Prokon Prokon-Gründer Rodbertus zieht sich zurück

Ende eines Dauerstreits. Carsten Rodbertus gibt seine Gesellschaftsanteile zurück und will sich nicht mehr öffentlich zu Prokon äußern. Schadenersatz muss er nicht mehr zahlen, doch die Staatsanwaltschaft ermittelt noch.
Update: 19.11.2014 - 13:32 Uhr 2 Kommentare
Ex-Chef Carsten Rodbertus im Juli bei der Gläubigerversammlung des zahlungsunfähigen Windenergieunternehmens Prokon. Quelle: dpa

Ex-Chef Carsten Rodbertus im Juli bei der Gläubigerversammlung des zahlungsunfähigen Windenergieunternehmens Prokon.

(Foto: dpa)

DüsseldorfDer Firmengründer des insolventen Windparkbetreibers Prokon, Carsten Rodbertus, streicht die Segel und zieht sich vollkommen aus dem Konzern zurück. Das ist Inhalt eines Vergleichs, den Rodbertus mit Prokon geschlossen hat. Damit dürften auch monatelange Störfeuer beendet sein, die Rodbertus als Noch-Gesellschafter des Konzerns immer wieder gezündet hat. Im Gegenzug verzichtet Prokon auf Schadensersatzforderungen gegen Rodbertus, teilte Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin am Mittwoch mit.

Bei Rodbertus gab es offenbar ohnehin nicht genug zu holen. Grundlage der Einigung sei die Vermögenslosigkeit von Rodbertus, erläuterte Penzlin. „Bei dieser Sachlage hätte eine gerichtliche Anspruchsdurchsetzung die Insolvenzmasse mit erheblichen Kosten belastet“, so Penzlin. Er war in monatelangen Aufräumarbeiten bei Prokon auf ein falsches und nicht testierbares Zahlenwerk und auf unbesicherte Kredite in mindestens zweistelliger Millionenhöhe gestoßen.

Penzlin hatte daraufhin eine Schadensersatzklage erwogen. Immer wieder hatte Rodbertus in offenen Briefen auf seiner Homepage verbreitet, Verwalter Penzlin wolle den Konzern nur zerschlagen und billig an Großinvestoren verscherbeln. Zur Gläubigerversammlung im Juli hatte Rodbertus versucht, über einen Genussrechtsinhaber genug Stimmen zu sammeln, um Penzlin als Verwalter abzusetzen und die Kontrolle zurückzugewinnen. Das Insolvenzgericht ließ diese Stimmen verfallen.

Der Dauerstreit dürfte nun beendet sein. Rodbertus war bislang als alleiniger Gesellschafter noch Geschäftsführer gewesen, er hatte allerdings keine Managementfunktion mehr. Er hätte jedoch das Recht gehabt, einen alternativen Insolvenzplan vorzulegen. Nun überträgt Rodbertus seine Gesellschafteranteile an Prokon und verzichtet auch auf alle Markenrechte.


Auch Rodbertus bestätigt auf seiner Webseite den Rückzug und findet neue Töne: „Ich wünsche Prokon für den laufenden Sanierungsprozess und für den Neustart von Herzen alles Gute“, schreibt er dort. Er würde sich sehr freuen, wenn der Insolvenzverwalter das Vertrauen der Anleger erhält und die Genussrechtsinhaber Eigentümer von Prokon werden würden.

Staatsanwaltschaft ermittelt weiter
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2 Kommentare zu "Prokon: Prokon-Gründer Rodbertus zieht sich zurück"

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  • Sie haben dabei noch die Entwertung der älteren Immobilien durch künstlich hohe Energiepreise vergessen. Franzosen zeigen uns, wie man günstig und CO2 frei elektrisch heizen kann (am besten mit geothermischer Sonde und Wärmepumpe).

    Zusätzlich will niemand mehr in einem Land investieren, in dem von heute auf morgen die Betriebsgenehmigung von Industrieanlagen entzogen wird. Vor Kurzem hat der Chef von Voest-Alpine geäussert, er würde allenfalls noch in den USA in neue Stahlwerke investieren, denn nur dort sieht er eine Sicherheit diese über mehrere Jahrzehnte betreiben zu können.

    Super! Wer will schon diese dreckigen Stahlwerke? Sollen die USA doch den Stahl herstellen und nebenbei Autos, Werkzeugmaschinen, etc. Wir können dann wieder ökologisch den Holzofen anwerfen und Steckrüben pflanzen.

  • Schaut her ihr Erneuerbaren Energie Anhänger...hier geht euer Guru schadensfrei von Bord. Die einzigen die als Betrogene zurückgelassen worden sind, dass seit ihr Anteilseigner der sog. Energiewende (Erneuerbaren Energien). Energiewende/EEG = erst kommt der Mangel und dann die Armut! Das einzig Vernünftigste und wirtschaftlich stabilste Renditeobjekt ist und bleibt ein Kraftwerksmixpark aus Kohle, Gas und Uran. Anteile an Kraftwerksbesitzerern (Kohle, Gas und Uran) waren vor dem staatlichen Eingriff durch das EEG in den Markt einen sichere und zuverlässige Altersvorsorge. DEr Kraftwerkmixpark hat auf marktwirtschaftlicher Basis über Aktien und Dividenden an den Energiekonzernen einen sichern Lebensabend versprochen und gehalten. Die Politik hat dies mit ihrem ideologischen EEG komplett vernichtet und vernichtet mit der Energiewende weiter unseren industriebasierenden Wohlstand in Deutschland!
    Energiewende/EEG = erst kommt der Mangel und dann die Armut!

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