Prokon-Pleite Die Finanzaufsicht schaute tatenlos zu

Prokon hat die Finanzaufsicht Bafin bereits vor fünf Jahren über Probleme bei seinen Fonds informiert. Dies geht aus einem Briefwechsel hervor, der der Digitalzeitung Handelsblatt Live vorliegt.
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Prokon-Geschäftsführer Carsten Rodbertus (rechts) und Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin (links) in einer Werkshalle von Prokon in Itzehoe (Schleswig-Holstein). Der Windanlagen-Finanzier Prokon ist insolvent. Quelle: dpa

Prokon-Geschäftsführer Carsten Rodbertus (rechts) und Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin (links) in einer Werkshalle von Prokon in Itzehoe (Schleswig-Holstein). Der Windanlagen-Finanzier Prokon ist insolvent.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDie Finanzaufsicht Bafin war bereits fünf Jahre vor der Insolvenz des Windparkbetreibers Prokon darüber informiert, dass das Unternehmen 2009 dringend frisches Geld einsammeln musste, um damit alte Anleger auszuzahlen. Das belegt ein Briefwechsel zwischen Prokon und der Bafin von Ende 2008 und Anfang 2009, der der Digitalzeitung Handelsblatt Live (Dienstagausgabe) vorliegt.

Prokon hatte seine Windparks zunächst mit Hilfe geschlossener Fonds finanziert und den Anlegern dieser Fonds feste Ausschüttungen für jedes Jahr zugesichert - unabhängig von der jeweiligen Ertragslage der Fonds. Das sei ein bankähnliches Geschäft, monierte die Bafin damals schriftlich und verlangte die Auflösung der alten Fonds. Doch Prokon fehlte das Geld für die Auszahlung der Kommanditisten.

So teilte das Unternehmen der Finanzaufsicht beispielsweise zur finanziellen Lage des Fonds Energy III mit, dass dessen Eigenkapital negativ und die Windparks an die Banken verpfändet seien. „Vor diesem Hintergrund besteht für die Gesellschaft derzeit nicht die Möglichkeit, das Eigenkapital an die Kommanditisten durch die Aufnahme neuer Kredite und Beleihungen von Vermögenswerten zurückzuzahlen“, heißt es in einem Schreiben von Prokon. Das Unternehmen bat die Aufsicht deshalb um sechs Monate Aufschub.

Der Kapitalmarktexperte Peter Mattil urteilt: „Dieser Briefwechsel belegt nicht nur, mit welch unseriösen Methoden Prokon gearbeitet hat. Er ist auch ein Beleg für das Versagen der Bafin.“ Die Finanzaufsicht teilt auf Anfrage mit, ihr seien „von Gesetzes wegen die Hände gebunden“, solange keine erlaubnispflichtigen Geschäfte betrieben werden. Dies gelte für alle Produkte des grauen Kapitalmarkts. Also auch für Genussrechte. Rechtsanwalt Mattil hingegen ist überzeugt: „Die Bafin hätte ihren Spielraum ganz anders nutzen können.“

Den gesamten Text über den Prokon-Skandal und die Rolle der Bafin erhalten Sie im Kaufhaus der Weltwirtschaft.

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  • Gibt es bei Genussrechten eigentlich keine Prüfungspflichten wie bei anderen Wirtschaftsunternehmen; Eine Mittelverwendungskontrolle? Selbst als Versicherungsmakler muss man bei Verkauf von Investmentanteilen, z. B. Fonds einer Bank viel Geld für eine Prüfung ausgeben. Obwohl!! Man kein Geld des Kunden in die Hand bekommt und somit gar nichts veruntreuen kann. Prüfen tut ein Wirtschaftsprüfer ( Steuerberater reichte bis vor kurzem jedenfalls, nicht) eigener Wahl, vorgelegt wird es dem Gewerbeamt. Und wenn man keine Zulassung mit Prüfungszertifikat der Industrie - und Handelskammer hat ,darf man nicht mal beraten. Ja, Industrie- und H. Kammer.

  • Da hilft keine noch so gewaltige und smarte Agitprop oder Desinformationskampagne, wie sie üblicherweise von der INSM initiiert wird. Fakt ist, dass wir heute in Deutschland hinter dem Tarnmantel der Neuen Sozialen Marktwirtschaft exakt jene Finanzspekulations-, -anlagenbetrugs-, Steuergestaltungs-, -vermeidungs-, -hinterziehungs-, Subventions- und Geldwäsche- sowie Steuerstoßbetrugskriminalitätswirtschaft etabliert haben, die zur real-existierenden Geldwirtschaftsdiktatur geworden ist. Dass die amtierenden Politelit’arier‘ in unseren Parlamenten heute exakt die Volksvertreterphilosophie vertreten, wie die Mitglieder der Volkskammer in der früheren DDR oder des Volkskongresses in der heutigen VR China, dürfte wohl langsam selbst den naivsten unter uns aufgehen. Der „Laden“ Deutschland ist schon längst vor die Wand gefahren und lebt nur noch vom Restkapital, welches von den kriminellen Eliten dieses Landes noch nicht auf die Seite gebracht worden ist.

  • @ Mazi
    Sie sind ein hoffnungsloser Fall, wenn Sie erwarten, dass dieser Staat irgendetwas Wirksames zum Schutz von Otto Sparzwang unternimmt. Die Prokon-Pleite verursacht doch gar keinen Schaden. Die Windparks wandern aus den Händen der Kleinanleger in die der Starken. Der eine verliert und der andere gewinnt dabei. Das Geld ist nicht weg, es hat nur ein anderer und voraussichtlich einer, der darauf mehr Steuern bezahlt. Im Sinne des Staates ist doch somit alles bestens.
    Die Prokon-Pleite kommt auch genau zur richtigen Zeit. Die zurückliegenden Jahre waren statistisch ausgesprochen windschwach und deshalb wird man den Windparks von Prokon eine geringe Wirtschaftlichkeit bescheinigen und sie für’n Appel und ’n Ei den Besitzer wechseln.
    So spart man heute!

