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Präsente Geschenkgutschein zum Muttertag – Was beim Einlösen wichtig ist

Zum Muttertag verschenken die Deutschen am liebsten Blumen. Hin und wieder sind aber auch Gutscheine dabei. Wichtig für die beschenkten Mamis: schnell einlösen.
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Wer auf diesen Klassiker zurückgreift, sollte sich mit der Befristung im Vorfeld vertraut machen. Quelle: dpa
Gutscheine als Geschenk zum Muttertag

Wer auf diesen Klassiker zurückgreift, sollte sich mit der Befristung im Vorfeld vertraut machen.

(Foto: dpa)

FrankfurtAm Sonntag ist Muttertag. Die Bundesbürger planen in diesem Jahr Ausgaben für Geschenke in Höhe von 851 Millionen Euro ein. Das ist das Ergebnis einer vom Handelsverband Deutschland (HDE) beauftragten bevölkerungsrepräsentativen Studie unter 1500 Konsumenten. „Der zweite Sonntag im Mai ist ein etablierter Kaufanlass bei den Verbrauchern“, betont HDE-Hauptgeschäftsführer Stefan Genth.

Besonders beliebte Geschenke sind Blumen und Pralinen. Auch so mancher Gutschein wird sicher wieder verschenkt – etwa für Parfüm und Kosmetik oder den gemeinsamen Besuch einer Veranstaltung. Doch in der Schublade verstauben sollten solche Gutscheine nicht. Denn: Sie sind nicht unendlich lang gültig.

Oftmals müssen Verbraucher ihren Geschenkgutschein innerhalb einer bestimmten Zeitspanne einlösen. So eine Befristung ist häufig im Kleingedruckten, den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB), geregelt.

Sie sei meist rechtlich nicht zu beanstanden, heißt es in einem aktuellen Serviceartikel der Verbraucherzentralen. Denn man müsse dem Händler zugestehen, seinen Warenbestand in bestimmten Zeiträumen zu kalkulieren. Häufig steht in den AGB auch, dass eine Barauszahlung des Gutscheins nicht möglich ist. In der Regel sind aber Teileinlösungen möglich.

Zu knapp dürfen die Händler eine Frist für die Einlösung aber nicht bemessen. Eine Befristung eines Gutscheins für einen Wareneinkauf bei einem Internethändler von einem Jahr hielten die Richter am Oberlandesgericht München in zwei Fällen (Az. 29 U 3193/07 und Az. 29 U 4761/10) für zu kurz.

Im ersten Fall etwa hatte die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg gegen den Internethändler Amazon geklagt. Die Richter hielten die Gültigkeitsbefristung und der damit verbundene Verfall von Restguthaben für eine unangemessene Benachteiligung des Verbrauchers.

Wichtig für Gutscheininhaber ist aber vor allem diese Frist: die Verjährung nach drei Jahren (§195 BGB). Das bedeutet, dass der Anbieter den Gutschein danach nicht mehr einlösen muss und auch kein Geld erstatten muss – selbst wenn auf dem Gutschein kein Gültigkeitszeitraum steht. Die Frist für die Verjährung beginnt laut Gesetz (§199 BGB) aber erst am Ende des Jahres, in dem der Gutschein gekauft wurde. Wurde der Gutschein also als Muttertagsgeschenk im Mai 2019 erworben, muss er bis Ende 2022 eingelöst werden.

Manchmal sind die Firmen im Recht

Ist die Frist, die der Gutscheinanbieter gesetzt hat, zumutbar, können die Beschenkten nach Ablauf nicht mehr auf eine Einlösung pochen. Sofern die Verjährung noch nicht eingetreten ist, habe der Gutscheininhaber den Verbraucherzentralen zufolge aber „einen Anspruch darauf, dass der Geldwert des Gutscheins erstattet wird“.

Denn der Anbieter habe vom damaligen Schenker Geld für diesen Gutschein bekommen. „Dürfte er dies behalten, wäre er ungerechtfertigt bereichert.“ Allerdings dürfe der Händler seinen entgangenen Gewinn einbehalten. Wie hoch dieser sein kann, sei eine Einzelfallentscheidung.

Beachten müssen Verbraucher aber besondere Einlösefristen in bestimmten Fällen: Ist der Gutschein beispielsweise für ein bestimmtes Theaterstück ausgestellt, kann er auch nur so lange eingelöst werden, wie das Stück aufgeführt wird. Die Verbraucherzentralen weisen zudem darauf hin, dass Gutscheine in der Regel übertragbar sind, also auch von einer anderen Person als der Beschenkten eingelöst werden können.

Ist eine Leistung im Zeitraum zwischen Schenkung und Einlösung teurer geworden, komme es darauf an: Steht auf dem Gutschein ein bestimmter Geldbetrag, müssen Verbraucher möglicherweise mehr zahlen als ursprünglich gedacht – dann sind auch Zuzahlungen über den Betrag des Gutscheins hinaus denkbar. Beschreibt der Gutschein eine bestimmte Leistung, wie etwa eine Massage, seien zwischenzeitliche Preiserhöhungen dagegen irrelevant.

Zum Problem kann auch die Insolvenz des Gutscheinanbieters werden. Die Beschenkten können ihre Forderungen zwar beim Insolvenzverwalter anmelden. Meist bekommen sie aber nur einen ganz kleinen Teil zurück. Anders sieht es bei Geschäftsaufgabe aus. Wenn der Gutschein dann nicht mehr eingelöst werden kann, muss das Unternehmen den Geldwert erstatten. Wer sich nicht mit all diesen Herausforderungen herumschlagen will, verschenkt am besten gleich ein konkretes Produkt oder einen selbstgebastelten Gutschein.

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