Prokon-Anleger im Interview „Eine Insolvenz wäre Selbstmord“

Obwohl Verluste drohen, stehen einige Anleger unverbesserlich zu Prokon. Ein Gründer der „Freunde von Prokon“ erklärt, warum Anleger verzichten sollten und was die Chefs hinter verschlossenen Türen versprechen.
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Website: Die „Freunde von Prokon“ sollen mehr als 5000 Anleger vertreten, die unkritische Haltung zum Management von Prokon ist auffällig. Handelsblatt Online empfiehlt die Organisation nicht als Interessenvertretung.

Website: Die „Freunde von Prokon“ sollen mehr als 5000 Anleger vertreten, die unkritische Haltung zum Management von Prokon ist auffällig. Handelsblatt Online empfiehlt die Organisation nicht als Interessenvertretung.

Herr Siegel, Sie haben mit anderen Anlegern die Organisation „Freunde von Prokon“ ins Leben gerufen. Was macht das Unternehmen eigentlich so reizvoll?
Der Reiz des Unternehmens ist, dass es von Banken unabhängig ist. Es gibt bei vielen Genussrechteinhabern von Prokon eine extreme Unzufriedenheit mit dem Bankensystem. Sie haben uns geschrieben, dass sie bei den klassischen Banken Geld verloren haben und nun Alternativen suchen. Bei Prokon haben Anleger in reale Werte investiert. Reale Werte, hinter denen man auch inhaltlich stehen kann, weil sie die so dringend notwendige Energiewende voranbringen.

Prokon ringt mit der Insolvenz. Rund 75.000 Anleger müssen damit rechnen, zumindest einen Teil ihres Vermögens zu verlieren. Welche Reaktionen erhalten Sie von den Anlegern?
Die Genussrechteinhaber schreiben uns mit großer Begeisterung und setzen sich für den Erhalt von Prokon ein. Es gibt eine riesige Unterstützung, unsere Organisation umfasst bereits über 5000 Freunde, täglich werden es mehr. Sie möchten sich konstruktiv an einer Rettung des Unternehmens beteiligen. Dabei sind viele auch bereit, für eine gewisse Zeit auf die Verzinsung zu verzichten.

Wolfgang Siegel ist Psychologe und einer der Gründer der „Freunde von Prokon“.

Wolfgang Siegel ist Psychologe und einer der Gründer der „Freunde von Prokon“.

Erstaunlich. In den E-Mails an die Handelsblatt-Redaktion melden sich vor allem schockierte Anleger, die wissen wollen, wie sie möglichst schnell an ihr Geld kommen oder zumindest mögliche Verluste begrenzen können.
Dann unterscheiden sich vielleicht Ihre Leser von den Genussrechtinhabern, die sich bei Freunde von Prokon melden. Wir würden natürlich am liebsten alle überzeugen, dass sie sich mit einer planmäßigen Rückzahlung ohne Verluste einverstanden erklären. Beraten Sie sie richtig, dass ihr Geld bei einer gestreckten Auszahlung erhalten bleibt.

Wieviel haben Sie eigentlich bei Prokon investiert?
Ich bin seit über sechs Jahren dabei und habe inzwischen einen niedrigen sechsstelligen Euro-Betrag investiert. Dazu kommen Beteiligungen aus meinem persönlichen Umfeld. Bislang habe ich jedes Jahr acht Prozent erzielt. Das ist sehr erfreulich. In mageren Zeiten habe ich nichts dagegen, wenn die Ausschüttung sinkt.

Wann hatte Ihr Verein das letzte Mal Kontakt mit dem geschäftsführenden Gesellschafter Carsten Rodbertus?
Auf unserem ersten Organisationstreffen vom 28. Dezember bis 30. Dezember 2013 standen uns Herr Rodbertus und der Vertriebschef Rüdiger Gronau am 29. Dezember ausführlich Rede und Antwort. Es war eine angenehme und sehr offene Atmosphäre. Außerdem hat Herr Rodbertus der Arbeitsgruppe unserer Wirtschaftsfachleute am 11. Januar 2014 seine Sicht der Lage dargestellt und sich den kritischen Fragen gestellt.

