Nach Insolvenzantrag Prokon will Windparks verkaufen

Prokon-Chef Rodbertus hat sich zur Zukunft seines insolventen Unternehmens geäußert. Er glaubt an eine Fortführung der Geschäfte. Es seien jedoch Verkäufe geplant. Die Mitarbeiter applaudieren lautstark.
Update: 23.01.2014 - 18:04 Uhr 13 Kommentare
Prokon-Geschäftsführer Carsten Rodbertus (rechts) und Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin sprachen am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in einer Prokon-Werkshalle. Quelle: dpa

Prokon-Geschäftsführer Carsten Rodbertus (rechts) und Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin sprachen am Donnerstag bei einer Pressekonferenz in einer Prokon-Werkshalle.

(Foto: dpa)

ItzehoeVor laufenden Kameras, in einer mit Turbinenteilen bestückten kargen Werkshalle, berichtet Prokon-Chef Carsten Rodbertus in Itzehoe über die Schieflage im Öko-Unternehmen - und erhält dafür donnernden Applaus. Wer erwartet hätte, dass ihn mehrere hundert Mitarbeiter auspfeifen, sieht sich getäuscht. Auch der vorläufige Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin muss seine Erklärungen wegen der lautstarken Zustimmung unterbrechen. Die Mitarbeiter hören es gern, als er von der angestrebten Fortführung des Unternehmens spricht. Ob das gelingen wird, ist aber noch offen.

„Wir glauben, dass wir auch in einem vorläufigen Insolvenzverfahren die Fortsetzung des Unternehmens herstellen können“, beteuert Rodbertus. Es seien zwei Gespräche mit Marktteilnehmern über den Verkauf von Windparks geführt worden. Rodbertus sprach von einem „gewissen Anteil“ des Portfolios. Mit dem Verkauf von Windparks werde der Nachweis erbracht, dass es stille Reserven im Unternehmen gebe. Es weist auf seiner Internetseite 314 Windenergieanlagen (Stand: 31.12.2013) aus.

Betroffen von der Prokon-Insolvenz sind 480 Mitarbeiter der Prokon Regenerative Energien GmbH, für die ein Insolvenzantrag gestellt worden ist. Insgesamt beschäftigt das Unternehmen rund 1300 Mitarbeiter. Rodbertus räumte Fehler ein, die sein Unternehmen in Schieflage gebracht hätten. Er halte jedoch am Geschäftsmodell fest. „Die Fortführung des Kerngeschäfts, das ist das Windgeschäft, steht für mich außer Frage“, ergänzte der vorläufige Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin. Er werde alles für die Weiterführung des Unternehmens tun. Zunächst werde die Liquiditätslage geprüft. Nach den ersten 24 Stunden sei man jedoch „soweit man das schon sagen kann, auf einem guten Weg“.

Nach Penzlins Angaben ist es bislang aber unklar, ob tatsächlich ein Fall von Insolvenz vorliegt. Der Insolvenzantrag sei „aus Vorsichtsgründen“ gestellt worden, sagte er. Ob eine Insolvenz vorliege, hänge von der rechtlich sehr schwierigen Frage ab, ob das fällige Genussscheinkapital von Anlegern als Forderung berücksichtigt werden müsse oder nicht. Drei Rechtsgutachter seien damit beauftragt worden, diese Frage in den kommenden Wochen zu klären.

Das Problem sei ausschließlich das gekündigte Genusskapital, sagte Penzlin. Deswegen habe der Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gestellt werden müssen. Kürzlich hatte das Unternehmen mitgeteilt, 227 Millionen Euro von 1,4 Milliarden Euro an Genusskapital seien gekündigt worden. Neuere Zahlen nannte Penzlin am Donnerstag nicht. Prokon hat rund 75.000 Anleger.

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13 Kommentare zu "Nach Insolvenzantrag: Prokon will Windparks verkaufen"

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  • @Leser_A
    Die EEG Zwangsabgabenzahlung ist eine Subventionierung der Erneuerbaren Energieerzeuger. Durch diese EEG-Zwangsabgabe auf der Stromrechnung ist jeder Endverbraucher gezwungen die Windmühlen- Fotovoltaik- und Faulgasbetreiber ihren vom Staat garantierten Profit und Einspeisevorrang zu gewähren. Somit zahlen wir mit der EEG-Zwangsabgabe die Profite (Abzockerbeträge) der Erneuerbaren Energie (EEG) Mafia!

