aus dem Haus haben will.

    Oder statt in Hund und Katz zu investieren in ein eigenes Häuschen.

  • Vermieter sollten sowieso völlig entrechtet werden. Warum bilden diese Geldsäcke immer noch ein, dass sie über ihr Eigentum irgendein Verfügungsrecht haben? Kinder dürfen in Mietwohnungen schließlich auch alles. Wenn hier Zargen durch die Bobbicars demoliert werden, der Hausflur zum zweiten Kinderparadies wird und der Nebenmieter die Miete wegen des Lärms mindert, dann hat der Vermieter einfach mal die Klappe zu halten und sich mit seinem Schicksal abzufinden. Warum war er auch so doohf in Betongeld zu investieren? Tiere sind ein Grundrecht für alle Mieter - wie Internet, Bier und Kabel-TV. Schon ärgerlich genug, wenn man wegen des Nichtlüftungs-Schimmels an den Wänden auf eigene Kosten beim Vermieter anrufen muss. Hier wäre ein Richterspruch über eine kostenlose Servicehotlinepflicht für die Geldsäcke ausdrücklich wünschenswert. Muss ich gleich mal mit meinem Anwalt bereden. Über die Prozesskostenhilfe ist Prozessieren für mich ja kostenlos. Übrigens - aufräumen sollte der feine Herr Vermieter in meiner Küche auch mal wieder - da sieht es aus...

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