Die Versprechungen des Prokon-Chefs
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39 Kommentare zu "Prokon-Anleger im Interview: „Eine Insolvenz wäre Selbstmord“"

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  • @SoldierJohnny

    Gute Nachrichten auch für Sie (Sie müssen nur daran glauben, so wie an windige Zeiten bei Prokons-Zufalls-Energie-Windrädchen)!

    "Hallo Ich habe gut 15000 euro vor drei Jahren investiert und am 29.12.13 Nachwuchs bekommen und benötige das geld dringlich , nab die ersten Tage dieses Jahres eine Kündigung meines vertrags geschrieben und noch nichts davon gehört,"

    WIe kann man in Ihrer Situation soviuel Geld das man benötigt in so eine "windiges" Investment pumpen? Was haben Sie sich eigentlich dabei gedacht, oder war es nur die Gier nach theoretisch 8%? Wer hat Ihnen in Ihrer Situation hierzu geraten, doch nicht Sie sich selbst? Oder doch?


    "Jetzt habe ich Angst alles zu verlieren und kein Geld für mein Kind aufbringen zu können,..HELP!!!"

    Da müssen Sie erstmal einen erheblichen Aussenstand realisieren, der Ihnen zukünftig keine Rendite mehr abwerfen sollte und das Schlimmste im Sande versinkt...

    Sorry, aber gute Antworten zu Investments am Grauen Markt werden immer seltener.... Wann kapiert ihr das endlich?

  • Ich male mir gerade aus, was die Medien schreiben, wenn PROKON überlebt und die Genussrechteinhaber keinen Verlust erleiden. Beim Handelsblatt kann ich mir dann noch einen sachlichen und fairen Rückblick über die Geschichte vorstellen, bei manchen Fernsehmedien leider nicht.

  • Die echten Ablösungen sind wohl ungefähr fast doppelt so hoch!!! Veröffentlicht wurden auf deren homepage lt. dort eigenem Vorwort n u r die Rückläufe online/Rundschreiben-Formular aus aktueller Abstimmung... Stand Freitag-Morgen gab es aber schon 227Mio. Absagen+Mail/Fax/Post Fr./Sa./So./Mo. Bevor der bettelnde Droh-Brief der Geschäftsleitung vor 2Wochen kam, gab es bereits offiziell 150Mio.* ordentliche Kündigungen. Deswegen die Panik-Aktion 6%Zinsaussetzung f. 2.Hj.'13 bzw. 9Monate Stillhalteabkommen m. später ratierlicher Tilgung. Wenn davon* gemäß formatierter Umfrage 76,3Mio. zurück genommen wurden, verbleiben alter Rest 73,7Mio. angekündigte Entnahmen. Ergibt mit neu 106,3Mio. Abzugs-Wünschen gesamt bedrohliche 180Mio.=13% geplanter Finanzmittellabfluss enttäuschter Genußrechteinhaber. Man kann bei max 20 Jahren EEG nicht 25 Jahre Laufzeit kaklulieren (AfA ist noch kürzer) u. kfm. tödlich mit kurzfristigen Geldern refinanzieren, ständig teuer Ersatz einwerben. "Schneeballsystem"

  • Hallo Ich habe gut 15000 euro vor drei Jahren investiert und am 29.12.13 Nachwuchs bekommen und benötige das geld dringlich , nab die ersten Tage dieses Jahres eine Kündigung meines vertrags geschrieben und noch nichts davon gehört,Jetzt habe ich Angst alles zu verlieren und kein Geld für mein Kind aufbringen zu können,..HELP!!!

  • @haduta
    Wir werden auch noch 80 Millionen Jahre sehr gut mit der Kernkraft leben können. Die Kernkraft ist seit über 50 Jahren auf diesen Planeten zuhause und wird weltweit immer mehr ausgebaut und weiterentwickelt! Da es keinen Sinn über etwas zu sprechen, wie Zeit!
    Die Zeit, der Raum, das menschliche Wissen hat sich schon längst für die Kernkraft ausgesprochen. Wer die zeit zurückdrehen will (Kernkraftausstieg) der wir in Zukunft eine Rolle und auf Dauer auch keine Zukunft mehr für Wohlstand und Fortschritt haben!

  • 80Mio Jahre? Ist mir doch egal.

