Nachgerechnet Der große Bluff mit den Meilenprämien

Bonusmeilen sammeln ist ganz einfach. „Jeder Euro eine Meile“ – so wirbt etwa die Lufthansa für ihre Miles-&-More-Kreditkarte. Das Meilenkonto wächst nicht nur beim Fliegen. Doch die Enttäuschung kommt beim Einlösen.
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Der Bluff mit Prämienmeilen

35 000 Meilen hat eine Miles-&-More-Kundin schon auf dem Meilenkonto. Das heißt, die Kundin hat über die Jahre 35 000 Euro mit ihrer Lufthansa-Kreditkarte ausgegeben. Vielleicht auch ein bisschen weniger, ab und zu gibt’s ja auch doppelte Meilen. Und Flüge zählen auch wieder anders. Jedenfalls müsste da doch eine ordentliche Prämie drin sein.

Auf der Miles-and-More-Webseite steht’s unter „Meilen einlösen“: 30 000 Meilen reichen schon für einen Freiflug innerhalb Europas. Rom wäre doch so ein Traumziel: Ein Klick zur Buchung. Freiflug? Fehlanzeige. Gebühren und Kerosinkosten über 140,35 Euro sind da noch fällig. Zu zahlen in bar oder mit weiteren 18 000 Meilen. Ein schneller Check im Internet zeigt. Für 137 Euro wäre der gleiche Flug schon bei Air Berlin zu haben. Inklusive aller Steuern und Gebühren. Macht drei Euro weniger, als der „Freiflug“ bei Miles&More kostet.

Gertrud Hussla prüft regelmäßig Finanz- und Rentenprodukte. Quelle: FRANK BEER für Handelsblatt

Gertrud Hussla prüft regelmäßig Finanz- und Rentenprodukte.

(Foto: FRANK BEER für Handelsblatt)

Also lieber weitersammeln? Für einen Fernflug von Düsseldorf nach New York sind 60 000 Meilen nötig. Doch hätte die treue Kundin die schon beisammen, sähe das Bild auch nicht viel besser aus. 342,95 Euro Gebühren und Steuern kostet hier der „Freiflug“ obendrauf. Für 478 Euro bekäme sie schon den Flug ohne Prämien bei Lufthansa, alles inklusive. Ersparnis: 135 Euro. Und das nach Einkäufen über 60 000 Euro? Da sollte sie vielleicht doch noch auf ein günstigeres Meilen-Schnäppchen warten und den Flug selbst bezahlen.

Das aber möglichst nicht mit der Kreditkarte. Die Lufthansa nimmt für Plastikgeldzahlungen bei Überseeflügen 18 Euro „optional payment charge“. Diese Extragebühr ist bei jeder Kreditkarte fällig, selbst wenn es eine Lufthansa-Kreditkarte ist.

Überweist die Karteninhaberin die 478 Euro per Bank, ist die Extra-Gebühr nicht fällig. Dann entgehen ihr zwar insgesamt 496 Meilen. Laut Onlineshop von Miles&More entsprechen 330 Meilen aber gerade mal dem Gegenwert von einem Euro Prämie. Ganze 1,50 Euro Prämie entgehen ihr also mit dem Verzicht auf die Kreditkartenzahlung.

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24 Kommentare zu "Nachgerechnet: Der große Bluff mit den Meilenprämien"

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  • Letztendlich zählt der 1000er Meilenpreis. Ob über Abos oder ähnliches - Das rechnet sich immer.
    Bei einer 10-Ratio (10 Euro pro 1000 Meilen) lohnt sich bequem ein Lufthansa Business Flug. Dafür braucht man 105.000 Meilen in die USA. Ergo: 1050 Euro + Gebühren ca. 1.500€ für ein Flug in Business.

    Selbst das Handelsblatt bietet wieder nette Miles More Abos an. Auch mit ner 10er Ratio.

    Woher ich die Tipps habe?
    Googelt mal nach First Class and More.

    Ich jedenfalls fliege kein Eco mehr.

  • Meine 100 000 gesammelten Meilen verfallen Ende Juni 2013. Früher war ich mal frequent traveller, jetzt bin ich seit 2007 nur mehr normaler traveller. Ich möchte nun meine Meilen gerne einlösen für einen Flug zu Ostern, habe auch mehrere Alternativen, aber nie ist ein Kontingent frei. Wer hilft mir!
    Wollte Wien - Brisbane - bis Singapore ok, aber dann weiter keine Kontingente! Nun Galapagos: Wien - Guayaquill,... wieder sehe ich "keine Flüge zu dieser Zeit verfügbar. Wien - Dom. Rep. wieder das Gleiche
    Liegt es wirklich an der Zeit, oder gibt es keine Freiflüge mehr? Jetzt weiß ich endlich, was der Spruch "die gute alte Zeit" bedeutet!!!
    Und was lese ich hier, für Freiflüge muss man einige hundert Euro an Tax und Buchungsgebühr bezahlen, was soll denn das, das ist ja dann kein Freiflug mehr!!!
    Habe 2004 einen Freiflug Wien - Manila via Singapore eingelöst, habe nichts dazu bezahlt, bekam sogar für meinen damals 3 Monate alten Sohn ein Freiticket dazu - ohne jeglicher Aufzahlung, da er ja noch keinen eigenen Sitz brauchte - gab ein Kinderbett hängend,... war alles echt toll und WIRKLICH gratis!!!!
    Freue mich auf Antworten!!!
    Manuela