  • @hanwufu
    Und der Staat kann jederzeit, wenn es diesem zu dumm oder machtpolitisch gefährlich wird, eine Sonderabgabe oder Steuer auf die Erzeugung von Windmühlenstrom oder allgemein auf Erneuerbaren Energiestrom verlangen. Siehe Beispiel Spanien oder die Willkürliche vorzeitige Abschaltung der Kernkraftwerke in Deutschland.

  • klar, NEID zieht immer. Wenn der Nachbar im Jahr 350 EUR mit PV macht oder der Dorfbauer mit seinem Windrad versucht, seinen Betrieb mit Zusatzeinnahmen gegen riesige industrielle Agrarfabriken Existenz zu sichern, oder Bürger sich zusammentun um die dt. Energiewirtschaft demokratischer d.h. näher beim Bürger, also Dezentral zu machen - ja das ist ganz schlimm. Atommüll für Jahrhunderte, ganze Landstriche die in Mondlandschaften "umgewandelt" werden und Menschen denen deshalb ihr kompletter Lebensraum mitsamt ihrer Heimat abgerissen wird - nur um einmalig diese Kohle durch den Schornstein zu jagen - ja, das ist ganz sozial und so nachhaltig. Und den Energiemanagern gehört dafür ein jährl. Millionensalär gezahlt. Aber diese Jungs treffen Sie ja nicht jeden Tag. Aber ihren Nachbarn!!

  • @HofmannM

    Eine Änderung der Subventionssätze betrifft i.d.R. nur Neuanlagen. Ansonsten gilt die Subventionszusage die bei Genehmigung des Antrags versprochen wurde (Das ist ja einer der Punkte die unsere lieben Politiker die das EEG verzapft haben nicht kapiert haben, dass sie die Subventionen erstmal zwei Jahrzehnte an der Backe haben). Ohne eine solchen Bestandsschutz würden höchstwahrscheinlich ziemlich viele Betreiber solcher Anlagen vor Gericht gegen die BRD ziehen.

    Blöd gesagt: Man kauft keine Windkraftanlage, sondern eine Art Geldverschenkungsmaschine (Die so chaotisch Strom erzeugt, dass am Ende eh ein Großteil geerdet wird... aber Geld gibt es es trotzdem).

  • aaalso ..., die EE werden NICHT subventioniert, denn die EEG-Umlage zahlt der Endkunde und sie steht auf seiner Rechnung. Haben Sie schonmal eine Umlage für Unendlichkeitslagerkosten für Atommüll oder Luftverpestungsfolgekosten auf ihrer Stromrechnung gesehen? Nee? Achso, deshalb ist Atomstrom so billig und EE so teuer. Verstehe! Zweitens: Ihr Argument impliziert (dennoch) Atom und Kohlekraftwerke seien jetzt bzw. zukünftig billiger bzw. wirtschaftlicher. Und bezeichnen die EE-Anlagenerbauer als Abzocker. Sie wollen aber nicht behaupten, dass OHNE die massive Unterstützung der EE die 4 Energiemonopolisten in D das freiwillig selbst getan hätten? Genau, denn z.Z. sieht man den massiven Lobbyeinfluss auf die Bundes- und EU-Politik, mit dem Versuch, den EE vollends den Garaus zu machen! Fazit: Ohne Anschubanreize geht es NICHT (bisher: 30 Mrd. für EE, > 600 Mrd. für Atomenergie). Sie schreiben: "Staatliche Subventionen wie das EEG machen ein Produkt nicht attraktiver, sondern unberechenbarer und zum Schluss wird ein Verlustgrab daraus!" Das stimmt. Deshalb ist die DDR untergegangen. Wenn Sie aber nun behaupten, die Energieerzeugung aus dem 19. und 20. Jahrhundert sei "wirtschaftlicher" als die Erzeugung durch EE, bzw. EE= Armut+Mangel, und der Staat soll doch bei den dreckigen Energien bleiben, dann reden Sie nicht von Marktwirtschaft, sond. setzen sich in die nächste Timecapsule und reisen wieder hinter den Vorhang. Sie liegen nämlich 1. komplett daneben und 2. wäre genau DIESES Planwirtschaft (= ineffiziente (Energie-)Wirtschaft gestützt durch Machtmonopole)! Ein kleiner Film wird ihnen viell. Augen öffnen: http://www.heute.de/atomkurs-statt-energiewende-eu-kommission-setzt-auf-atomkraftwerke-31564822.html

  • ich das ähnlich wie "herrkon". Bei einer fertigen Anlage fällt das Baurisiko bzw. Projektrisiko weg. An dieser Risikoart sind schon größerer Player gescheitert (z.B. die 1Mrd Abschreibung bei Siemens für Offshore). Die Risikoprämien für ein laufende Anlage (oder auch schlüsselfertige) Anlage ist eine andere Welt wie für die Finanzierung der Bauphase (sind i.d.R. auch zwei unterschiedliche Märkte).

