Prokon Visionen unter grünen Freunden

Wenn es nach den „Freunden von Prokon“ geht, soll die Windkraftfirma als Genossenschaft weiterleben. Doch dafür fehlt es nicht nur an überzeugten Gläubigern. Ein Ortsbesuch.
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Prokon-Anleger bei der Veranstaltung der „Freunde von Prokon“ im Brauhaus „Em Kölsche Boor“ in Köln. Sie hoffen darauf, ihr Geld noch irgendwie retten zu können.

Prokon-Anleger bei der Veranstaltung der „Freunde von Prokon“ im Brauhaus „Em Kölsche Boor“ in Köln. Sie hoffen darauf, ihr Geld noch irgendwie retten zu können.

KölnZu allem Überfluss streikt dann auch noch die Lautsprecheranlage. Im Brauhaus „Em Kölsche Boor“ macht sich Galgenhumor unter den Prokon-Anlegern breit. Sie sind gekommen, weil sie hoffen, ihr Geld noch irgendwie retten zu können. Und dann läuft nicht einmal der Verstärker.

Bei Prokon funktioniert vieles nicht mehr so wie früher. Der Chef ist weg, die Rendite ist weg – und möglicherweise eben auch das angelegte Geld der 170 Menschen, die sich an diesem Abend in Köln treffen. Doch zumindest das Geld wollen die „Freunde von Prokon“ noch retten. Wenn es denn irgendwie geht.

Die „Freunde von Prokon“, das sind die Organisatoren dieses Treffens. Der Verein zählt knapp 7000 Mitglieder. Noch bis kurz vor der Insolvenz warb die Gruppe dafür, dem Unternehmen die Treue zu halten. Die Wortführer: unverbesserliche Prokon-Fans. Der Leitspruch: „Wir haben Lust auf eine lebenswerte Zukunft für alle Menschen.“ Der Rettungsplan: weltfremd. Die Erfolgsaussichten: gering.

Im rustikalen, biergeschwängerten Ambiente geht es heute auf Mitgliederjagd. An einem kleinen Tisch vorne: der Vereinsvorsitzende Wolfgang Siegel. Er ist Psychotherapeut und schreibt auf seiner Internetseite: „Mein Herz brennt für alles, was ein Leben gut macht.“ Neben ihm sitzen Pressesprecher Rainer Doemen, ein Finanzbeamter aus Remagen, und Reinhild Müller-Heinrich, die Leiterin der Regionalen Gruppen des Vereins. Ihr Job ist pure Knochenarbeit. Wenn sie nicht genügend Leute überzeugen können, dürfte ihr waghalsiger Rettungsplan scheitern.  

Seit der Windanlagenhersteller Prokon Insolvenz angemeldet hat, bangen rund 75.000 Genussrechteinhaber um ihr Geld, rund 1,4 Milliarden Euro. Im Mai soll voraussichtlich das Insolvenzverfahren eröffnet werden, für Juni ist eine Gläubigerversammlung geplant.

Für den Verein zählt vor allem eins: Dass Prokon bestehen bleibt. Von einem Teilverkauf der Windkraftanlagen halten sie nichts. „Die Heuschrecken verkaufen unsere Anteile mit dreifachem Gewinn“, sagt der Vorsitzende Wolfgang Siegel, ein Mann mit runder Brille und weißem Haarkranz. „Wir halten Prokon nicht für wertlos.“

In der Welt der „Freunde von Prokon“  behalten alle Genussrechteinhaber ihre Anteile an dem Unternehmen und verhindern so Notverkäufe, die die Anteile noch stärker sinken lassen würden. Es ist ein hoffnungsvolles Szenario in einer nahezu hoffnungslosen Situation.

Noch mehr Geld für den „PR-Effekt“
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6 Kommentare zu "Prokon: Visionen unter grünen Freunden"

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  • @Gartenfreund 23
    Sie brauchen sich doch für Ihren Kommentar nicht zu entschuldigen! Das ist so. Der Chef von Vattenfall hat kürzlich festgestellt, dass Deutschland im Jahre 2020 bei dem beschlossenen EE-Zubau eine Kraftwerksleistung von 220 Gigawatt installiert hat. Der deutsche Strombedarf schwankt jedoch zwischen 30 bis max 85 Gigawatt. Das wäre also locker das 2,5fache des täglichen inländischen Bedarfes. Das was über den deutschen Bedarf hinaus geht, ist mangels Speicher für die Katz. Zumindest aus deutscher Sicht!
    Übrigens: die deitschen Genossenschaften wurden einmal aus dem Gedanken "Hilfe zur Selbsthilfe" gegründet. Die Idee der Genossenschaften und die Idee eines sozialistischen EEG schliessen sich damit gegenseitig aus!

  • Ich halte den Artikel keineswegs für schwach und überheblich, beschreibt er doch die Reaktion der Anleger auf ihre (Ihre?! :D) eigentlich hoffnungslose Situation, die ja an anderer Stelle schon zur Genüge erläutert wurde.