  • Weils der Firma so blendend geht, deshalb hat sie vorläufige Insolvenz angemeldet? Ich bin nicht aufs Köpfchen gefallen, deshalb gehe ich davon aus, daß das Vortäuschen einer Insolvenz sicherlich strafbewehrt ist. Mit Ihrer Aussage - "Der Firma gehts finanziell blendend" - unterstellen Sie Prokon geradezu, eine Insolvenz vorzutäuschen. Insolvenz bedeutet im Klartext: Zahlungsunfähigkeit. Im Volksmund: pleite. Finanziell blendend? Welche Bedeutung kommt da dem Wort "blendend" zu?

  • Wie kommen Sie dazu die Behauptung aufzustellen, Prokon sei pleite?
    Der Firma gehts finanziell blendend. Im Übrigen sind bisher alle Kpmmentare hier eher von Leuten, die nicht wissen wovon sie reden.

  • Noch vor rund drei Wochen hatte ich einen - nicht angeforderten - Werbeprospekt von Prokon in meinem Briefkasten (ich hatte regelmäßig derlei Prospekte von diesem in meiner Post). Dieser trug meinen Namen mit Adresse. Der Inhalt: Das freundliche Ansinnen, doch in grüne Finanzanlagen zu investieren. Es wäre interessant zu erfahren, inwieweit sich dieses Werbeverhalten im strafrechtlichen Bereich bewegen könnte angesichts der Tatsache, daß Prokon zu diesem Zeitpunkt pleite gewesen sein muß.

  • Haben Sie schon mal was von Stichproben (Kontrollen) gehört? Auch so kann man mit wenig Leuten effektive Ergebnisse erzielen, wenn MAN wollte. Man will nichts dergleichen!

  • Sie haben Ostimmobilien und Riester-rente vergessen aufzuzählen.

  • Das die Bonner Aufsichtspezialisten ein Schneeballsystem nicht gleich erkannt haben ist eine Sache, aber auch bei Beurteilung von Geldwäschesachverhalten ist man dort völlig unbedarft, überfordert und obrigkeitshörig. Gesetze müssen andere befolgen nicht die BaFin und legte den Sachverhalt auch gleich der am Geldwäschevorwurf beteiligten Bank zur Stellungnahme vor. Ist verboten, nach der Richtlinie 2005/60/EG und anderer Gesetze....
    Geantwortet wird mit Brief und grossem Dienstsiegel. Gott sei Dank ist die deutsche Wirtschaft so stark, dass wir uns diese Behörde leisten können. Aber wenn Mitarbeiter der BaFin meinen sie könnten zur EZB wechseln, dann wird das ein Fall für OLAF. Besser die Spezialisten an einem Ort konzentriert und unter Kontrolle.

    Viele Grüße an das beschauliche Städtchen am Rhein

  • Kein BAFIN-Problem E i n s t ü r m i s c h e s N a t u r - S c h a u s p i e l, n a c h h a l t i g: Das schöne Geld der meist kfm. etwas naiven, größtenteils hochzinsgierigen Anleger wurde in kleinen u. großen Scheinen nicht nur bei Bio-Idealisten innerhalb von ein paar Quartalen zehntausendfach eingesammelt. Nun wurde das mit ursprünglich Sparer-Werten bedruckte Papier, von denen in gutem Öko-Glauben mal quasi treuhänderisch überlassen, v. PROKON/Haupt-GF C.RODBERTUS "mehrstufig spezialveredelt“. Zuerst in der 2011+2012 defizitären Magdeburger Pflanzenöl-Mühle der benötigte Finanzmittel-Saft ausgepresst. Dann in D,POL,FIN windigen Parks, oft funktionierend, manchmal nur im Bau oder gar Planung, durch die im Schnitt viel zu selten gegenüber der ambitionierten Amortisations-Kalkulation ausgelasteten Rotorblätter gehäckselt, m. neuerdings eigener Entwicklung teurer Prototyp. Danach die stark geschrumpften Resteinlagen der stimmlosen Genußrechteinhaber mit vereinbartem Rangrücktritt (alternativ treffender lt. BWL-Def. Wagniskapitalgeber mit Totalausfall-Risiko des unregulierten grauen Marktes), als Schnipsel samt nicht vorhandenem rumänischen Waldholz beim dafür extra vollfinanzierten Kooperationspartner in Torgau in verbrennbaren Pellets geformt. Zum bitteren Schluss auf dort selbst gezimmerten Euro-Paletten(bedauerlicherweise nicht
    €-Paletten), nach gemäß homepage ungefähr 1/4 Milliarde... Konzern-Verlust in nur 2 Jahren,
    endlich zum Amtsgericht IZ für Inso.-Antrag gebracht.
    Diese ländliche Justizbehörde leitete die gefährliche Fracht sofort weiter z. Oberstaatsanwaltschaft in die Hansestadt Lübeck Vorermittlungsteam f.Wirtschaftsdelikte wg. diverser Strafanzeigen z.B. vorsätzlichen Täuschungen/versuchten Betrügereien
    =incl. Verdacht Schneeballsystem, Stopfung alter Deckungslücken und Ausschüttungen mit immer neuen frischen Anlegern.
    Und die Moral von der traurigen Energiewende-Geschicht???
    Solch chaotische Greentec-Projekte rechnen sich leider nicht!!!

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