    Blöderweise ist Prokon quasi unter Zugzwang. Die potentielle Bieter werden sich (a) die Rosinen rauspicken, und (b) sich nicht gerade überbieten.

    Ich verstehe nicht ganz warum Prokon unbedingt auf der Assetseite aktiv wird, weil das Finanzierungsmodell ihrer Passiva so oder so vollkommen im Eimer ist.

  • Kann man mit 314 Windenergieanlagen 480 Mitarbeiter durchfüttern und dann noch 8% aufs Kapital zahlen?

  • Ja das stimmt schon. Gerade als Energiequelle für die Industrie ist das zu teuer selbst wenn es sich um Offshore-Anlagen handelt muss man ohne Subventionen sehr gut nachrechnen.

    Aber wenn man wenig für die Übertragung zum kleinen Endkunden
    blechen muss denke ich schon das man Windstrom für 10 Cent/kWh
    Netto verkaufen kann.

    Das Argument das die Baukosten sinken wird sich denk ich mal
    nicht bewahrheiten da man viel Metal benötigt und das Angebot
    dort nicht mehr sondern weniger wird.

  • @herrkon
    Sie müssen eines bedenken beim Kauf eines von staatlichen Subventionen abhängigen Produkts!
    Nicht der freie Wettbewerbsmarkt auch Marktwirtschaft genannt (freies Angebot und freie Nachfrage) bestimmt über die Rentabilität des Produktes Windmühlen bzw. Solarmodule oder auch Faulgasenergie, sondern die Gesetzgebung (Willkür) des Staates, der diese Subventionsgesetz EEG ins Leben gerufen hat. Der deutsche Staat wird so oder so zu einer Lösung kommen, dass gravierende Einschnitte ins EEG vorsieht und damit ist die Ertragslage von Windmühlen (die diese ja in einer freien Marktwirtschaft nie hatten) nicht mehr gegeben. Verlust werden durch Subventionsvorteilsstreichungen und neue Besteuerungen und Abgabenbelastungen für die sog. Erneuerbaren Energien in Zukunft zur Normalität werden!
    Staatliche Subventionen wie das EEG machen ein Produkt nicht attraktiver, sondern unberechenbarer und zum Schluss wird ein Verlustgrab daraus! Die Investoren werden weltweit mehr in neue Kohle- und Kernkraftwerke investieren und die sog. Erneuerbaren Energien werden durch die Kürzung der staatlichen Subventionen der normalen wirtschaftlichen Insolvenz-Tod sterben. Bei dem einen etwas schneller und bei dem anderen dauert es etwas länger. Zum Schluss sind aber dann alle sog. Erneuerbaren Energie Abzocker pleite. Und das ist auch gut so! Energiewende/EEG/Energieeinsparparolen = Armut und Mangel!

  • Dumm ist wer Dummes tut. Dumm war es einer dubiosen Firma Geld zu geben, das diese dann für Werbung, ihre Mitarbeiter, überhöhte Zinsen und etwas Anlagenbau verbruzzelt. Alle WK-Anlagen sind mit dem Ertragswert zu bewerten. Anlagen, die seit drei Jahren laufen, liefern hier gute Zahlen. Eine 5 Jahre alte Anlage mit einer Restlaufzeit von 15 Jahren wird wahrscheinlich mit dem 5 - 7 fachen seines Nettojahresmsatzes bewertet werden. Anlagen die 18 Jahre alt sind, werden wertlos sein. Wenn dann noch 40% des angelegten Kapitals ausgezahlt werden können, wäre das sehr gut. Die Sanierung wird sehr einfach sein. Das Genusskapital wird in Anteilsscheine umgewandelt, vielleicht sogar in Aktien, die dann gehandelt werden können. Ihr Wert steht in den Sternen.

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