    „Wollte der sich nur bereichern?“ fragt ein "Anleger", der 6-8% erwartet, wenn die Bank nicht mal 2 zahlt.

    „Rodbertus hat Risiken ausgeblendet“ wird von Leuten festgestellt, die Genuss-scheine kaufen.

    Wenn der real existierende EEG-Reibach schief ging, lag es eben nicht an der falschen Theorie, er wurde nur von Rodbertus falsch ausgeführt?

    Zu den ca. 80k "Anlegern" (bei komischerweise nur 40k Stromkunden, ich dachte, es geht um die Idee !?!) fällt mir somit eigentlich nur noch die Titanik (also nich das Schiff) mit "Listen trauriger Dinge" ein.

    (Ja, Tschuldiung! Das war sicher ein wenig überheblich, erlaube mir das allerdings, weil die "6-8%-Anleger" an meinem erhöhtem Strompreis kräftig verdienen (..wollten); insofern sitzen wir, die "Anleger" und ich als Stromzahler, ja im gleichen Boot: unser Geld ist nicht weg, s hat nur jemand Anderes)

    ich wünsche einen sonnigen Tag! :D

  • Oh Gott... Da sitzen ja nur Rentner. Es ist ja nicht ungewöhnlich, dass die alten Gierschlunde auf solche Maschen reinfallen. Die hätten in den Jahren nachdem die mit 50 in Rente gegangen sind vielleicht mehr lesen sollen, anstatt sich mit dem ZDF zu informieren.
    Das die LEute sich auch nicht schämen Ihre Gier noch so zu presentieren? 8% Rendite? Die hat nichtmal LEhmann geboten. NAch der Wirtschaftskriese 2008 hatten diese ganzen Luxusrentner die besten Tipps zum Thmea Risiko und hoher Rendite. Und jetzt? Freune von Prokon bekommen den Gierschlund immernoch nciht voll. Bleibt nur zu hoffen, dass bald das EEG abgeschaft wird und diese ganzen Ökoinverstoren ihre Kohle verlieren!

  • Den Freunden von Prokon dürfte es darum gehen, wer die Macht im Gläubigerausschuss hat. Dieser Ausschuss entscheidet über die Zukunft der Insolventen Prokon GmbH. Die Vermögenswerte sind in der Insolventen Prokon GmbH gefangen. Vermutlich werden die unrentablen Teile von Prokon abgewickelt, und mit den Rest will Prokon weiter machen. Die Anleger dürfte m.M. weniger als 50% von ihren eingezahlten Geld wiedersehen.

  • Nicht nur Prokon hat auf eine perfide uns asoziale Masche seine Investoren und deutsche Bürger abgezockt, sondern die ganze Erneuerbaren Energiebranche (Energiewende) ist eine reine Abzocke von deutschen Bürgern, Stromverbrauchern und sehr vielen Unternehmen/Gewerbetreibenden!
    Erneuerbare Energien = Abhängig von den Launen der Natur und damit komplett unwirtschaftlich!
    Ein Kraftwerkmixpark aus Kohle, Gas und Uran = Unabhängig von den Launen der Natur und damit überlebenswichtig für eine IT-Industrie-Wohlstandsgesellschaft und damit für unseren sozialen Volkswohlstand!
    Kraftwerke (Kohle,Gas und Uran) = Volks-Wohlstandsvermögen! Diese Kraftwerke werden gerade durch die Merkel-Ethik-Energiewende per EEG an die Wand gefahren! Die Erneuerbaren Energien sind per Zwangs-Subventions-Abgabengesetz EEG die Vollstrecker dieser Vernichtung von Volksvermögen und sozialen Wohlstand in Deutschland.
    Prokon ist ja nur ein Wohlstands-Volksvermögensvernichtendes Beispiel dieser GRÜNEN Merkel-Ethik-Energiewende. Genauso gut kann Solarworld, mit seiner seit zwei Jahren verschleppenden und anhaltenden Insolvenzverschleppung stehen.
    Selbst Gabriel, Energie- und Wirtschaftsminister hat es bei einen Termin von SMA-Solar ausgesprochen....
    DIE ENERGIEWENDE IST GESCHEITERT! Und damit sollte sich jeder Prokon-Investor der Realtiät stellen und aus dieser GRÜNEN ÖKO-Abzockerstrom Traumwelt aufwachen.

  • Was ist denn das für ein Artikel ! Inhaltlich schwach, dafür voller Überheblichkeit.

    Erwartet hätte ich eine Analyse der Finanzsituation und dr daraus resultierenden Möglichkeiten für die Anleger.

    Ist es schlecht, wenn sich Menschen für eine Sache begeistern ?

    Die Sicht der Prokonanleger kann ich nachvollziehen: Wird Prokon filletiert, dann werden andere daraus Gewinn schlagen. Lieber Autor, warum soll das den Prokon-Anlegern nicht gelingen ?

    Nochmals: Einfach ein schwacher Artikel.

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