  • Dafür kann m&m aber rein garnichts wenn die Buchungsklassen bei Turkish Airlines und SAS nicht meilenfähige Buchungaklassen sind ? Und dass diese beiden Airlines nicht für die das Erfliegen des Frequent Traveller zählen ist auch klar ? Vielleicht sollten sie sich mal richtig informieren, statt vorschnell hier zu urteilen!

  • Nur ein weiteres Beispiel:
    mein Vater ist im letzten Jahr ca. 35 Segmente mit Star Alliance, vorwiegend mit LH, AU, TKY, Germanwings und SAS. Im Programm 2013 hieß es, wer 30 Segmente im Jahr schafft, kriegt den Frequent Traveller Status.
    Das Versprechen war jedoch eine reine Schickane. Für mehrere Flüge mit Austrian und Turkish wurden gar keine Meilen gutgeschrieben, weil der jeweilige Flug mit einem Star Alliance Member laut Lufthansa M&M nicht meilenberechtigt sei. Diese Tatsache ware aber nirgends bei der Buchung vermerkt. Weder haben die nachträglichen Meilengutschriftanträge noch Emails an den Support von M&M geholfen. In den Antworten hieß es, es sei eine nicht meilenberechtigte Klasse gebucht worden...obwohl die jeweils gebuchte Klasse laut AGB von M&M stets meilenberechtigt war. Jedenfalls hat mein Vater imVertrauen auf den Statuserwerb teuere ausgaben getätigt und im Ergebnis durch die LH irre geführt worden. Wäre er mit anderen Airlines geflogen, so gätte er einen fetten, mindestens vierstelligen Betrag gespart. Im Ergebnis ist das Geld futsch, Status nicht da, Papa fühlt sich abgezockt. Danke LH!

  • Dann rechnen Sie das doch mal für Business Class Flüge. Natürlich braucht man entsprechende Meilen. Aber da kommen Sie zu ganz andern Ergebnissen . Das rechnet sich hervorragend.
    Wolfgang

  • Die gleiche Thematik zählt auch für die Swiss. Ich habe es auch schon versucht das sich das Konsumentenmagazin Kassensturz sich dem Thema annimmt was leider bis heut noch nicht geschehen ist. Für ein Eco Freiflug Europa soll ich CHF 160.- an Gebühren zahlen. Ein Flug mit Gebühren bekomme ich für unter CHF 100.-. Anmerkung. Es gibt Meilenprogramme der Airline nur die effektiven Gebühren zahlt und nicht noch die Treibstoffgebühren, diese sind eh ein Witz und verfälschen die Ticketpreise.

  • Das ganze Programm stinkt. Meilen-Economy-Flug innerhalb der EU gecheckt. Zu zahlende Steuern in Economy 253 Euro, in Business 2 Euro weniger - 251 Euro. Wird da quersubventioniert oder was? Ganz zu schweigen davon, dass der Flug über swoodoo.com für 170 inkl. Stueern zu buchen war.

  • Meine Familie (2+2) ist für 280000 Meilen und 1500 Euro Gebühren nach Malaysia geflogen. Mit Emirates hätte es 2500 Euro gekostet. 280000 Meilen sind gerade mal 1000 Euro Wert. Außerdem zwang man uns beim einchecken die Koffer umzupacken, weil sie mehr als 23kg gewogen haben obwohl ich insgesamt deutlich unter dem erlaubten Gesamtgewicht von 92kg war. Ich habe dann noch mal 85000 Meilen für einen kleinen Koffer im LH World Shop ausgegeben. Es hat auch nichts genutzt Senator zu sein. Meilen sammeln lohnt nicht wirklich.

  • Die Meilen Programe von LH + AB sind eine Luftnummer.
    Flug MIA-DUS mit AB 35.000 + 360,- € TAX etc. Gleicher Flug
    mit American Airlines auf AB gebucht ( One World) 20.000
    Meilen und , ja Sie lesen richtig!!! € 3,50 Tax (DREI,
    FÜNF-NULL) Fazit keine Meile mehr mit LH+ AB.
    Da hilft auch nicht das AIR FRANCE/ KLM noch mal den
    Vogel abschießt, die können Sie ganz vergessen!

  • Hier eine Statistik:
    Wenn ALLE M&M Meilensammler ALLE gesammelten Meilen ALLE gleichzeitig einlösen, wären ALLE Lufthansamaschin für ca. 10 Monate komplett ausgebucht!
    Was sagt uns das:
    ZUVIELE Meilen = ZUWENIGE Flugzeuge!

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