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Nachgefragt Michael Ambros „Ohne Bewertungen sind Firmen auf Google heute nicht mehr wettbewerbsfähig“

Das Unternehmen eKomi hat sich auf die Verwaltung von Nutzerbewertungen spezialisiert. Zu den Investoren zählt die US-Investmentbank Goldman Sachs.
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Der eKomi-Gründer bietet mit seiner Firma ein Tool an, über das Unternehmen Bewertungen sammeln, auswerten und verwenden können. Quelle: eKomi
Michael Ambros

Der eKomi-Gründer bietet mit seiner Firma ein Tool an, über das Unternehmen Bewertungen sammeln, auswerten und verwenden können.

(Foto: eKomi)

Herr Ambros, was zeichnet eine echte Bewertung aus?
Eine Bewertung ist nur dann echt, wenn ein Kunde das Produkt tatsächlich gekauft hat und für eine Rezension keinen finanziellen Anreiz erhält. Wichtig ist, dass eine konkrete Transaktion dahintersteckt. Das kann ein Einkauf oder die Abwicklung einer Beschwerde sein. Auf Internetportalen wie den Empfehlungsplattformen Tripadvisor, Trustpilot oder Yelp bewerten die Nutzer keine Transaktionen, sondern geben nur ihre Meinung etwa zu Reisezielen und Restaurants preis.

Was macht Ihr Unternehmen genau?
Wir haben eKomi 2008 gegründet, weil wir gemerkt haben, wie wichtig Nutzerbewertungen für Unternehmen sind, die in der Suchmaschine Google gefunden werden wollen. Damals konnten wir allerdings noch nicht ahnen, wie stark sich dieser Trend weiterentwickeln wird. Ohne Bewertungen sind Firmen auf Google heute nicht mehr wettbewerbsfähig.

Wer sind Ihre Kunden, und was bieten Sie ihnen konkret?
Wir haben viele Kunden aus dem Bank- und Versicherungsbereich. Besonders stolz sind wir auf unseren Kunden Axa. Der Versicherungskonzern wickelt sein weltweites Bewertungsmanagement über uns ab. Wir bieten ein Softwaretool, über das die Firmen Bewertungen sammeln, auswerten und nach außen hin verwenden können. Wir knüpfen an allen Orten an, an denen die Unternehmen mit ihren Kunden in Berührung kommen. Bei Versicherungen kann das beispielsweise das Beratungsgespräch in der Filiale, der Neuabschluss einer Police oder die Meldung eines Schadensfalls sein. Immer dann, wenn eine solche Aktion abgeschlossen ist, erhalten die Kunden eine E-Mail von uns mit der Bitte, eine Bewertung abzugeben.

Was passiert mit den Bewertungen?
Diese Bewertungen können die Unternehmen unter anderem auf ihrer Homepage, in der Fernsehwerbung oder auch auf unserer Vergleichsplattform BankingCheck zeigen. Wir sind zudem einer von nur 15 Lizenzpartnern weltweit, die auf den Werbeplätzen von Google Sterne als Bewertung einblenden dürfen.

Welchen Anreiz haben Kunden, eine Bewertung abzugeben?
Eine finanzielle Belohnung bekommen die Kunden nicht. Viele Verbraucher geben aber gerne eine Bewertung ab, wenn wir ihnen versprechen, dass sie damit auf der Startseite des Unternehmens auftauchen werden. Sie sind durchaus bereit, ihre Erfahrungen mit anderen Menschen zu teilen, damit diese bessere Kaufentscheidungen treffen können, als sie selbst das konnten.

Wie verdient eKomi Geld?
Die Unternehmen zahlen für den Einsatz der Software, aber nicht für die Bewertungen selbst. Nur wer seine Bewertungen professionell managt, hat die Chance, die komplette Bandbreite abzubilden. Stellen Sie sich vor, Sie gehen in ein Café: Wann würden Sie eine Bewertung auf einem Internetportal abgeben? In der Regel nur dann, wenn Sie eine besonders gute oder eine besonders schlechte Erfahrung gemacht haben. Mittelmäßige Bewertungen würde es kaum geben. Anders sieht es aus, wenn Sie direkt am Ausgang gefragt werden, wie Sie das Café fanden. Dann würden Sie sicher auch eine kurze Bewertung abgeben. So ähnlich funktioniert eKomi.

Wie sollten Unternehmen damit umgehen, wenn Kunden nur schlechte Bewertungen abgeben?
Grundsätzlich sollten Unternehmen die Bewertungen hinnehmen, wie sie sind. Sie sollten sich sagen: „So sind wir eben.“ Sind die Bewertungen aber extrem schlecht, sollte sich das Beschwerdemanagement mit den Kunden in Verbindung setzen, um die Ursachen zu klären.

Wie können Sie gefakte Bewertungen verhindern?
Wie bereits gesagt, muss hinter einer Bewertung immer eine konkrete Transaktion stecken. Außerdem verpflichten sich die Unternehmen zu hohen Vertragsstrafen, wenn sie gegen diese Regeln verstoßen.

Viele Verbraucher trauen aber Bewertungen im Internet generell nicht. Wie können Sie das ändern?
Ein Weg ist unsere Zusammenarbeit mit dem Tüv Saarland. Seit ein paar Monaten dürfen wir ein Echtheitssiegel für die Bewertungen, die über unser Tool entstehen, herausgeben.

Wer steckt noch hinter eKomi?
Ich bin Mehrheitseigentümer; zu unseren Investoren zählt aber auch die US-Investmentbank Goldman Sachs.

Mehr: Gekaufte oder sogar gefälschte Kundenbewertungen sind ein großes Ärgernis für Verbraucher und Portale. Wie sich die Bewertungsportale nun dagegen zur Wehr setzen, lesen Sie hier.

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