  • ziemlich viele rote Zahlen...

  • Was Prokon gerade erlebt ist vergleichbar mit einem Bank-Run.

    In §14(4) der GS-Bed. steht ausdrücklich, dass auch vorrangige Schulden von Prokon aufgenommen werden können.
    - Problem: Interest Coverage ist gerade viel zu niedrig
    - Vorteil: Noch aum/kein vorrangige Schulden aufgenommen, und auch nix als Collateral beigelegt.

    Vor der Insolvenz:
    - Senior Unsecured: Prokon könnte Schuldscheindarlehen (nach BGB) aufnehmen, die vorrangig zu den GS gestellt werden. Durch die Seniority kan ein niedriger Kupon begründet werden, um die Interest Coverage zu erreichen.
    - Senior Secured: D.h. Schuldscheindarlehen wo bestimmte Sachanlagen als Collateral ge-pledged werden. Noch niedrigerer Kupon möglich.
    - Dafür braucht ein Unternehmen keine Bank, die das kauft. Schuldscheindarlehen sind im BGB geregelt.
    - Addressaten: "Treue" Prokon GS-Inhaber, die einen Zins-Haircut mitmachen würden. Diese könnten für einen symbolischen Preis einen Asset-Swap kaufen, mit denen sie ihre GS an Prokon verkaufen und im Gegenzug Schuldscheindarlehen vergeben.
    - Folge: Die eingeführte Rangigkeit übt Druck auf restlichen GS-Inhaber aus, weil diese im Insolvenzverfahren schlechter abschneiden.

    Nach der Insolvenz:
    - Die "Freunde von Prokon" geben den Massekredit (z.B. als Schuldscheindarlehen), was sie ebenfalls Senior rangig stellen. D.h. sie müssen wirklich nochmal Geld auf den Tisch legen.
    - Im gleichen Zug versucht diese Gruppe "so wenig wie möglich" für ihre verbliebene GS an Recovery rauszuholen, indem sie mit der Fälligstellung des Massekredits drohen.
    - Nach diesem Restrukturierungsschritt wird das komplette Nominal des Massekredits in stimmrechtsfähiges Eigenkapital umgewandelt. So über 90 bis 100% halt. (Nennt man DIP Loan Strategie)
    - Das ist quasi der unfreundliche Weg, und das GS-Programm ist dann ziemlich tot (Was so oder so der Fall ist).

  • ich würde mich ja totallachen wenn das besagte Darlehen weniger Kupon hat als die Prokon Genusscheine...

  • Ich meine, jeder ist falsch beraten, der an Atomenergie etwas Gutes findet. Darum ist jede Möglichkeit der regenerativen Energien zu nutzen. Deutschland hat keine sicheren Lager für Atommüll und dennoch wird das Zeug aus anderen Ländern hierher gebracht, das bringt Geld. Und wenn die Lager voll sind und die Fässer nicht mehr dicht? Schicken wir den Schmutz dann zum MOnd oder was?
    Hier ein Auszug über Halbwertzeiten von Plutonium:
    Plutonium (Pu) ist das chemische Element mit der Ordnungszahl 94 (Nuklide 238, 239, 240, 241, 242, 244) und gehört zu den Schwermetallen wie Blei oder Quecksilber. Daher ist es für den menschlichen Körper auch ähnlich giftig wie diese Schwermetalle. Plutonium ist zusätzlich radioaktiv, d. h. die verschiedenen Nuklide (238, 240 usw.) zerfallen unter Aussendung von Strahlung. Die Halbwertszeit der Plutoniumnuklide ist relativ groß, z. B. bei Plutonium-239 dauert es 24.110 Jahre bis die Hälfte der vorhandenen Atomkerne zerfallen ist. Beim radioaktiven Zerfall werden hauptsächlich Alphateilchen und mit wesentlich geringerer Intensität Gammastrahlung freigesetzt.

    Radionuklid Halbwertszeit
    Pu-238: 87,74 Jahre
    Pu-239: 24.110 Jahre
    Pu-240: 6.563 Jahre
    Pu-241: 14,35 Jahre
    Pu-242: 375.000 Jahre
    Pu-244: 80 Millionen Jahre

    80 Millionen Jahre, das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen!

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