Neue EU-Verordnung Online-Händler müssen über Schlichtungsplattform informieren

Einfach, unbürokratisch, kostenfrei: Die EU will die außergerichtliche Belegung von Streitigkeiten zwischen Online-Händlern und Verbrauchern mit einem Info-Portal erleichtern. Künftig müssen Händler darauf verlinken.
Die EU will eine Plattform einrichten, bei der alle nationalen Schlichtungsstellen für Online-Käufe gelistet sind. Darauf sollen Händler künftig hinweisen müssen, so eine neue EU-Verordnung. Quelle: dpa
Neue Plattform

Die EU will eine Plattform einrichten, bei der alle nationalen Schlichtungsstellen für Online-Käufe gelistet sind. Darauf sollen Händler künftig hinweisen müssen, so eine neue EU-Verordnung.

(Foto: dpa)

KölnOnline-Händler in der Europäischen Union müssen ihre Kunden künftig auf eine neue Plattform zur außergerichtlichen Beilegung von Streitigkeiten bei Online-Geschäften hinweisen. Am Samstag tritt eine entsprechende EU-Verordnung in Kraft.

Für Verbraucher in Deutschland ändert sich zunächst aber nichts – aus zwei Gründen: Erstens gibt es die Plattform, auf der die EU-Kommission künftig über Schlichtungsstellen in einzelnen Mitgliedsstaaten informiert noch nicht, und zweitens ist das damit eng verbundene Verbraucherstreitbeilegungsgesetz (VSBG) in Deutschland noch nicht in Kraft getreten.

Beides dauert noch: Laut Europäischer Kommission wird die Plattform am 15. Februar 2016 freigeschaltet; das VSBG geht vermutlich Ende Januar durch den Bundesrat.

Das VSBG sieht vor, dass Verbraucher und Unternehmen Streitigkeiten in Zukunft öfter außergerichtlich beilegen können. Staatlich anerkannte Schlichtungsstellen sollen in Zukunft in allen Belangen zwischen den Parteien vermitteln.

„Verbraucher können bei Streitigkeiten etwa über Mängel von Produkten oder Dienstleistungen in einem einfachen, unbürokratischen und für sie regelmäßig kostenfreien Verfahren versuchen, eine Schlichtung zu erreichen“, erklärte Justiz- und Verbraucherminister Heiko Maas (SPD) Ende Mai 2015, nachdem die Bundesregierung den Gesetzentwurf beschlossen hatte. Die Schlichtung führe häufig zu einer zügigen einvernehmlichen Lösung, so dass der Weg zum Gericht entbehrlich werde.

Das kauften Verbraucher 2015 im Internet
Online-Handel
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Bequem vom Sofa aus rund um die Uhr shoppen: Online einkaufen gewinnt seit langem an Beliebtheit und auch in diesem Jahr hielt der Wachstumstrend an. 52,8 Milliarden Euro – so viel haben Verbraucher einer Prognose des Centre for Retail Research zufolge 2015 für Bestellungen im Internet ausgegeben. Das Schnäppchen-Portal mydealz.de hat 60 Millionen von ihm im Jahresumlauf vermittelte Transaktionen unter die Lupe genommen. Auf diese Weise haben die Experten ermittelt, welche Produkte besonders hoch in der Gunst der Konsumenten standen, wann sie am meisten online einkauften, und wie sehr mobile Endgeräte zum Umsatz beigetragen haben.

Quelle: mydealz.de/Centre for Retail Research

Der Umsatz steigt
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Der Umsatz für Online-Händler ist in diesem Jahr deutlich gestiegen, nämlich 23,1 Prozent gegenüber 2014. Somit trugen Internetkäufe 11,6 Prozent zum gesamten Handelsumsatz bei.

Deutsche als Zweitplatzierte
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Die Deutschen sind in Sachen Online-Shopping vorne dabei: Pro Kopf gaben deutsche Verbraucher 654,84 Euro beim Einkauf im Internet aus. Damit liegt Deutschland beim Online-Einkauf aber an zweiter Stelle. Platz eins belegen die internetaffinen Briten, die pro Person Waren im Wert von umgerechnet 964,74 Euro bestellten. Auf Platz drei landen die Franzosen mit 553,23 Euro.

Was wird am meisten gekauft?
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Am meisten werden Elektronik, Mode und Haushaltsbedarf per Mausklick gekauft. 18,8 Millionen von mydealz vermittelte Konsumenten kauften Fernseher, Smartphones oder Spielekonsolen im Netz. Im Vergleich zu 2014 legte der Online-Handel mit Elektroprodukten damit um 4,3 Prozent zu. 9,7 Millionen (Anstieg um 11,3 Prozent) shoppten Schuhe, Jeans oder Pullover online und 7,7 Millionen Verbraucher (Anstieg um 18,2 Prozent) entschieden sich für Waren wie Geschirr, Handtücher oder Küchenmesser.

Lebensmittel im Internet
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Bislang erledigen nur Briten und Franzosen ihre Wochenendeinkäufe vom Schreibtisch aus. Doch auch deutsche Verbraucher schieben nicht mehr länger Einkaufswagen durch Supermärkte. Lebensmittel rangieren bei mydealz.de 2015 erstmals unter den Top Fünf der am stärksten nachgefragten Produkte.

Obst und Gemüse per Klick
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Insgesamt kauften 2,87 Millionen Konsumenten Kaffee, Schokolade, Wein oder Spirituosen im Internet. Während die Zahl gegenüber dem Vorjahr um 24,5 Prozent (2014: 1,1 Milliarden) gestiegen ist, rechnet die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) mit einem Wachstum von mehr als sieben Milliarden Euro im Jahr 2024.

Einsatz von mobilen Endgeräten
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31,6 Prozent der 275 Millionen Besucher, die sich 2015 mithilfe von mydealz.de über Angebote von Online-Shops und lokalen Händlern informiert haben, riefen das Portal über mobile Endgeräte auf — 6,6 Prozent mehr als noch im vergangenen Jahr. Der Einkauf über Smartphones und Tablets verdoppelte sich sogar.

Schlichtungsstellen gibt es in Deutschland bereits für Versicherungen, Banken, Verkehr oder Energie. Im Telekommunikationsbereich und in anderen Branchen können sich Kunden dagegen bislang nicht an eine Schiedsstelle wenden – das will die EU-Kommission ändern.

  • afp
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