Porsche vs. Hedgefonds Porsche kann Rechtsstreit in Deutschland austragen

Etappensieg für Porsche: Der Prozess gegen einen Hedgefonds, der Schadensersatz aus Porsches VW-Übernahmepoker fordert, wird in Deutschland ausgetragen. Der Fonds hatte eine Verlegung nach London angestrengt.
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Die Porsche Holding wird den Rechtsstreit mit einem Hedgefonds in Deutschland ausfechten können. Quelle: dpa
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Die Porsche Holding wird den Rechtsstreit mit einem Hedgefonds in Deutschland ausfechten können.

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StuttgartIm Streit mit einem Hedgefonds über den Austragungsort eines Prozesses hat die Porsche SE einen kleinen Etappensieg verbucht. Einem Beschluss des Stuttgarter Oberlandesgerichts zufolge kann die Holding den entsprechenden Rechtsstreit in Deutschland ausfechten.

Hintergrund ist Porsches Übernahmepoker um den Autobauer Volkswagen 2008. Investoren hatten dabei viel Geld an der Börse verloren. Der Fonds fordert daher Schadensersatz in Höhe von rund 195 Millionen US-Dollar (etwa 170 Millionen Euro).

Aktuell ging es vereinfacht gesagt aber lediglich um die Frage, wer seine Klage zuerst an die jeweilige Gegenseite übermittelt hat - denn daraus ergibt sich der Ort des Prozesses. Inhaltlich ist damit noch nichts entschieden.

Das ist das Autoreich von VW
Bentley - Umsatz: 887 Millionen Euro - Gewinn: 95 Millionen Euro (+ 37 Millionen Euro)*
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Die britische Nobeltochter ist das Übrigbleibsel aus einer Übernahmeschlacht im Jahr 1998 zwischen BMW und Volkswagen um Rolls-Royce, in der sich die Wolfsburger am Ende durchsetzten, doch auch einen Streit um Markenrechte lostraten, der am Ende in der Scheidung der beiden britischen Marken gipfelte. Mittlerweile sind die Briten auch außerordentlich profitabel - und längst mehr als ein Imageprodukt.

*im ersten Halbjahr 2014

Seat - Umsatz: 3,9 Milliarden Euro - Verlust: 37 Millionen Euro (+ 3 Millionen Euro)
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Das spanische Sorgenkind des VW-Konzerns verkauft zwar - auch durch den Erfolg des Leon - wieder deutlich mehr Autos. Doch profitabel sind die Spanier immer noch nicht. Das Unternehmen, das in seiner Historie eine enge Beziehung zu Fiat pflegte, ist seit 1986 Teil des Markenreiches der Wolfsburger.

VW Nutzfahrzeuge - Umsatz: 4,7 Milliarden Euro - Gewinn: 280 Millionen Euro (+ 34 Millionen Euro)
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Als eigene Marke im VW-Konzern wird die Nutzfahrzeugsparte seit 1995 geführt. Mit dem Tranporter haben die Hannoveraner eines der bekanntesten Modelle des Segments im Portfolio. Doch insgesamt bewegt sich VW Nutzfahrzeuge in schwierigem Gelände: Vor allem braucht man dringend einen Großtransporter, wenn die Gemeinschaftsproduktion mit Daimler ausläuft.

Scania - Umsatz: 5,1 Milliarden Euro - Gewinn: 476 Millionen Euro (+ 12 Millionen Euro)
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Nachdem Volvo vergeblich versucht hatte, bei Scania das Steuer zu übernehmen, griff 1999 der VW-Konzern zu. Um aus Scania und MAN einen neuen Nutzfahrzeugriesen zu schaffen, zog man in diesem Jahr in Wolfsburg die Zügel an - und übernahm alle Aktien der Schweden. Bald könnte sich das Unternehmen von der Börse verabschieden.

Skoda - Umsatz: 6,0 Milliarden Euro - Gewinn: 425 Millionen Euro (+ 182 Millionen Euro)
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Die Tschechen sind einer der großen Gewinnbringer im VW-Konzern. Kein Wunder, dass der Fabia das erste Auto aus der Kleinwagenriege ist, das auf dem neuen Baukasten-System basiert. 1990 nutzte VW die Gunst der Stunde und setzte sich beim Privatisierungsverkauf gegen Renault und BMW durch. Seitdem geht es steil aufwärts für Skoda.

MAN - Umsatz: 6,7 Milliarden Euro - Gewinn: 222 Millionen Euro (+ 346 Millionen Euro)
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Die zweite Lkw-Tochter macht endlich wieder Gewinn. Doch wie es mit den Münchenern weitergeht, ist weiterhin ungewiss. Denn die Allianz mit der Konzernschwester Scania geht nur schleppend voran - zu groß scheinen die Gräben zwischen den Schweden und den Bayern.

Porsche - Umsatz: 8,2 Milliarden Euro - Gewinn: 1,4 Milliarden Euro (+ 104 Millionen Euro)
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Gewinne, Gewinne, Gewinne - der Sportwagenbauer aus Zuffenhausen fährt bei der Rendite allen anderen Autobauern davon. Mit einer Hybrid-Offensive will Porsche auch beim Verbrauch in die Spitzengruppe vorstoßen. Ihre Unabgängigkeit verloren die Schwaben im Jahr 2009 - nachdem sie ihrerseits vergeblich versucht hatte, den größeren Konkurrenten Volkswagen zu übernehmen.

Der Hedgefonds, der den Streit in London ausfechten will, hatte darauf gepocht, dass die Zustellung von Porsches Klage wegen Lücken in der Anschrift nicht wirksam gewesen sei. Das OLG entschied nach Angaben eines Sprechers vom Dienstag zugunsten der Porsche SE, ließ aber eine Rechtsbeschwerde beim Bundesgerichtshof zu.

  • dpa
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